Abwasserleitung und Steuer-Elektronik werden ausgeschrieben

14.03.2015

Mainpost, 14.03.2015

 

KOLITZHEIM/SULZHEIM
Abwasserleitung und Steuer-Elektronik werden ausgeschrieben

Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Kolitzheim/Sulzheim legt Fassadengestaltung fest

Bei der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes Kolitzheim-Sulzheim informierte Planer Hugo Barthel vom Büro Pro Terra über den Baufortschritt der Kläranlage und der Zubringeranlagen und ging auf den Zeitplan ein.

Danach wird derzeit das Kombibecken, das Rechengebäude und das Maschinenhaus gebaut. Ende März soll das Kombibecken fertig sein und Ende April auf die Dichtigkeit geprüft werden. Hierzu wird Wasser aus der Volkach entnommen, was bereits genehmigt wurde. Der Messschacht ist fertig und am Ableitungskanal zur Volkach fehlen nur noch die letzten fünf Meter.

Kostenmehrungen seien im Moment nicht zu erwarten, überbrachte der Planer eine erfreuliche Nachricht.

Mit dem Bau des Pumpwerkes bei Herlheim werde bald begonnen. Die Baugrunduntersuchung ergab hier ein positives Ergebnis. Das Material sei nicht belastet und könne verwendet werden, so Barthel weiter. Nun müsse noch die Labortechnik, die Begrünung, die Elektrik und die größte Maßnahme, die Druckleitung vom Pumpwerk bei Herlheim bis zur neuen Kläranlage, ausgeschrieben werden.

Die Trasse der Leitung führt ab dem Pumpwerk in Herlheim entlang eines bestehenden Weges bis zum Waldstück „Humpel“. Am Wald vorbei verläuft sie dann zwischen dem Wald und einem Rad- und Landwirtschaftsweg. Weiter führt die Leitung über einen Erdweg, ehe sie quer durch einen Acker bei der Kläranlage ankommt.

Ganz intensiv beschäftigte sich das Gremium dann mit der Art und Weise der Ausschreibung, die europaweit geschehen muss. Die Frage war auch, ob Nebenangebote zugelassen werden sollten. Dies sei in diesem Fall allerdings kaum möglich, kristallisierte sich während der Diskussion heraus. Denn eigentlich gibt es nur drei Möglichkeiten der Verlegung. Die wenigsten Schäden gebe es beim Einpflügen, informierte Bauleiter Heribert Kuhn. Schonend sei auch das Spülbohrverfahren, das allerdings teurer sei. Bei einer offenen Bauweise durch Baggern werde neben der Baustelle ein rund zehn Meter breiter Streifen für die Ablagerung des Aushubs und eine Fahrspur für Lastwagen benötigt.

Und hier, so Horst Herbert, der Vorsitzende des Zweckverbandes, gebe es mit den Landwirten große Schwierigkeiten. Der Boden würde verdichtet, wodurch es zu längerfristigen Schäden komme. Es müssten Entschädigungen gezahlt werden. Für zehn Kilometer rechne er hier mit 50 000 Euro. Deshalb, so Herbert, tendiere er zum Pflügen beziehungsweise Spülbohren.

Ganz ohne Baggern werde es allerdings auch nicht gehen, so Bauleiter Kuhn. Letztendlich beschloss das Gremium, alle drei Möglichkeiten auszuschreiben. Die Trasse soll je zu einem Drittel gebaggert, gebohrt und gepflügt werden. Wegen der Beachtung des Naturschutzes und der Nähe des Waldes muss der Bau der Druckleitung nach der Vogelbrutzeit im Sommer erfolgen.

Auch die Mess-, Steuer- und Regeltechnik müssen nun ausgeschrieben werden. Hier sollte ein einheitliches System eingebaut werde, weshalb gemeinsam ausgeschrieben werden muss, obwohl mit den beiden Gemeinden und dem Zweckverband drei Auftraggeber beteiligt sind. Auch Nebenangebote werden hier zugelassen, stimmten die Räte diesem Vorschlag zu. Im September soll die gesamte Anlage dann in Betrieb genommen werden.

Für die Fassaden der Betriebsgebäude sowie die Fenster, Türen und Tore mussten die Farben festgelegt werden. Auf Vorschlag von Planer Barthel einigte sich das Gremium auf zwei unterschiedliche Gelbtöne für die Fassaden und auf graue Tore für Türen und Fenster.

Brigitte Pfister

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