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Großes soziales Engagement ein Leben lang


03.09.2010

Mainpost 03.09.2010

GERNACH

Großes soziales Engagement ein Leben lang

Gernacherin Angelina Weis starb im Alter von 78 Jahren – Eng mit der Mission in Uganda verbunden

Angelina Weis, eine Gernacherin mit lebenslangem sozialem Engagement, starb Im Alter von 78 Jahren. Angelina Weis wurde am 30. November 1931 geboren. Sie besuchte die Volksschule in Gernach und die Berufsschule in Schweinfurt.

Es war schon als Kind ihr Wunsch, in die Mission zu gehen. Das Leben führte Angelina Weis jedoch zunächst in ganz andere Richtung: Arbeit im Bauernhof bei einer Verwandten, im Gasthof Zeppelin in Schweinfurt, Hilfe im Haushalt waren die ersten Stationen ihres beruflichen Lebens. 1955 begann sie mit der Ausbildung in der Krankenpflege in Würzburg und Mainz und arbeitete im Krankenhaus in Ebern. Nach einer Predigt von Pater Johannes Leppich in Schweinfurt erfuhr sie von ihm von der Frauengemeinschaft Gral. Zusammen mit einer Freundin besuchte sie 1959 die Gemeinschaft des Gral in Holland. Diese international anerkannte Gemeinschaft von Christlichen Frauen faszinierte Angelina Weis sofort, und sie trat dieser Gemeinschaft bei. Angelina Weis ging nach einer Vorbereitungszeit im Gral-Zentrum in Holland in den Jahren 1960 bis 1964, und nochmals 1967 bis 1970 nach Uganda, um dort als Krankenschwester zu arbeiten – gegen ein Taschengeld als Entlohnung. Zwischen den Afrika-Aufenthalten und nach ihrer Rückkehr arbeitete Angelina Weis als Krankenschwester an der Universitäts-Augenklinik in Würzburg. 1991 ging sie in Rente. „Ihrer“ Mission in Afrika blieb sie stets verbunden: persönlich, und indem sie um Spenden für die Schule in Kishabya warb. Auf ihre Bitte hin trug der Frauenbund Gernach schon fast 8000 Euro an Spenden für die Schule bei.

Der Eintritt ins Rentenalter war für Angelina Weis kein Grund, sich zurückzulehnen: als überzeugte und engagierte Christin betrachtete sie es als ihre Aufgabe, die Menschenfreundlichkeit Gottes in ihrer Umgebung erfahrbar werden zu lassen. Diese Aufgabe motivierte sie, an vielen Stellen in der Gemeinde, aber auch darüber hinaus unterstützend und hilfreich tätig zu werden. Sie organisierte das Vorbeten des Rosenkranzes bei Todesfällen, besuchte Kranke und war in unzähligen Fällen mit ihrer Fachkompetenz als Krankenschwester, aber auch im geistlich-spirituellen Gespräch hilfreich. Bei der alljährlichen Fahrradwallfahrt der KAB Gernach nach Vierzehnheiligen gab sie die besinnlich-spirituellen Impulse und war als Fahrerin des Begleitfahrzugs immer zur Stelle.

Bis ihre Krankheit sie hinderte, arbeitete sie im Blumenschmuckteam der Gernacher Kirche mit. Auch das Austragen des Pfarrbriefes in Gernach hatte sie bis zuletzt übernommen. Schon als langjähriges Mitglied des Pfarrgemeinderats warb sie unermüdlich dafür, dass sich Frauen und Männer als Leiterinnen der Wortgottesfeiern zur Verfügung stellen. Dieser Beharrlichkeit ist es mit zu verdanken, dass es in der Pfarreiengemeinschaft schon seit mehr als zehn Jahren ein gutes Team von Leitern und - innen für Wort-Gottes-Feiern gibt. Auf ihre Initiative hin fand schon seit elf Jahren in der Pfarreiengemeinschaft St. Raphael die Aktion „Solidarität geht“ statt. Angelina Weis stellte – schon im Wissen um ihre tödliche Krankheit – wie schon in den Jahren vorher die Kontakte zu Misereor her.

Die Verstorbene lebte sehr einfach und anspruchslos, sie gab großzügig für die Menschen in ihrem Dorf und die Notleidenden in der Welt, insbesondere für die Schule Charles-Lwanga-Schule in Kishabya. Mutig ging sie den Bischof und das Missionsreferat der Diözese um finanzielle Förderung für dieses Projekt an: mit Erfolg. Auch das Pastorale Gespräch im Rahmen der Aktion des Bistums „Wege suchen im Gespräch“ in den 90er Jahren wurde in der St. Aegidius-Gemeinde maßgeblich von ihr mitgestaltet und vorangebracht. Die Verstorbene hat nachdrücklich und erfolgreich dafür geworben, dass Familien aus Gernach „ihre“ Mutter Gottes für eine Woche in der Gernacher Kirche zu Gast sein lassen, um so die Verbindung zur Gemeinde augenfällig werden zu lassen. Angelina Weis war Ehrenmitglied im Frauenbund Gernach. Sie war auch Mitglied in der KAB Gernach, im Johannisverein Gernach und im Musikverein. Sehr dankbar war Angelina Weis auch für die Pflege, die sie von ihren Schwestern und Familienangehörigen in der Zeit ihrer Krankheit erfahren durfte. „Ich bin gut aufgehoben“ versicherte sie ihren Besuchern am Krankenbett immer wieder.

Die Gernacher St. Aegidius-Gemeinde verliert mit Angelina Weis eine überzeugte und überzeugende Christin mit Mut und Tatkraft.

 



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