Ausbesserungsarbeiten am Rathaus erforderlich

11.02.2009

Mainpost 11.02.2009

 

LINDACH

Ausbesserungsarbeiten am Rathaus erforderlich

 

Bürgerversammlung in Lindach – Bürgermeister sieht nur geringe Chancen für Waldneuordnungsverfahren

Traditionell gut besucht war die Bürgerversammlung im FC-Sportheim. Bürgermeister Horst Herbert ließ das Geschäftsjahr 2008 noch einmal Revue passieren, indem er über Baumaßnahmen, Kindergarten- und Schulsituation, gemeindliche Veranstaltungen, personelle Veränderungen und die Finanzen der Großgemeinde informierte. Neben anderen erfreulichen Zahlen erklärte Herbert, dass die Gemeinde rund 5,1 Millionen Euro an Rücklagen bilden konnte und demzufolge keine neuen Darlehen für laufende Investitionen aufgenommen werden mussten.

Mit einem Gesamtfinanzvolumen von 13,2 Millionen Euro sei die Gemeinde zukunftsorientiert recht gut aufgestellt, so das Gemeindeoberhaupt, und man könne trotz Finanzkrise zuversichtlich den Herausforderungen der Zukunft entgegensehen. Speziell für Lindach sei im Gegensatz zu anderen Gemeindeteilen die Kindergartensituation in den nächsten zwei Jahren noch stabil und nicht so dramatisch anzusehen, was den Rückgang der Kinderzahlen anbelangt, obwohl der Obstbauort nur noch 507 Einwohner habe, elf weniger als im Vorjahr. Auf die Kindergärten allgemein wachse aber der Druck, dass man hier schon bald Kinder unter zwei Jahren aufnehmen müsse, was im personellen und im organisatorischen Bereich sicherlich Veränderungen nach sich ziehen werde.

Inzwischen, so Horst Herbert weiter, wurden die Baumaßnahmen an der Öttershäuser Straße abgeschlossen. Somit ist diese Ortsverbindung wieder gefahrloser befahrbar. Bis Ende April sollen im Friedhof entsprechende Steinfindlinge aufgestellt werden, die der Anbringung von Totentafeln bei Urnenbestattungen dienen. Somit können auch in Lindach in diesem Jahr noch Urnengräber zur Verfügung gestellt werden.

Probleme mit Acrylharz

Die vom Kulturverein Lindach angestoßene Bildstockrestauration geht zurzeit nicht entscheidend voran, weil man von Seiten der Fachleute noch keine technischen Erkenntnisse hat, wie man mit den acrylharzgetränkten Kleindenkmälern restaurationstechnisch umgehen soll. Leider seien fast alle Lindacher Bildstöcke in den achtziger Jahren nach diesem Verfahren behandelt worden, das jetzt Probleme bereitet.

Erfreut zeigte sich Bürgermeister Horst Herbert über die neue Nordic-Walking-Route, die rund um das Obstbaudorf führt und bisher sehr stark von einheimischen und fremden Sportlern frequentiert wurde.

Sobald es die winterlichen Witterungsverhältnisse zulassen, will die Gemeinde am historischen Rathaus mit Ausbesserungsarbeiten beginnen, um dem bereits deutlich sichtbaren Verfall des zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbauten Gebäudes zu begegnen.

Für die Ortsbevölkerung weniger erfreulich war die Nachricht, dass die Gemeinde die Schuttdeponie in der Winterleite bis Mitte des Jahres schließen muss. Zuvor sollen aber hier noch Baumpflanzungsarbeiten und Erdreliefgestaltungen vorgenommen werden. Herbert mutmaßte, dass dann die Öffnungszeiten deutlich eingeschränkt werden müssten, weil kein Bauschutt mehr, sondern nur noch Reisigabfälle angeliefert werden dürfen. Ob es dann vermehrt zu wilden Bauschuttablagerungen in der Natur kommen werde, bleibe abzuwarten.

Im Diskussionsteil der Versammlung regten Jürgen Hellert und Wilfried Seger erneut an, im Waldstück südlich des Ortes, das etwa 16 Hektar Fläche umfasst, in der nächsten Zeit unter der Federführung der Gemeinde eine Waldflurbereinigung durchzuführen. An der relativ kleinen Waldfläche haben nach Aussage der Redner etwa 60 Besitzer Flächenanteile. Außerdem existierten für das Waldstück zwei so genannte Waldkörperschaften und viele Besitzer wüssten nur sehr vage, an welcher Stelle ihre Mini-Waldparzelle zu finden sei. So gehe eigentlich der wertvolle Rohstoff Holz verloren, weil er durch die unklaren Besitzverhältnisse nicht genutzt werden könne.

Bürgermeister Herbert sagte dazu, er habe sich mit der Flurbereinigungsdirektion schon in Verbindung gesetzt und als Antwort bekommen, dass eine Bereinigung derzeit nicht in Frage käme, weil zu viele Besitzer beteiligt seien, die sicherlich nicht auf ihren Anteil verzichten werden, so dass man wohl kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommen könne. Um aber ein Vorwärtskommen in dieser Angelegenheit zu erzielen, schlug Herbert vor, sich in nächster Zeit einmal mit den Eigentümern zusammenzusetzen, um über gangbare Lösungen zu beraten.

 

 

 

 

„Kein Handlungsbedarf“

Jürgen Seger brachte erneut die Gefährdung der Weinbergsbesitzer ins Spiel. Sein Hinweis war, dass auf dem Weinbergsweg , der auch als Zufahrtsstraße für den Reitsportpark Wiederer dient, viel zu schnell gefahren werde und es dadurch für die im Weinberg arbeitenden Winzer schon des Öfteren zu gefährlichen Verkehrssituationen gekommen sei. Seger schlug vor, Verkehrszeichen mit Geschwindigkeitsbegrenzung aufzustellen. Herbert antwortete darauf, dass man hier Verkehrsmessungen durchgeführt habe. Als Ergebnis stellte sich heraus, dass im Schnitt etwa 35 Fahrzeuge pro Tag verkehren, deren Geschwindigkeit durchaus der Verkehrslage angepasst sei. Somit gebe es für die Gemeinde keinen Handlungsbedarf.

Otto Ziegler kritisierte den Preis und die Grundgebühr pro Einheit Frisch- und Abwasser als viel zu hoch im Vergleich zu den Nachbarkommunen. Der Gemeindechef entgegnete, dass jede Gemeindeverwaltung strikt gehalten sei, auf diesem Gebiet kostendeckend zu arbeiten. Bei den Abrechnungen, die die Gemeinde erstelle, kämen auf die Bürger keine weiteren Gebühren mehr zu, was in anderen Kommunen anders sei.

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