Adventsstimmung in der Dorfmitte

08.12.2006

Mainpost 8.12.2006

 

Adventsstimmung in der Dorfmitte

 

GERNACH Zum zehnten Mal veranstaltete der Frauenbund ein Adventskaffeekränzchen. In den neun Jahren zuvor war jeweils eine soziale Einrichtung aus der Region zu Gast und hatte Gelegenheit, ihre Produkte zu verkaufen. In diesem Jahr bot der Frauenbund zum Jubiläum allen sozialen Institutionen, die schon zu Gast waren, die Möglichkeit, bei einem Weihnachtsmarkt mit buntem musikalischen Programm in der Dorfmitte ihre Waren zum Verkauf anzubieten.

 

So waren der Eine Welt-Laden und die Loew'schen Einrichtungen aus Gerolzhofen, der Missionsladen Fairer Handel aus Münsterschwarzach, die Offene Behindertenarbeit und die Lebenshilfe aus Schweinfurt, sowie der Verkaufsstand des Antonia Werr-Zentrums St. Ludwig zu Gast in Gernach. Ein richtiger Marktplatz mit adventlicher Atmosphäre war in der Dorfmitte entstanden.

Die Vorsitzende des Frauenbundes, Gaby Berchtold, freute sich, dass das Wetter mitspielte. So kamen viele Gäste, nicht nur aus Gernach, sondern auch aus den umgebenden Ortschaften und auch von weiter her, und es herrschte reges Treiben auf dem Gernacher Dorfplatz, zumal noch zusätzliche Attraktionen geboten waren: Der Gernacher Kindergarten bot frisch gebackene Waffeln zum Verkauf an, deren Duft verführerisch zum Essen einlud. Der Glühwein, der auf einem Dreibein über dem Offenen Feuer erhitzt wurde, mundete vielen, und auch die Kaffeebar mit ihren selbstgebackenen Kuchen lockte viele Besucher an, so dass man dort zeitweise kaum einen Platz fand.

Gefallen fanden die Gäste auch an den Darbietungen der Parforce-Horn-Bläser aus Schweinfurt, die unter der Leitung von Wolfgang Sturm ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten. Hatte die Gruppe bisher noch keinen Namen, so wollen sie sich ab jetzt "Werntaler Parforce-Horn-Bläser nennen. Außer dem Dirigenten gehören Jochen Bienmüller, Frank Hardt, Manuel Wiegel und Martin Vierengel der Gruppe der Es-Jagdhornbläser an.

Die Einladung von Pfarrer Georg Hartmann zu einer Kirchenführung in die erst vor zwei Jahren renovierte Dorfkirche St. Aegidius wurde von einer respektablen Gruppe von Interessierten gerne angenommen. Der Pfarrer erinnerte daran, dass die Kirche 1787 umgebaut worden war, und der klassizistische Stil "das modernste vom Modernen" gewesen sei. Man habe die besten Künstler von Unterfranken verpflichtet, und unter der Verantwortung von Johann Peter Wagner sei eine echte Kostbarkeit entstanden. Der Kirchenpatron Aegidius und die beiden weiteren Patrone, Wendelin und Urban erinnern daran, dass Viehzucht, aber auch Weinbau in Gernach wichtige Elemente des Lebens gewesen seien. Auch die Mutter Gottes stamme aus der Werkstatt von Johann Peter Wagner, wusste der Ortsgeistliche zu berichten.

Viele Zuhörer fand auch der Kinderchor "Flotte Töne", den Ute Höfer (Gerolzhofen) leitet. Unter musikalischer Begleitung von Rudi Friedl (Gitarre) und Franziska Heck (Querflöte) boten die jüngsten Sängerinnen und Sänger, von denen die meisten aus Unterspiesheim und Gernach kommen, weihnachtliche Lieder dar.

Auch die Gernacher Blasmusikanten spielten unter Leitung von Alfred Glos weihnachtliche Weisen, so dass bei Einbruch der Dämmerung, als die Kerzen und Lichter leuchteten, eine adventliche Stimmung entstand. Schließlich kam der Nikolaus in vollem Ornat mit Mitra und Stab. Er lobte die Gernacherinnen und Gernacher, aber auch die Gäste, dass sie ein Herz für die Notleidenden hätten. Das habe sich gezeigt, indem sie großzügig eingekauft hätten im Bewusstsein, dass der Erlös den Menschen in Not zugute komme.

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