Auch Gernach soll in Radwegenetz integriert werden

01.03.2006

Mainpost 1.3.2006

 

Auch Gernach soll in Radwegenetz integriert werden

 

Gernach (es) Erfreut zeigte sich Bürgermeister Horst Herbert über die rege Anteilnahme der Gernacher Bevölkerung an der Bürgerversammlung, werde doch dadurch das Interesse an der Gemeinde deutlich.

Mit 560 Einwohnern zum Jahresende 2005 sei die Einwohnerzahl in Gernach nur geringfügig zurückgegangen. In der Großgemeinde habe die Einwohnerzahl um 72 auf Bürgerinnen und Bürger mit Erstwohnsitz abgenommen. In Gernach wurden seit der Jahrtausendwende nie mehr als drei Kinder pro Jahr geboren. 2005 erblickten aber vier Kinder aus Gernach das Licht der Welt.

Baugelände für Häuslebauer seien in allen acht Gemeinden vorhanden, berichtete der Bürgermeister. Die Erschließung von Baugelände in Gernach und die Fertigstellung des Stauraumkanals, der die Rückstauprobleme in der Gernacher Siedlung löst und die Kläranlage Unterspiesheim entlastet, waren die wichtigsten Baumaßnahmen im Ort.

Was die Radwege anbelangt, so sei geplant, einige Wege aus dem Gemeindebereich in das Radwegenetz des Kreises zu integrieren. Eine gute Lösung sei der Radfahrweg am Gernacher See entlang nach Unterspiesheim: Durch die Schotterung sei er jetzt gut befahrbar. Hinsichtlich der Erstellung eines Radwanderweges von Unterspiesheim über Kolitzheim nach Gaibach und Volkach sei man in Verhandlungen mit der Regierung, sagte Herbert.

Mit der Kataster-Neuerfassung werde voraussichtlich in Gernach begonnen. Pro neu zu setzendem Grenzstein müsste jeder Anrainer acht Euro zahlen.

Erfreut zeigte sich Horst Herbert, dass es gelungen sei, ein Nordic-Walking-Aktivzentrum in die Gemeinde zu holen. Er lobte hier die gute Zusammenarbeit mit dem TSV Gernach und dem Leiter der Laufabteilung, Dieter Dietz.

Nochmals begründete Horst Herbert, warum in den Friedhöfen keine Abfalltonnen mehr aufgestellt würden: Dadurch würden jährlich etwa 4000 Euro gespart. Die Mülltrennung sei dort sehr nachlässig durchgeführt worden und auch Hausmüll dort entsorgt worden.

In der lebhaften, aber sachlichen Diskussion fragte Bruno Back, ob gemeindliche Kindergärten teurer seien als die Kindergärten in freier Trägerschaft. Nach seiner Schätzung würden die Kosten nicht sehr differieren, antwortete Horst Herbert, denn die Gemeinde übernehme für alle Kindergärten, auch die in freier Trägerschaft, die Sachkosten wie Wasser, Strom. Pro Kindergarten entstünden der Gemeinde Kosten von rund 100 000 Euro jährlich.

Nicht so zufrieden mit dem Radweg von Gernach nach Unterspiesheim wie der Bürgermeister zeigte sich Michael Dotzel: eine Teerdecke wäre besser als der geschotterte Weg. Hier führte Horst Herbert die höheren Kosten an. Sie würden etwa 500 000 Euro betragen. Rund 250 000 Euro müsste die Gemeinde aufbringen.

Bernhard Berchtold wünschte sich, dass die Jagdgenossenschaft in die Planungsarbeiten für das Nordic-Walking-Aktivzentrum mit einbezogen werde. Durch die vermehrten Trainingsläufe in den Wäldern werde es für den Jagdpächter zunehmend schwierig zu jagen. Das Jagdgebiet verliere an Attraktivität, sei zu befürchten. Die Genossenschaft sei aber auf die Pacht angewiesen, weil sie sie für die Finanzierung der Instandhaltung der Wege verwende.

Außerdem, so Berchtold, parkten immer wieder Autos so, dass die Wege mit großen landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr passiert werden könnten. Man sei bemüht, diese Konflikte zu lösen, sagte Horst Herbert zu. Ein Lob sprach der Bürgermeister der Jagdgenossenschaft Gernach aus, die sich sehr um den Erhalt der Wege bemühe.

Über manchmal überhöhte Geschwindigkeit der Lastwagenfahrer, die die Zuckerrüben abtransportieren, beklagte sich Bertram Schüll. Gemeinderat Alfred Bumm, Mitglied der Vorstandschaft der Zuckerrübenbauern, bat, ihn zu informieren oder auch einmal die Polizei anzurufen, wenn solche Vorfälle beobachtet werden.

Rainer Schüll als Anlieger an der Kreuzung Schweinfurter Weg-Innerer Graben bemängelte, dass die OVF-Busse an der Kreuzung häufig zu schnell fahren. Bürgermeister Horst Herbert sagte zu, mit der OVF Kontakt aufzunehmen. Es sei auch zu überlegen, wie die Autofahrer dort zum Langsam-Fahren veranlasst werden könnten.

Dass Parken auf den Gehsteigen verboten werden sollte, Schlaglöcher auf dem Weg entlang des Sportplatzes beseitigt sowie die seit drei Jahren angemahnten, aber noch nicht in Angriff genommenen Instandsetzungsarbeiten im Kindergarten durchgeführt werden, waren weitere Themen der Versammlung.

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