Bedenken gegen Anlage erörtert

31.07.2009

Mainpost 31.07.2009

KOLITZHEIM

Bedenken gegen Anlage erörtert

 

Pläne werden erneut im Rathaus ausgelegt

Mit der geplanten Freiland-Fotovoltaikanlage im Süden Herlheims, direkt am Ortseingang, hatte sich der Gemeinderat erneut zu befassen. Östlich der Straße nach Brünnstadt soll hier auf einer Fläche von 2,5 Hektar eine Anlage zur Gewinnung von Sonnenenergie in einer Größenordnung von 500 Kilowatt errichtet werden.

Die Pläne waren nun zur Einsicht für die Öffentlichkeit ausgelegt und es gab keine Stellungnahmen, berichtete Diplom-Ingenieurin Gudrun Rentsch. Auch 22 Behörden und Träger öffentlicher Belange wurden beteiligt, von denen 17 antworteten und Bedenken äußerten oder Anregungen und Hinweise gaben, auf die die Planerin nun einging.

Da bereits Gebäude im Außenbereich des Dorfes vorhanden sind, in die sich die Anlage gut integriert, kann von einer Zersiedelung der Landschaft nicht gesprochen werden und auch die Ansicht des Ortsbildes verändere sich nicht wesentlich, so die Antwort der Planerin auf Bedenken mehrerer Behörden. Außerdem werde die Anlage begrünt und der Zaun auf der Straßenseite sei 15 Meter vom Straßenrand entfernt, erklärte Rentsch in der späteren Diskussion.

 

Da es das Gebiet als Vorrangflächen für die Landwirtschaft ansieht, ist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gegen die Errichtung der Fotovoltaikanlage. Das Amt bezeichnet die Fläche als Gebiet mit sehr günstigen Erzeugungsbedingungen. Dies sei nicht so, sagte die Planerin dazu. Laut der aktuellen Bewertung der Flurbereinigung habe das Areal nur eine mittlere Bodengüte. Eine Zufahrt über einen Flurweg und ein fünf Meter breites, zweiflügeliges Tor sei eingeplant, lautete die Antwort auf einen weiteren Behördenhinweis. Ein eventuell benötigtes Versorgungsgebäude werde eine Grundfläche von 20 Quadratmetern nicht überschreiten, lautete die Auskunft auf eine weitere Forderung. Allerdings sei ein solches Gebäude nicht nötig, da die gewonnene Energie über eine Niederspannungsleitung in eine nahe gelegene Trafostation eingespeist wird, so Rentsch.

Auf eventuelle Bodendenkmale oder Bau- und Kunstdenkmale wird Rücksicht genommen, geht die Planerin auf Bedenken des Landesamtes für Denkmalpflege ein. Noch weitere kleine, teilweise nur formelle Änderungen, wurden von der Diplom-Ingenieurin in den vorhabensbezogenen Bebauungsplan für das Sondergebiet und die Flächennutzungsänderung eingearbeitet. Dem stimmte der Gemeinderat, ebenso wie dem Bauantrag für die Fotovoltaikanlage, mit zwei Gegenstimmen zu. Die Pläne werden nun für die Öffentlichkeit erneut für vier Wochen in der Gemeinde ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange werden ebenfalls erneut beteiligt.

Zum Abschluss dieses Themas berichtete Bürgermeister Horst Herbert zum Stand der anderen geplanten Verfahren für Fotovoltaikanlage im Gemeindegebiet.

Die Pläne für die Vorhaben der Firma Beck Energie in Oberspiesheim und Herlheim liegen seit der vergangenen Woche zur Einsicht für die Öffentlichkeit aus. Die Planungen für die 30 Hektar-Anlage in Herlheim sind noch nicht eingetroffen.

 

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