Keine Faschingssitzung in Herlheim

12.02.2010

Mainpost 12.02.2010

HERLHEIM

Keine Faschingssitzung in Herlheim

 

Zu hohe GEMA-Gebühren und zu hoher Arbeitsaufwand

 

Auch in anderen Orten, nicht nur in Donnersdorf (wir berichteten), finden in diesem Jahr keine Faschingssitzungen statt. So in Herlheim und in Kolitzheim, dort bereits im vergangenen Jahr.

 

Hauptgrund hiefür seien die hohen Gebühren der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), antwortete Anna Kleinhenz, die Vorsitzende des Frauenbundes Herlheim. In der Vergangenheit habe der Eintritt in Herlheim drei Euro betragen. Mehr sollte nicht verlangt werden, denn dann wären auch die Ansprüche der Gäste höher gewesen. Die Akteure seien schließlich nur Laien.

Die Bewirtung übernahm immer der Sportverein. Nach Abzug aller Kosten blieb dem Frauenbund nicht viel übrig. Nun würde gar nichts mehr bleiben, ja es gäbe sogar ein Minus, sagt Kleinhenz. Für die Frauenbund-Vorsitzende sind die Forderungen der GEMA „reine Abzocke“. Auch der Diözesanverband sei der Meinung, dass die GEMA-Gebühren nicht rechtens seien.

Ein weiterer Grund, heuer keine Faschingssitzung zu bieten, sei, dass die Organisation und Vorbereitungen nur auf wenigen Schultern lastete. Es scheine auch, so Anna Kleinhenz, als seien die Leute etwas faschingsmüde. Zunächst sei geplant gewesen, nur für die Frauenbundmitglieder eine kleine Faschingsveranstaltung zu organisieren. Vor die Wahl gestellt, einen närrischen Abend oder eine Winterwanderung zu machen, bei der auch Männer teilnehmen konnten, votierte die Mehrheit der Mitglieder für die Wanderung. Der Wegfall der diesjährigen Faschingsveranstaltung bedeutet nicht das Ende für alle Zeit. In diesem Jahr werde die Vorstandschaft neu gewählt und im nächsten Jahr könne die Entscheidung wieder anders ausfallen als heuer.

Viele Jahre war in Herlheim am Faschingsdienstag auch ein Faschingsumzug Tradition, an dem sich die Musikkapelle und Gruppen auf Wagen oder per Fuß beteiligten. Auch dies scheint nun in Frage gestellt. Tatsache ist, dass wegen der Auflösung des Kindergartens dessen Wagen wegfallen würde und auch die Turnerfrauen, die immer in der ersten Reihe standen, sich nicht mehr beteiligen, ebenso die Theatergruppe. Nun warten die Herlheimer gespannt, was am Dienstag geboten wird. Vielleicht finden sich doch einige Gruppen spontan zusammen. Auf alle Fälle wird es für Jung und Alt ein buntes Faschingstreiben im Sportheim geben.

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