50 Proben waren erforderlich

13.03.2006

Mainpost 13.3.2006

 

50 Proben waren erforderlich

 

lindach Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des St.-Johannis-Vereins, Träger des örtlichen Kindergartens, führten 27 Lindacher Schüler im Alter zwischen sechs und 14 Jahren unter der Regie von Karin Stolper das religiöse Musical "David - ein echt cooler Held" in der Dorfkirche St. Antonius auf. Erzählt wurde die biblische Geschichte von König Saul und seinem Nachfolger David, die sich nach dem Alten Testament zwischen den Jahren 1095 und 975 vor Christus abgespielt hat.

 

Durch den Mund des Propheten Samuel erwählte Jahwe einen Mann aus dem Stamm Benjamin namens Saul zum ersten König von Israel. Wenig später besiegte er mit seinem kleinen Heer und mit der Hilfe Gottes die Ammoniter, die ärgsten Feinde Israels. Auch die anderen Feinde der Juden, die Philister und Amalekiter, wehrte er glücklich ab. Diese Siege machten König Saul stolz, überheblich und habsüchtig. Gott entzog ihm nach und nach seine Gunst und so erwählte er eines Tages, wieder durch die Stimme seines Propheten Samuel, den einfachen Hirtenjungen David zum neuen König von Israel. Zuvor musste sich Israel aber wieder einmal seiner Feinde erwehren. Eines Tages stand das Heer der Philister vor den Toren der heiligen Stadt Jerusalem, um sie zu erobern. Der Philister Goliath, ein Riese von Gestalt, provozierte mit Schmähreden die Israeliten und ihren Gott Jahwe. Der Riese wollte seine ungeheuere Körperkraft mit einem israelischen Soldaten messen und bot den Söhnen Israels an, wenn er besiegt werden würde, begäben sich seine Leute uneingeschränkt in die Macht der Israeliten. Umgekehrt müssten sich die Juden den Philistern unterwerfen.

Überdrüssig dieser Hohn- und Spottreden des Riesen gegen die Israeliten und ihres Gottes Jahwe stellte sich der gottesfürchtige Jüngling David , ein einfacher Schafhirte, dem Riesen im ehrlichen Kampfe gegenüber. Goliath lachte seinen eher schwächlichen Kontrahenten nur aus. David entgegnete ihm: " Du kommst mit Schwert und Rüstung! Ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes Israel, den du verhöhnt hast. Er wird dich in meine Hand geben. Das ganze Land soll erfahren, dass er der Herr ist!"

Wie die Geschichte ausging, ist allseits bekannt: Mit einem Kieselstein und einer Schleuder fällte David den Riesen, somit war Israel wieder einmal gerettet. Später wurde David ob seiner großen Tat und nach weiteren Anfeindungen von Seiten König Sauls unter der Gunst Jahwes doch noch König von Israel.

Viel Beifall und Lob

Karin Stolper inszenierte diese biblische Geschichte in Form eines Musicals mit Lindacher Schülern. Die 75 Minuten dauernde Aufführung wurde von den zahlreichen Besuchern mit viel Beifall und großer Anerkennung bedacht. Mit Engagement, mit guten Sprech- und Gesangsleistungen, die mit der dezenten Hintergrundmusik im Einklang standen, dazu mit großartigen schauspielerischen Leistungen, die Mimik und Gestik angemessen berücksichtigten, brachten die Darsteller die biblischen Inhalte den Zuschauern einfühlsam nahe. Der theologische Gehalt des Stückes konnte so anschaulich und einprägsam verdeutlicht werden, wie Ortspfarrer Wendelin Lieb in seiner Ansprache zum Ausdruck brachte.

Nicht nur die Schüler glänzten mit ihren szenischen Darstellungen, mit ihren Sprech- und Gesangsleistungen im Hip-hop- und im Rap- Song-Stil. Auch die Regisseurin erntete großes Lob für die ansprechende Inszenierung und vor allem für die selbst verfassten witzigen Dialoge, die dem Sprachstil der jüngeren Generation entsprach. Auch die Besetzung der wichtigsten Rollen wie die des Königs Saul, des Hirtenjungen David, des Propheten Samuel und des Philisters Goliath gelang geradezu ideal, denn die betreffenden Kinder zeigten großartige schauspielerische Leistungen.

Ohne engagierte Helfer wären allerdings die über 50 Proben und letztlich auch die Premiere nicht zu meistern gewesen, galt es doch immer wieder, die vielen Kinder unterschiedlichen Alters bei Laune und Disziplin zu halten. Hier half Uschi Hellert sehr tatkräftig mit, während Anita und Horst Niedermeyer die aufwändigen Kulissen und Requisiten herstellten und besorgten. Daniela Reisbeck nähte die originellen, farbenprächtigen Kostüme und Helmut Reisbeck sorgte für die richtige Beleuchtung, den Ton und für die Bühnengestaltung.

Tags zuvor zeigte die Gruppe das Stück einer Gruppe von behinderten Menschen aus Bamberg, denen es ebenfalls sehr gut gefiel.

Den Reinerlös in Höhe von etwa 200 Euro, der aus freiwilligen Spenden der Besucher kam , wird man an das Erich-Kästner-Kinderheim in Oberschwarzach übergeben.

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