23 Kilometer Wege durch die Flur gebaut

02.05.2007

HERLHEIM (BP)

23 Kilometer Wege durch die Flur gebaut

Nach dem ersten Flurbereinigungsverfahren von 1930 bis 1943 wurde auf Wunsch der Herlheimer Landwirte im Jahre 1990 das Flurneuordnungsverfahren Herlheim 2 angeordnet. Ohne diese Flurbereinigung hätte es keine Dorferneuerung und somit am vergangenen Sonntag auch kein Gemeinde- und Dorffest zum Abschluss dieser Maßnahme gegeben.

Bei der Feier zur Gründung der Gemeinde gingen die Festredner Baudirektor Horst Büttner vom Amt für Ländliche Entwicklung in Würzburg und der örtliche Beauftrage Anton Bedenk näher auf die beiden Verfahren ein und nannten Daten. So betrug die Verfahrensfläche 1038 Hektar mit 1620 Flurstücken bei 281 Besitzständen. Insgesamt wurden 23 Kilometer Wege in Asphalt- und Schotterbauweise gebaut. Für die Wertermittlung im Jahre 2005 mussten die Helfer 17 000 Löcher graben und die Feldgeschworenen hatten in einer kurzen Zeitspanne 2200 Grenzsteine zu setzten.

Im Herbst 2006 konnten die Landwirte schließlich ihre neuen und großen Flächen erstmals bearbeiten. Bei 180 Besitzständen haben die nun 320 Flurstücke eine Durchschnittsgröße von 2,9 Hektar. Die geplanten Gesamtkosten der Flurbereinigung betragen 3,19 Millionen Euro.

Bei der punktuellen Dorferneuerung wurden vor allem im Bereich der Herlindenstraße und in einigen Seitengassen Entsiegelungen vorgenommen und diese Straße sowie der der Dorf- und Kirchplatz neu gestaltet und begrünt. Mit 322 000 Euro lagen hier die Kosten unter der Schätzung. In der letzten wichtigen Phase der Flurbereinigung und Dorferneuerung waren Hilmar Volkamer als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft und sein Mitarbeiter Jürgen Hönninger für die Verfahren zuständig.

Informationen zu Flurbereinigung und Dorferneuerung waren auch bei einer Ausstellung des Amtes für Ländliche Entwicklung in einer Halle in der Pfarrgasse zu finden. Eine Karte von 1833 zeigte 2256 Flurstücke (Durchschnittsgröße 0,4 Hektar) und auf der Karte von 1934 waren bei 290 Besitzständen 1400 Flurstücke (0,66 Hektar) vermerkt. Die Kosten der ersten Flurbereinigung betrugen 19 300 Reichsmark.

Auch über das Ehrenamt der Feldgeschworenen in Franken informierte das Würzburger Amt. Die Entstehung dieses Amtes im Mittelalter, das Siebenergeheimnis, die Feldgeschworenenbücher und vieles Wissenswertes mehr war hier Thema.

In der Herlindenstraße zeigten die Herlheimer Siebner den Besuchern die nötigen Geräte für die Arbeiten bei der Ausübung ihres Ehrenamtes. Vom modernen Erdbohrer, mit dessen Hilfe im vergangenen Jahr die 2200 Grenzsteine gesetzt wurden, bis hin zum einfachen Spaten konnten die Interessierten hier allerlei Altes mit Neuem vergleichen und eine kleine Vorstellung über die Arbeit der Feldgeschworenen bekommen.

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