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Päusle mit Moisle: Mähdrescher ja, Feld-WC nein


06.09.2010

Mainpost 06.09.2010

 

Päusle mit Moisle: Mähdrescher ja, Feld-WC nein

 

Interessante Einblicke bot der große Feldtag der Firma Fendt und der Saaten-Union am Donnerstag auf dem Hofgut Wadenbrunn des Grafen Schönborn bei Kolitzheim. An allen Ecken und Enden wurde fachgesimpelt. Da habe ich natürlich meine Ohren gespitzt und konnte so feststellen, dass nicht nur Kolitzheims 3. Bürgermeister Alfred Bumm auf Deutz statt Fendt setzt, sondern auch so mancher andere Landwirt. Einer bekundete, seit 1953 Deutz-Traktoren zu fahren und es auch dabei zu belassen. Aber dafür war der Tag ja letztendlich auch gedacht, als Werbeveranstaltung und um Kunden, die auf andere Marken setzen, von den Fendt-Produkten zu überzeugen.

Aber nicht nur die Erwachsenen kamen auf ihre Kosten, auch der bäuerliche Nachwuchs im Schlepptau. Ein Steppke kletterte so die Leiter auf den High-Tech-Mähdrescher hoch, um für ein Bild mit seinen beiden Brüdern vor der Fahrerkabine, die eher den Namen Cockpit verdient, zu postieren. Da sprudelte es ob der hervorragenden Aussicht plötzlich aus ihm heraus: „Da vorne fährt der mit den Doppelreifen. Ich muss da hin.“

Ganz begeistert war auch die Festrednerin beim späteren Unterfränkischen Bauerntag im Festzelt auf dem Feldtaggelände, Anne Hartmann. Die ehemalige Bundesvorsitzende der Deutschen Landjugend, die aus der Lüneburger Heide angereist war, wies zwar darauf hin, nicht gerade hemmungslos technikverliebt zu sein. Im gleichen Atemzug bekannte die 25-Jährige aber freimütig: „Heute wäre ich zum ersten Mal gerne ein Mähdrescher gewesen, wenn ich gesehen habe, wie viele Leute da staunend davor gestanden haben.“ Allerdings hätte ich an diesem Tag absolut kein Versuchs-Maisfeld sein mögen. Als ich mich nach einem langen Tag wieder auf den Heimweg begab, sah ich einen männlichen Besucher nach dem anderen in dem Feld für kurze Zeit verschwinden, um dann ganz erleichtert wieder aus dem Feld-WC aufzutauchen.

Der Arme, der das Feld hätte früher abernten müssen. Aber wer riecht denn schon heute noch was hoch zu verglaster Komfortkabine eines modernen Hightech-Feldhäckslers, wie er auf dem Feldtag zu bewundern war. Da kann dich mangels automatischer Spurführung noch nicht einmal der penetrante Urin-Geruch aus der Spur hauen.

 



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