Alternativ-Strom für 2500 Haushalte

10.05.2006

Mainpost 10.5.2006

 

Alternativ-Strom für 2500 Haushalte

 

Oberspiesheim Der erste Spatenstich für die geplante landwirtschaftliche Biogasanlage zur regenerativen Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen in Oberspiesheim ist getan.

 

Alleine im Landkreis Schweinfurt sind mehr als 2900 Hektar Ackerfläche stillgelegt. Damit steht für nachwachsende Rohstoffe, mit denen Biogasanlagen betrieben werden, ausreichend Anbaufläche zur Verfügung.

Die Betreiber der Biogasanlage Oberspiesheim beabsichtigen, eine Strommenge von etwa 7,5 Millionen Kilowattstunden jährlich in das Netz einzuspeisen. Das entspricht etwa der Strommenge, die von 2500 Haushalten im Jahr benötigt wird.

Zusätzlich bietet diese Anlage auch eine Wärmenutzung. Besonderes Augenmerk legt man auf einen möglichst geringen Energieverbrauch und hohe Wirkungsgrade der Anlage. Die Entwässerung der Siloflächen regelt eine umschaltbare Kanalisationseinrichtung. Auch das bedeutet Neuland beim Anlagenbau.

Nach dem heutigen Kenntnisstand wird in Oberspiesheim eine betriebssichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche Anlage stehen, die sich mit Eingrünungsstreifen und der Anpflanzung verschiedener Pflanzenarten in das Landschaftsbild integrieren wird. Gärrückstände kommen wieder als wertvoller Dünger auf landwirtschaftliche Flächen.

Mit der rund vier Millionen teuren Biogasanlage erschließen sich die in das Projekt eingegliederten 28 Landwirte regionale Marktnähe zum Produktionsstandort und schaffen sich mit der Biomasse-Erzeugung für die energetische Verwertung einen Ersatzmarkt.

Die zügige Bearbeitung des Bauantrags, um das Projekt ausreichend mitzufördern, war dem Landratsamt Schweinfurt ein großes Anliegen. Auf den Bau einer Linksabbiegerspur auf der Staatsstraße oberhalb der Anlage konnte man sich mit den Betreibern ebenfalls einigen. Bürgermeister Horst Herbert nannte die entstehende Biogasanlage eine Zukunftsinvestition, an der die Landwirte aus den umliegenden Gemeinden maßgeblich beteiligt sind.

Der Vorstandvorsitzende der Überlandzentrale Lülsfeld, Robert Wächter, betonte, dass sein Unternehmen neuen Energien gegenüber stets aufgeschlossen ist, auch wenn die herkömmliche Stromerzeugung noch unverzichtbar sei. Der geschlossene Kohlendioxid-Kreislauf ersetze immerhin etliche Tonnen Heizöl im Jahr. Nach einer etwa sechsmonatigen Bauzeit wird die Anlage auch im Winter in Betrieb sein.

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