Angst vor Verschandelung des Ortsbilds

04.04.2009

 

Mainpost 4.4.2009
 
KOLITZHEIM
Angst vor Verschandelung des Ortsbilds
Bedenken im Gemeinderat vor großflächiger Photovoltaikanlage im Süden Herlheims
Die Fledering-Schmachtenberger GbR plant in Herlheim eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten. Sie soll im Süden des Dorfes, direkt östlich der Straße nach Brünnstadt, entstehen. In der Gemeinderatssitzung stellte Diplom-Ingenieurin Gudrun Rentsch das Vorhaben vor.
Auf einer Fläche von 2,5 Hektar, die als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist, soll die Anlage mit 500 Kilowatt gebaut werden. Die reine Fläche für die Module wird 1,98 Hektar betragen. Erschlossen wird das Gelände, das außerhalb von Schutzgebieten liegt, über einen bereits vorhandenen Flurweg, so Gudrun Rentsch. Die Einspeisung ins Stromnetz wird direkt in die über dem Grundstück verlaufende Stromleitung oder am nächstgelegenen Transformatorhaus erfolgen. Um das Areal entsteht ein 2 bis 2,5 Meter hoher Zaun, ein fünf Meter breiter Streifen davor wird begrünt. Als Ausgleichsmaßnahme soll auch eine Obstwiese angelegt werden.
Von der Straße bis zum Zaun ist eine 15 Meter breite Zone geplant, auf der eine niedrige Bepflanzung möglich sein wird. Die Fläche werde nur gering versiegelt und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gering gehalten, versprach die Diplom-Ingenieurin. Es sei auch keine Blendwirkung zu erwarten.
In der folgenden Diskussion forderten dann Räte, es müsse sichergestellt werden müsse, dass auch keine Blendung des Straßenverkehrs erfolge. Der Standort gefalle ihm und auch anderen Dorfbewohnern nicht, sagte ein Herlheimer Rat. Mit solchen Anlagen werde der Blick auf die Dörfer verschandelt. Er wisse das, antwortete darauf Bürgermeister Horst Herbert. Das Eigentum sei allerdings ein hohes Schutzgut und jeder könne damit verfahren, wie er wolle.
Änderung der Planung
Ein Vorschlag aus dem Gremium lautete, die Anlage weiter östlich zu bauen, was nicht gehe, wie Antragsteller Norbert Fledering antwortete. Die Module würden auch, anders als in Kolitzheim, maximal 1,85 Meter hoch, so Fledering. Für die Photovoltaikanlage wird nun ein vorhabensbezogener Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan muss geändert werden.
Die nächsten Schritte sind eine Bürgerbeteiligung und die Beteiligung der Fachbehörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange. Die Kosten für das Verfahren übernimmt der Antragsteller. Bei vier Gegenstimmen zeigten sich die Räte mit den Vorhaben einverstanden.
Da sich die Bestattungsgebühren geändert haben, stimmte der Gemeinderat der Gebührensatzung zur Friedhofs- und Bestattungssatzung zu. Grund hierfür ist ein Vertrag mit vier Bestattungsunternehmen, bisher war es eines, die nun, seit 1. April, berechtigt sind, zu gleichen Bedingungen die Aushebung und Schließung der Gräber in den gemeindlichen Friedhöfen vorzunehmen.
Die Kosten für die Grabherstellung betragen für Kinder bis zum 7. Lebensjahr 200 Euro, für Urnen 190 Euro und für Verstorbene ab dem 7. Lebensjahr 400 Euro. Unverändert bleiben die Grabgebühren. Für die Dauer von 25 Jahren sind dies 600 Euro für ein Familiengrab und jeweils 300 Euro für ein Reihengrab und eine Urnengrabstätte. Die Gebühr für die Verlängerung beträgt pro Jahr 24 Euro (Familiengrab), zwölf Euro (Reihengrab) und 30 Euro (Urnengrab).
Für die Bereitstellung einer Grabeinfassung, wie es teilweise üblich ist, beträgt die Gebühr 13 Euro jährlich für ein Familiengrab und zehn Euro für ein Reihengrab. Die Benutzung des Leichenhauses kostet 75 Euro.
In Lindach wurden der Feuerwehrkommandant und sein Stellvertreter wieder gewählt, wofür der Gemeinderat seine Zustimmung gab. Kommandant ist Holger Hellert, Mathias Faulhaber sein Stellvertreter.
Zu den News