Autofreier Sonntag: Flanieren, wo sonst gerast wird

08.05.2018

Mainpost 08.05.2018

 

KREIS SCHWEINFURT

Autofreier Sonntag: Flanieren, wo sonst gerast wird

enießen stand im fränkischen Mainland zwischen Volkach und Grafenrheinfeld/Bergrheinfeld am vergangenen Sonntag zum zwölften Mal auf der Tagesordnung. Ab 9 Uhr morgens bis einschließlich 19 Uhr waren die Straßen entlang des Mains für alles Motorisierte gesperrt.

 

Ein abwechslungsreiches Programm und kulinarische Genüsse am Wegesrand luden zum Verweilen ein. Umrahmt von besten Witterungsverhältnissen lockte die Aussicht auf etwas Leckeres und das Erkunden der sonst so befahrenen Landschaft um Frankens größten Fluss wahre Horden von Radfahrern, Inlineskatern an und auch ein paar vereinzelte Fußgänger waren unter den Genießern zu entdecken.

 

Über 45 Kilometer zog sich der autofreie Kurs, ausgehend von der Stadt Volkach, bis hin in den Schweinfurter Raum mit Abschluss Grafenrheinfeld auf der einen Seite beziehungsweise Bergrheinfeld auf der anderen Seite – und zurück. Die Gestaltung des Kurses war dabei völlig jedem Einzelnen überlassen. Möglichkeiten der Rast und des Einkehrens nach anstrengender Fahrt gab es genug. Elf Orte und das Antonia-Werr-Zentrum im Kloster St. Ludwig boten neben Kulinarischem auch viele andere Dinge – wie einen Schautag mit Pannenservice in Bergrheinfeld, in Grafenrheinfeld wurde über die „Allianz Schweinfurter Mainbogen“ informiert, in St. Ludwig bestand die Möglichkeit, die Gärtnerei zu bewundern sowie an einer Führung durch die heilpädagogisch-therapeutischen Einrichtungen des Antonia-Werr-Zentrums teilzunehmen.

Sonntag, Sonne und endlich mal Ruhe

Im Vordergrund für die Meisten stand jedoch die Ruhe, die ein solcher autofreier Tag bietet. „Wir sind von Sommerach aus gefahren und erfreuen uns neben des schönen Wetters der vielen kleinen Feste am Wegesrand. Es ist kein Fehler, wenn mal keine Autos auf der Straße unterwegs sind. Jetzt machen wir erst einmal eine schöne Pause mit Kaffee und Kuchen, das gehört ja schließlich zu einer guten Fahrradtour irgendwie dazu“, freut sich ein Ehepaar aus dem Würzburger Stadtteil Versbach, das in St. Ludwig gerade die Gärtnerei besichtigt. Auch die Klosterschwestern sehen in diesem Tag vor allem eine Möglichkeit der Besinnung, aber auch von neuen Perspektiven. „Die Leute können sich heute Zeit lassen und dort halten, wo es ihnen gefällt, sich der Umgebung bewusst werden und sich daran erfreuen“, meint Schwester Irmgard. Schwester Edelhilde fügt hinzu: „Durch die Stationen am Weg kann man vor allem auch neue Bereiche und Menschen kennenlernen.“

In Wipfeld an der Mainaue, direkt neben der Fähre, genießt das Ehepaar Karin und Robert Passardus aus Gerolzhofen gerade den Sonnenschein und eine Schorle des bekannten Wipfelder Weins. „Klar kommen wir im nächsten Jahr wieder. Es ist schon etwas wirklich Tolles, wenn man radeln kann, ohne ständig auf den Verkehr achten zu müssen. Wir begegnen hier so vielen unterschiedlichen Leuten mit vielen Facetten.“ Die beiden haben gut gegessen und werden am Ende des Tages zwischen 70 und 80 Kilometer gefahren sein. Die Landschaft, sagen sie, „ist wunderschön“. Für sie ein Grund, warum die Veranstaltung auch so gut angenommen wird. Und: „Der Kurs mit 45 Kilometern ist für jeden eigentlich gut machbar“, meint Robert Passardus, dessen Frau sich darüber freut, dass die Fähren heute kostenlos fahren.

Die Region zeigt sich von ihrer Schokoladenseite

Doch nicht nur für die Genießer selbst, auch für die Region bietet der autofreie Sonntag durchaus Vorteile, vor allem im Imagebereich. „Es ist schon schön, so viele Bekannte hier zu sehen. Allerdings rastete bei uns auch ein Ehepaar aus dem Rheinland, denen es bei uns sehr gut gefiel, die diesen Tag sehr schätzten und wiederkommen wollen“, freut sich einer der Stammheimer Organisatoren Peter Prowald über den Zuspruch aus Nah und Fern. „Das Wetter muss natürlich auch dazu passen, aber es war glaube ich noch nie so einfach wie in diesem Jahr, da laut der Nachrichten in jedem Fall schön gemeldet wurde. Jeder teilnehmende Ort macht das, was er auf die Beine stellen kann, es gibt keine Konkurrenz zwischen den Veranstaltern und wir haben ein wirklich gutes Verhältnis“, so Prowald.

Um 17 Uhr schließlich ließ der Strom der Fahrradfahrer deutlich nach, einige Wenige ließen den Tag noch in Gemütlichkeit auf der Strecke ausklingen, wohlwissend, dass diese bald wieder den Autos gehören würde.

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