All inclusive“ mit Irrwitz und beißender Ironie

07.03.2007

Mainpost 7.3.2007

 

All inclusive“ mit Irrwitz und beißender Ironie

 

UNTERSPIESHEIM (LS) Kabarettist Michl Müller über Politiker

Kein Thema, vor allem kein politisches fehlte beim Auftritt des fränkischen Kabarettisten Michl Müller. Mit Irrwitz und Ironie begeisterte er mit seinem neuen Programm „All inclusive“ den voll besetzten Raum des Gemeindezentrums in Unterspiesheim. Die über zweistündige Vorstellung Michl Müllers führte der Unterspiesheimer Chor Belcanto mit seinem Organisator Rudi Friedl durch.

Michl Müller spöttelte gestenreich über die Politiker und brachte dies immer mit der urfränkischen Eigenart in Verbindung. Dabei sind schräge Verknüpfungen seine absolute Stärke. Angela Merkel, Kurt Beck, Ursula von der Leyen und sein spezieller Freund Edmund Stoiber bekommen tiefsinnig ihr Fett weg und damit füllte er den Saal mit Gelächter.

Sein Vorschlag für die Gesundheitsreform liegt in einer „Gebiss-Tausch-Börse“ und dabei erwähnte er die Attraktivität des Erbens von „Omas Gebiss“.

Mit Witz und tiefsinnigem Hintergrund verband Müller das Comeback von Boxer Axel Schulz mit dem Gammelfleischskandal. Mit seinem Ausspruch „Gammelfleisch im Ring“ wusste jeder Zuschauer, was gemeint war.

Die Flexibilität des Kabarettisten stellte er mit der spontanen Hernahme des örtlichen Chors Belcanto unter Beweis. „Bei den Schwarzen T-Shirts mit den goldenen Buchstaben von den Belcanto-Leuten hab ich erst gedacht, ich bin im Unterspiesheimer Swinger-Club“ erklärte er spitzzüngig dem Publikum.

Der „Dreggsagg“ (sein Markenzeichen) verstand es locker, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Vom „Hey, geh ma ha“ dem fränkisch-afrikanischem WM-Lied über „Stoibers-CSU-Song“, dem Grummbernselod-Reagge bis zum Stimmungsreißer „Urlaub, nur all inclusive“ vermisste man nichts in seinem gesanglichem Repertoire.

Ob Parodie oder Lied, der aus Garitz bei Bad Kissingen stammende Unterfranke das Publikum riss allzeit in seinen spitzzüngigen, ironischen Bann, so dass es Müller nicht schwer fiel, dreimal dem Ruf nach Zugabe nachzukommen.

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