Adventlich-besinnliche Träumerei

12.12.2005

Mainpost 12.12.2005

 

Adventlich-besinnliche Träumerei

 

Zeilitzheim Wenn Engel im Advent ein Instrument spielten, dann würden sie die Harfe wählen. Dieses "himmlische" Instrument stand im Mittelpunkt des letzten Konzerts diesen Jahres im Schloss Zeilitzheim. Begleitet und herrlich ergänzt wurde Harfenistin Anne Kox-Schindelin dabei von Hans Winzlmeier auf der Panflöte. Beide boten wahrlich "Träumerische und besinnliche Melodien zur Adventszeit".

 

An die 70 Besucher kamen am dritten Adventswochenende ins Schloss Zeilitzheim, um das letzte Konzert des zu Ende gehenden Jahres im Jagdsaal des barocken Landschlosses zu erleben. Schlossherrin Marina von Halem versprach eingangs ihrer Begrüßung nicht zu viel, als sie für die folgenden gut zwei Stunden einen besonderen Musikgenuss ankündigte. Viele der gespielten Melodien seien bekannt, so von Halem, erhielten aber durch ihre Vertonung mittels Harfe und Panflöte einen besonderen Reiz.

Einstimmung aufs Fest

Und tatsächlich bot das Konzert von Berufsmusikerin Anne Kox-Schindelin aus Zellingen (Harfe) und Hans Winzlmeier aus Rimpar (Panflöte) unter dem Titel "Träumerische und besinnliche Melodien zur Adventszeit" eine besondere musikalische Einstimmung auf das nahende Weihnachtsfest. Die gespielten Musikstücke reichten von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Vom Magdeburger Hofkapellmeister Michael Praetorius (1571-1621) intonierten die Musiker "Der Morgenstern ist aufgegangen", "Ballet" und "Quem pastores laudavere". Nicolas-Charles Bochsas (1789-1856) "Rondo" spielte Kox-Schindelin als Harfen-Solo. Es folgten das bekannte "In dulci jubilo" sowie zwei Stücke von Georg Friedrich Händel (1685-1759), "Chaconne" und "Gavotte". Als weiteres Solo präsentierte die Harfenistin Michail Glinkas (1804-1857) "Thema und Variationen über eine Melodie von Wolfgang Amadeus Mozart". Johann Sebastian Bach (1685-1750) bildete mit "Ich steh' an Deiner Krippen hier" und dem ursprünglich als Choral geschriebenen Kirchenlied "Jesus bleibet meine Freude" den Abschluss des ersten Teils des Konzerts.

Romantik bis zur Gegenwart

Nach der Pause wurden adventliche Musikstücke aus der Romantik bis zur Gegenwart gespielt. Mozarts "Adagio" aus dem Klarinettenkonzert in A-Dur eröffnete den musikalischen Reigen. Vom Komponisten Felix Godefroid (1818-1897) präsentierten Kox-Schindelin und Winzlmeier die "Romance sans paroles" und "La Harpe éolienne". Eine wohl allen Zuhörern bekannte Melodie war das "Largo" aus der "Symphonie aus der neuen Welt" von Antonin Dvorac (1841-1904). Eine Eigenkomposition von Anne Kox-Schindelin, die "Ballade pour Giselle", eine persönliche Hommage der Harfenistin an ihre frühere französische Harfen-Lehrerin, erhielt besonderen Applaus des Publikums.

Zu den bekanntesten Musikstücken des Abends zählte die Ausschnitte aus Nikolai Rimskij-Korsakows (1844-1903) "Scheherezade". Unbekannt war dagegen der von Johannes Schindelin, dem Bruder der Harfenistin komponierte "Nocturne-Walzer". Das letzte Stück des Abends griff in der Musikgeschichte nochmals weit zurück: Giulio Caccinis (1546-1610) "Ave Maria" entstand zu einer Zeit, in der an Stelle des heutigen Schlosses Zeilitzheim noch ein Vorgängerbau stand.

Bravo-Rufe

War bereits der Zwischenapplaus nach jedem einzelnen Musikstück zum Teil lang anhaltend, hallten nach dem letzten Stück mehrere "Bravo"-Rufe durch den Saal und die Musiker erhielten am Ende eines hervorragenden Konzerts minutenlangen Beifall. Es sprach für die harmonische Atmosphäre des Abends, die von Erklärungen und Zwischenbemerkungen der Musiker geprägt wurde, dass das Publikum wie selbstverständlich zwei Zugaben erhielt.

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