Akkustisches Frühlingserwachen im Barockschloss

06.05.2008
Mainpost 06.05.2008

ZEILITZHEIM

Akkustisches Frühlingserwachen im Barockschloss

Vokalensemble „alla Brema“ mit Dirigent Gordon Hamilton begrüßte in Zeilitzheim den Mai

 

Klein aber fein. Eine deutsche Redewendung, die für Qualität bürgt. Ein solches Konzert gab das Vokalensemble „alla Brema“ zum Maianfang im Barockschloss.

 

„Frühlingserwachen“ lautete das Thema, und so starteten die zwölf Sängerinnen und Sänger mit ihrem Dirigenten Gordon Hamilton kraftvoll mit dem Stück „So treiben wir den Winter aus“. Weiter ging es mit einem Kanon, sowie mit der Melodie von Heinz Lau „Drum komme, wem der Mai gefällt“ - arrangiert von Gordon Hamilton. Deutlich merkte man die freudige Aufregung, die in uns hochkommt, wenn der Frühling vor der Tür steht. Auf deutsch, englisch und in lateinischer Sprache – der Chor interpretierte ausdrucksstark ohne Zuhilfenahme jeglicher Instrumente alte deutsche Volkslieder in neuem Gewand.

 

Ebenfalls auf dem Programm standen Kompositionen unter anderem von Anton Bruckner, einem der bekanntesten Symphoniker des 19. Jahrhunderts, und Claude Debussy, dessen „Trois Chansons“ das anspruchsvollste Stück des Abends war.

 

Auch der Einfluss des aus Australien stammenden Dirigenten war spürbar. Gordon Hamilton arbeitete bereits mit dem australischen Komponisten Stephen Leek zusammen, aus dessen Feder die aufgeführten Stücke „Spring“ und „Red Earth“, welches von einem der Wahrzeichen des 5. Kontinents, dem „Ayers Rock“ handelt, stammen.

 

Wunderschön wurde Hamiltons Eigenkomposition „Alleluia“ dargeboten. Das bekannte kirchliche Wort wurde zwar dem Charakter entsprechend besonnen, trotzdem einmal ganz anders präsentiert. Den krönenden Abschluss bildete „Orpheus, with his lute“, ein 2005 von Hamilton vertontes Shakespeare-Gedicht.

 

Die Lieder wurden von einzelnen Chormitgliedern, welche „alla Brema“ zwar als Hobby betreiben, jedoch fast alle ausgebildete Stimmen haben, erklärt.

 

Gordon Hamilton, bereits mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet, strahlt eine intensive, natürliche Herzlichkeit aus. Man merkt ihm die Freude an der Musik, die er auf das Publikum übertragen möchte, sofort an. Er hat während seines mittlerweile dreijährigen Deutschlandaufenthaltes deutsche Volkslieder aufgrund Ihrer Tradition lieben gelernt und findet es sehr schade, dass sie hierzulande kaum noch gesungen werden. So versucht er, das deutsche Liedgut neu zu verpacken. Und es scheint zu funktionieren. Durch sein Bemühen gab es in Zeilitzheim fünf Welturaufführungen. Nach knapp 90 Minuten A Capella Musik und zwei Zugaben beendeten Musiker und Musikliebhaber mit einem gemeinsamen Essen den Abend.

 

Der Chor verbrachte insgesamt fünf Tage in Zeilitzheim. Neben Konzert und Proben blieb den Norddeutschen jedoch genug Zeit, auch an einer traditionellen fränkischen Weinprobe teilzunehmen.

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