Bauland in allen acht Ortsteilen

23.08.2006

Mainpost 23.8.2006

 

Bauland in allen acht Ortsteilen

 

kolitzheim "Auch in Lindach ist die Erschließung des Baugebiets Kapellenweg Süd abgeschlossen. Damit haben wir jetzt in allen acht Ortsteilen genügend Bauplätze zur Verfügung. Der Vorrat dürfte für die nächsten fünf bis zehn Jahre reichen", sagt Bürgermeister Horst nicht ohne Stolz. Dass der Bedarf an Bauland für die nächsten Jahre sichergestellt ist und Familien, wenn sie bauen wollen, in ihrem Wohnort einen Platz in einem Siedlungsgebiet bekommen, dafür investierte die Gemeinde in den vergangenen sechs Jahren etwa 3,5 Millionen Euro.

 

Seit 1996 sind in den acht Ortsteilen der Gemeinde 175 Bauplätze erschlossen worden: 17 in Gernach, 11 in Herlheim, 17 in Kolitzheim, 18 in Lindach, 31 in Oberspiesheim, 23 in Stammheim, 33 in Unterspiesheim und 25 in Zeilitzheim. Von den 175 Bauplätzen waren 135 im Eigentum der Gemeinde, der Rest in privater Hand. Zur Zeit hat die Gemeinde noch 75 frei Plätze: zehn in Gernach, neun in Herlheim, 14 in Kolitzheim, vier in Lindach, fünf in Oberspiesheim, zwölf in Stammheim, acht in Unterspiesheim und 13 in Zeilitzheim.

"Vor allem seit dem Jahr 2000 haben wir kräftig in die Baugebietsentwicklung investiert. Wir wollten zum Einen unserer Bevölkerung günstiges Bauland anbieten, um dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken. Ein zweiter Punkt war, dass die geburtenstärkeren Jahrgänge aus den 80-er Jahren verstärkt nach Bauland fragen", nennt Horst Herbert zwei Gründe. Die Gemeinde verliere pro Jahr etwa 30 bis 40 Einwohner. 30 bis 35 Geburten stehen etwa 60 Sterbefälle gegenüber. Im vergangenen Jahr lag der Einwohnerzahlen-Rückgang, bedingt auch durch die Schließung der Asylbewerberunterkunft in Unterspiesheim durch die Regierung von Unterfranken, bei rund 70 Personen. Zu- und Wegzüge von Einwohnern halten sich seit einigen Jahren die Waage.

Vorteile der Niedrigzins-Phase

Besonders freut den Bürgermeister, dass die Gemeinde bei der Beschaffung von Bauland und bei den erforderlichen Erschließungsarbeiten in den letzten Jahren von der Niedrig-Zinsphase profitierte. So zahle die Gemeinde für eine 1,1-Millionen-Euro-Kreditaufnahme im Jahr 2004 nur 3,31 Prozent Zins und für ein Darlehen in Höhe von 200 000 Euro aus dem Jahr 2003 nur 2,15 Prozent, letzteres allerdings mit steigendem Satz. Im vergangenen Jahr und auch heuer musste die Gemeinde keine Kredite aufnehmen.

Auch die Baufirmen seien in der allgemeinen Flaute auf dem Bausektor zu Konzessionen bereit gewesen, sag Horst Herbert. So kostete die Erschließung des Zeilitzheimer Baugebietes "Am Gerolzhöfer Weg" 2004 bei geschätzten Kosten von 379 000 Euro nur 325 000 Euro. In Unterspiesheim fielen für die Erschließung von 33 Bauplätzen Kosten in Höhe von 626 000 Euro an. Die Kostenschätzung lag bei 737 000 Euro. Und auch in Gernach lag man mit 840 000 Euro Kosten für 17 Bauplätze und einen Stauraumkanal deutlich unter den Kostenansätzen (951 000 Euro), freut sich der Bürgermesiter.

"Wenn man es rückblickend sieht, haben wir genau zum richtigen Zeitpunkt investiert", freut sich Herbert.

Die Preise für Bauplätze der Gemeinde seien seit einigen Jahren konstant. Sie liegen laut Bürgermeister Horst Herbert bei 55 Euro pro Quadratmeter, allerdings nur für Einheimische. Käufer, die nicht in der Gemeinde ihren Wohnsitz haben, müssen statt 20 Euro pro Quadratmeter Bauland einen vom Gemeinderat beschlossenen Aufschlag von 50 Prozent zahlen, also 30 Euro. Die Erschließungskosten sind mit 35 Euro pro Quadratmeter Bauland für alle gleich.

Im Vergleich mit umliegenden Gemeinden seien die Baupreise im Gemeindegebiet, mit Ausnahme von Unterspiesheim, durch die Bank niedrig, sagt Horst Herbert. Und das sei gut so. Denn die Gemeinde habe in erster Linie für Bauwillige aus dem Gemeindebereich investiert und verdiene laut Horst Herbert "keinen Cent am Bauland". Die Gemeinde verrechne lediglich ihre Kosten für den Grundstücks-Kauf und die Erschließung. Erschlossen wurde Bauland in den Ortsteilen in der Regel nur, wenn die Gemeinde mindestens zwei Drittel der Flächen besaß.

Selbstnutzungs-Klausel

Die Spekulation mit Bauland erschwert auch ein Baugebot. Wer einen Bauplatz kauft, muss innerhalb von drei Jahren den Rohbau erstellt haben. Ist das nicht der Fall, hat die Gemeinde das Recht, das Grundstück wieder zurück zu kaufen. Außerdem gibt es eine Selbstnutzungsklausel. Wer ein Wohnhaus baut, muss es mindestens fünf Jahre selbst nutzen bevor er es weiter verkaufen kann. Dasselbe gilt bei Mehrfamilienhäusern für einzelne Wohnungen. Auf diese beiden Auflagen dürfte es wohl in erster Linie zurückzuführen sein, dass in den vergangenen Jahren etwa 90 Prozent der Bauland-Käufer aus dem Gemeindebereich stammten.

"Ich bin froh, dass wir das Kapitel Baulandbeschaffung vorläufig abgeschlossen haben und jetzt über einen ausreichenden Vorrat verfügen", sagt Horst Herbert. Der Bürgermeister freut sich auch, dass nicht nur in den Neubaugebieten gebaut wird, sondern auch die Bautätigkeit in den Altortbereichen "wieder etwas angezogen" hat.

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