Äußerst schmackhaft und gesund

08.09.2006

Mainpost 8.9.2006

 

Äußerst schmackhaft und gesund

 

KOLITZHEIM Am Sonntag beim Dorfmarkt in Kolitzheim werden die Besucher ihr "blaues Wunder" erleben. Aber nun bitte alles, nur keine Panik. Denn das "blaue Wunder" ist klein, vollkommen ungefährlich und dazu noch äußerst schmackhaft. Die Rede ist von der Zwetschge.

 

Thomas Riehl bricht eine Lanze für die tiefblauen Früchte. "In der Beliebtheitsskala der Tafelfrüchte hierzulande nehmen die Zwetschgen nur den vierten Platz ein - hinter Pfirsich, Aprikose und Nektarine." Zu Unrecht, wie Riehl, Fachberater für Obstbau am Amt für Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, meint: "Zwetschgen schmecken nicht nur gut, sondern sie besitzen auch einen hohen Gesundheitswert."

Zwetschgen-Ausstellung

Riehls Mission ist es daher, die "blauen Wunder" mehr ins Bewusstsein der Verbraucher zu rücken. Deshalb hat er für den Dorfmarkt am Sonntag eine Zwetschgenausstellung organisiert. Rund 20 verschiedene Sorten wird er mit nach Kolitzheim bringen, von denen auch viele probiert werden können. Es könnten sogar noch mehr sein, denn die Sortenvielfalt ist groß. "Insgesamt werden wohl 40 Sorten hier angebaut, aber es geht schon auf das Ende der Saison hin", erklärt Riehl.

Zwetschgen gibt es bereits ab Juli. Die "Ruth Gerstetter" ist die früheste Sorte an der Mainschleife, verrät der Fachberater. Und durch die Vielfalt der Sorten ist ein stetig frisches Angebot bis Anfang Oktober gewährleistet.

Größte Anbaufläche

Unterfranken besitzt mit rund 1400 Hektar die größte Obstanbaufläche in Bayern. Den bedeutendsten Anteil daran haben mit jeweils etwa 400 Hektar die Äpfel und die Zwetschgen. Über die Hälfte der in Bayern erzeugten Zwetschgen, etwa 60 Prozent, stammen aus dem Gebiet rund um die Mainschleife. "Man geht davon aus", so Riehl, "dass etwa 70 Prozent der erzeugten Zwetschgen auf Kuchen verwertet werden." Gerade hier in Franken spiele aber auch die Verwendung für Obstbrände eine große Rolle. Die einzelnen Zwetschgensorten unterscheiden sich hinsichtlich ihres Geschmacks, der Fruchtgröße, der Steinlöslichkeit, der Backfähigkeit und der Haltbarkeit.

Die bekanntesten Zwetschgen in Franken sind laut Riehl die "Bühler Zwetschge", die "Ortenauer" und vor allem die "Fränkische Hauszwetschge", die zum Backen und Brennen sehr gut geeignet ist.

Vitamin-Spender

Die Argumente, die Riehl pro Zwetschge ins Feld führen kann, sind gewichtig. Neben dem natürlichen Fruchtzucker sei besonders der Gehalt an Provitamin A und den Vitaminen B1, B2 und C hervorzuheben. Dank der B-Vitamine gelten die "blauen Wunder" als Nervenstärker und Leistungsförderer. Spurenelemente wie Zink und Eisen wirken nervöser Unruhe, Gereiztheit und Depression entgegen. Der Mineralstoff Kalium hilft beim Entwässern. Die gesundheitsfördernde Wirkung wird durch einen hohen Gehalt an so genannten sekundären Pflanzenstoffen verstärkt. Diese schützen den menschlichen Körper vor zahlreichen Krankheiten und können insbesondere das Krebsrisiko verringern und vor Herzinfarkten schützen.

Gut für die Verdauung

Bereits seit dem Altertum sei bekannt, so Riehl weiter, das Zwetschgen die Verdauung fördern. Und mit nur rund 50 Kilokalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch seien die Früchte zudem gesunde Schlankmacher.

All das, und noch viele weitere Informationen und Rezeptideen rund um die Zwetschge, wird Thomas Riehl am Sonntag bei seiner "Zwetschgenparade" interessierten Besuchern näher bringen. Dann wird er auch erklären, wo der Unterschied zwischen Pflaume und Zwetschge liegt, und woher der wenig schmeichelhafte Ausdruck "Du Pflaume" kommt.

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