Baugebietsplanung im Gemeinderat im Brennpunkt

09.05.2019

Mainpost 09.05.2019

Kolitzheim

Baugebietsplanung im Gemeinderat im Brennpunkt

Die Bauanträge aus Stammheim, Lindach und Gernach waren in der Gemeinderatssitzung schnell abgehandelt. Positiv wurde bei den Vorstellungen der Pläne gewürdigt, dass in einem Fall das Gelände abgeschrägt beibehalten wird und so keine Mauer zur Stützung nötig wird. Ebenfalls anerkennende Worte fand Bürgermeister Horst Herbert für die gelungene Gestaltung des Einfamilienwohnhauses in Lindach auf einem recht stark abfallenden Gelände.

"18. Änderung des Flächennutzungsplanes und Bebauungsplans ´am Ausweg´ mit 9. Änderung des Bebauungsplanes ´östlicher Felsenkeller´ in Kolitzheim - Behandlung der Stellungnahmen aus der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange - Feststellungsbeschluss zur Flächennutzungsplanänderung": So lange wie dieser Tagesordnungspunkt formuliert war, so lange dauerte auch die Vorstellung der Stellungnahmen der Träger der öffentlichen Belange durch Gudrun Rensch vom Architekturbüro arc. Grün aus Kitzingen.

30 Träger öffentlicher Belange waren angefragt worden, elf davon haben keine Stellungnahme abgegeben, was bedeutet, dass sie keine Einwendungen oder Veränderungsvorschläge haben. 19 Institutionen, wie zum Beispiel die Telekom, die Regierung von Unterfranken, das Landratsamt Schweinfurt, gaben Anregungen oder hatten Vorschläge zu Veränderungen und Präzisierungen.

Einwendungen zum Immissionsschutz

Besondere Beachtung fanden die Einwendungen zum Immissionsschutz. Es wurde zu bedenken gegeben, dass die Wohnbebauung für die landwirtschaftliche und kleingewerbliche Nutzung im bestehenden Dorfgebiet zu Einschränkungen führen könnte. Demgegenüber konnte geltend gemacht werden, dass durch die baulichen Gegebenheiten im Altort nicht damit zu rechnen ist, dass zum Beispiel eine größere Tierhaltung dort neu begonnen werden könnte. Die innerörtliche Gebäudenutzung sei stark durch Wohnnutzung geprägt. Und die Geruchsbelästigung, bedingt durch die Fläche für die Abwasserbeseitigung, sei als minimal anzusetzen. Auch die Pumpstation sei eingehaust, sodass keine Lärmbelästigung entstehe. Der für landwirtschaftliche Maschinen vorgesehene Waschplatz werde relativ selten genutzt. Positiv wurde gewürdigt, dass eine ursprünglich als Baugebiet vorgesehene Fläche im Nordwesten von Kolitzheim wieder als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen wird.

So stimmte der Gemeinderat dieser 18. Änderung des Flächennutzungsplans zu, ebenfalls der Änderung des Bebauungsplans.

Anja Hein, ebenfalls vom Architekturbüro arc.Grün, stellte insgesamt vier Varianten für die Erweiterung des Baugebiets "Am Schweinfurter Tor" in Zeilitzheim vor. Das Baugebiet hat eine Fläche von etwa sechs Hektar, je nach gewählter Variante können dort 52 bis 57 Bauplätze realisiert werden. Das Baugebiet wird als "Allgemeines Wohngebiet" geplant. Die Erschließung ist über die Dr.-Valentin Müller-Straße vorgesehen, eventuell soll eine weitere Zufahrtsmöglichkeit über die Straße "An den Gärten" vorgesehen werden.

Verschiedene Varianten

Die Zeilitzheimer Gemeinderäte und auch Bürgermeister Horst Herbert teilten diese Einschätzung. Die Zeilitzheimer Räte Kurt Scheuering, Jonas Redweik und Werner Herbert hatten sich im Vorfeld der Gemeinderatssitzung schon gründlich mit den verschiedenen Varianten beschäftigt und sich für die Variante 1 ausgesprochen. Diese Variante sieht vor: ein Rückhaltebecken am tiefsten Punkt des Geländes und eine großzügige, zentrale Grünfläche, und der Abstand zur Kreisstraße sollte relativ groß sein. Als Vorteile dieser Variante hatte Hein herausgestellt, dass der Grünflächenanteil relativ groß sei und dass die Grundstücksgrößen - im Durchschnitt 720 m² - eine flexible Bebauung ermöglichten.

Nach der Vorstellung der anderen Varianten, die sich durch weniger Grünfläche, geringeren Abstand zur Kreisstraße, größere Straßenflächen und eher schmal geschnittene Grundstücke kennzeichnen lassen, zeichnete sich nach einiger Diskussion die Tendenz ab, dass der Gemeinderat die Variante 1 favorisiert. So war der Beschluss einstimmig, für die weiteren Planungen die Variante 1 zugrunde zu legen.

Einstimmig wurde auch der Beschluss gefasst, das Baugebiet "Mainblick Süd" in Lindach weiter zu verfolgen. Bürgermeister Horst Herbert berichtete, dass man mit dem Bauausschuss verschiedene Alternativen zu diesem Baugebiet in Augenschein genommen habe. Doch das Gespräch mit den Eigentümern der Grundstücke im Baugebiet "Mainblick Süd" habe ergeben, dass etwa 80 Prozent der Eigentümer an diesem Baugebiet festhalten wollen- trotz der hohen Grundstückspreise, die bei etwa 150 Euro pro m² liegen. Nach augenblicklichem Stand könne die Gemeinde damit rechnen, dass sie 80 Prozent der Flächen erwerben könne. Gespräche mit dem Landkreis diesbezüglich seien erfolgreich gewesen. Allerdings müsse für zwei Bauplätze die Mindestgröße von 800 m² ausgewiesen werden aufgrund des Mischgebietes. Der Wermutstropfen bei dieser Entscheidung: Man kann jetzt nicht mehr im vereinfachten Verfahren weitermachen, sondern man muss ganz neu in das Regelverfahren einsteigen. Es müssen auch Ausgleichsflächen ausgewiesen werden.

Der Bürgermeister informierte, dass das Amt für ländliche Entwicklung eine Berechnung fordere, die die Kosten des Abbruchs der alten Schule in Herlheim den Kosten für die Sanierung des Gebäudes gegenüberstellt. Darüber hinaus ist für dieses Gebäude ein Nutzungskonzept zusammen mit den Ortsbürgern zu entwickeln. Er habe das Architekturbüro Gerber, Werneck, damit beauftragt, einen ersten Entwurf für diese Kostenaufstellung zu machen.

 

 

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