Aktionsbündnis übergibt Unterschriftenliste

30.04.2018

Mainpost 30.04.2018

KOLITZHEIM

Aktionsbündnis übergibt Unterschriftenliste

Mehr als 1000 Unterschriften überreichte Kristina Antoni, begleitet von Mitgliedern des Aktionsbündnisses Ganztagsschule, an Bürgermeister Horst Herbert. Das Aktionsbündnis setzt sich dafür ein, dass der Bau eines zentralen Schulhauses für die Gemeinde Kolitzheim realisiert wird. Mit der Unterschriftenaktion wollten die Mitglieder des Bündnisses deutlich machen, dass ihr Wunsch nach der Zentrallösung von der Bevölkerung unterstützt wird.

„Sicherlich ist diese Unterschriftenliste keine Bedarfserhebung. Wir haben aber viel Zustimmung und Ermutigung für diese Initiative erhalten, auch von Bewohnerinnen und Bewohnern der Dörfer, die bei der Zentrallösung von ihrem örtlichen Schulhaus Abschied nehmen müssen, und auch von älteren Bürgerinnen und Bürgern.“ Die Vertreter des Aktionsbündnisses sind der Überzeugung, dass die Offene Ganztagsschule an einem Ort für die Kinder die pädagogisch sinnvollste und beste Lösung ist. Vorrangig sei, so der Wunsch des Aktionsbündnisses, dass durch die Organisation der Offenen Ganztagsschule die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Förderung der Kinder geschaffen werden; die Standortfrage sei zweitrangig.

Konstruktive Gespräche

In Gesprächen mit Gemeinderäten aus Zeilitzheim, Oberspiesheim, Unterspiesheim, Zeilitzheim und Stammheim habe man dargelegt, warum man sich für die zentrale Lösung einsetze. Diese Gespräche seien durchweg sehr konstruktiv verlaufen, berichteten die Mitglieder des Bündnisses, die Gesprächspartner seien offen gewesen für die Argumente, die für die Zentrallösung vorgebracht wurden.
Auch für Bürgermeister Horst Herbert steht fest, dass der Bedarf für die Offene Ganztagsschule gegeben ist, wie er in seiner kurzen Ansprache an die Mitglieder des Aktionsbündnisses feststellte. Er bedankte sich bei den Initiatoren der Initiative für ihr Engagement. Er selbst habe in den Bürgerversammlungen über das Thema Ganztagsschulen informiert; es sei nicht in allen Gemeindeteilen auf gleich großes Interesse gestoßen. Wenn in der Zeitung stand, dass es in der gemeindlichen Öffentlichkeit still um dieses Projekt geworden sei, so sei man doch aktiv gewesen. Naturgemäß sei es nicht möglich und auch nicht sinnvoll, alle Aktivitäten und Gespräche, die stattgefunden hätten, vor der Zeit bekanntzumachen. So habe man Kontakt zu einer Beratungsfirma aufgenommen, um die für die Zuschussgewährung durch die Staatsregierung notwendige Bedarfsplanung auf den Weg zu bringen, es habe Kontakte zur Regierung und zum Schulamt gegeben.

Bedarf für 100 Kinder

Erste Schätzungen der Beratungsfirma gingen davon aus, dass für etwa 50 bis 60 Prozent der Grundschulkinder Ganztagsbetreuung künftig gewünscht werde – das wären etwa 100 Kinder. In Gesprächen mit der Schulleitung und dem Schulamt sei entschieden worden, für das kommende Schuljahr in Zeilitzheim die Offene Ganztagsschule, vor allem für die ersten Klassen anzubieten. Die Gemeinde habe auch Kontakt zu möglichen Anbietern für die Nachmittagsbetreuung aufgenommen: Das Kolping-Bildungswerk und das Haus Marienthal kämen nach jetzigem Stand grundsätzlich dafür in Frage.

Unsicherheitsfaktoren

Allerdings seien noch mehrere Unsicherheitsfaktoren im Spiel: Stichtag für die Klassenbildung ist der erste Schultag des neuen Schuljahrs: Bei zur Zeit 61 Anmeldungen sei es durchaus noch möglich, dass nicht drei, sondern nur zwei erste Klassen gebildet werden können, etwa wenn die Schülerzahl für die ersten Klassen unter 56 Kinder sinkt. Offen sei auch noch, wie viele Eltern ihre Kinder für die Ganztagsbetreuung anmelden; mindestens 14 Kinder müssen für vier Tage pro Woche zur Betreuung verbindlich ganztags angemeldet werden; es ist auch möglich, dass die Belegungen zwischen Kindern geteilt werden, um diese Gesamt-Stundenzahl zu erreichen.
Das Anmeldeformular für die Ganztagsschule ist auf der Homepage der Schule einsehbar, dort sind die Bedingungen für die Teilnahme an diesem Angebot auch genau aufgeführt. Finanziert wird dieses Angebot durch die Staatsregierung; die Gemeinde Kolitzheim zahlt einen Zuschuss in Höhe von 5500 Euro pro Jahr für jede Gruppe, die zustande kommt.

Die Mittagsbetreuung im Kindergarten „An den Linden“ Oberspiesheim ist auch für das kommende Schuljahr schon ausgebucht. Während dafür die Eltern die Kosten übernehmen müssen, ist die Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule für die Eltern kostenfrei; lediglich für das Mittagessen müssen sie zahlen; die Ferienzeiten werden im Kindergarten Oberspiesheim weitgehend abgedeckt, in der Offenen Ganztagsschule müssen die Eltern sich um die Betreuung in den Ferienzeiten selbst kümmern.

Mit konkreten Problemen, die für die Eltern von Schulkindern bestehen – wenn man zum Beispiel zwei Kinder in der Grundschule zu verschiedenen Schulorten bringen muss, oder wenn der Unterricht schon um 11 Uhr endet, man aber in einem festen Arbeitsverhältnis steht, und dann die Abholung der Kinder organisieren muss –, verbanden die Mitglieder des Aktionsbündnisses den Wunsch, die Ganztagsschule an einem zentralen Ort zu bauen: „Damit unsere Kinder gut betreut werden.“

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