Beifall für die Ratsentscheidung

24.04.2009

Mainpost  24.04.2009

 

KOLITZHEIM

Beifall für die Ratsentscheidung

Planung für Pfarrjugendheim in Stammheim ohne Abstriche genehmigt

Bereits im Vorjahr beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Planung für das Pfarrjugendheim in Stammheim und sagte auch einen Beitrag zur Finanzierung von maximal 225 000 Euro zu. Zusätzlich sollte die Pfarrei unentgeltlich das alte Pfarrhaus und die daneben stehende Scheune erhalten, die in den Bau mit einbezogen werden, und die beide im Besitz der Gemeinde sind, so der Beschluss. Nun liegt die konkrete Planung und Kostenberechnung vor, die Stefan Ebert als Vertreter der Kirchenstiftung und Architekt Reinhold Jäcklein in der Gemeinderatssitzung vorstellten.

 

Danach soll nach Abbruch der Scheune und des alten Jugendheimes auf einer Fläche von 64 Quadratmetern ein großer Saal mit Bühne, Lager- und Technikraum sowie Behinderten-WC entstehen. Vom Nachbarn wird dafür noch zusätzlich Boden erworben. Vom Saal aus kann man an der Rückseite zu einer Hoffläche gelangen.

Jugendräume unterm Dach

Im alten, denkmalgeschützten Pfarrhaus werden Küche und Vorratsraum untergebracht. Weiter dient das Erdgeschoss des alten Gebäudes als Foyer für den Pfarrsaal und als zweiter Zugang zum Jugendheim. Im Gewölbekeller entstehen Damen- und Herrentoiletten und im Obergeschoss Pfarrbüro, Besprechungsraum und Büro des Gemeindereferenten. Im Dachgeschoss des historischen Hauses erhält die Jugend Räumlichkeiten. Auch Toiletten, darunter eine behindertengerechte, werden hier eingebaut. Damit wird, ebenso wie mit dem barrierefreien Zugang zu den Räumen von der Rückseite her und der Bereitstellung von vier Parkplätzen, eine Bedingung des bayerischen Jugendrings für eine Förderung erfüllt.

Eine weitere Forderung des Jugendrings ist ein sehr ausgeprägtes Gesamtenergiekonzept, durch dessen Verwirklichung die Energiekosten halbiert werden können, so Architekt Reinhold Jäcklein.

Insgesamt werden die Baukosten knapp 1,2 Millionen Euro betragen, sagte Stefan Ebert. Die Kalkulation bei der Vorplanung lag bei 888 000 Euro. Die Diözese wird davon 40 Prozent übernehmen. Im vergangenen Jahr waren 50 Prozent zugesagt. Von der Gemeinde werden 25 Prozent erwartet. Die Pfarrgemeinde wird durch Eigenleistung, Spenden und Darlehen 215 000 Euro aufbringen. Als Zuschüsse sind vom Amt für Ländliche Entwicklung 100 000 Euro, vom Denkmalschutz 5000 Euro und vom Bayerischen Jugendring 50 000 Euro eingeplant.

Er stehe zu dieser Planung und sehe sie als Riesenchance, sagte der erst seit vier Wochen für Stammheim zuständige Pfarrer Andreas Engert. Die zehn Prozent weniger Zuschuss durch die Diözese begründete Engert mit der Finanzkrise.

Den Zuschuss von 50 000 Euro vom Jugendring habe man sich teuer erkauft, sagte zweiter Bürgermeister Martin Mack in der folgenden Diskussion und fragte, ob dieser auch sicher sei. Als Armutszeugnis bezeichnete Mack die Situation, dass die Pfarrpfründestiftung ihr Land an die Kirchenstiftung verkaufe, während die Gemeinde ihren Besitz unentgeltlich abgebe. Stiftungen dürften allgemein kein Vermögen verschenken, sagte hierzu Bürgermeister Horst Herbert und schlug einen Erbbaurechtsvertrag vor, bei dem man jährlich eine geringe Gebühr bezahle. Vielleicht sei auch ein Grundstückstausch möglich, war ein Vorschlag des dritten Bürgermeisters Alfred Bumm.

Franz Eisenhut-Fuchsberger stellte in Frage, ob die Kirchengemeinde sich den hohen Eigenbetrag leisten könne. „Wir sind damit an der Grenze“, gab hier Stefan Ebert zu. Die örtliche Gemeinderätin Monika Ziegler zeigte sich optimistisch. „Ich bin guter Dinge, dass wir dies schultern können“, meinte sie, obwohl auch sie die hohen Kosten als schwer verdaulich bezeichnete.

Kleinerer Bau abgelehnt

Vielleicht wäre es auch möglich, den Baukörper zu reduzieren, um Kosten zu senken, war ein Vorschlag Eisenhut-Fuchsbergers. Dies wurde von verschiedenen Seiten, nicht nur von Stammheimern abgelehnt. Die Auslastung der jetzigen Räume sei sehr groß, so Stefan Ebert. Auch Monika Ziegler ist überzeugt, dass nichts weggenommen werden kann. Allerdings müsse man den Architekten und die Kirchenverwaltung in die Pflicht nehmen, dass es bei den nun kalkulierten Kosten bleibt.

Auch Bürgermeister Horst Herbert bezeichnete sich als Verfechter dieser Lösung. Sein Vorschlag wurde schließlich mit drei Gegenstimmen angenommen. Danach beteiligt sich die Gemeinde mit 25 Prozent an den Kosten, maximal 296 500 Euro. Die Pfarrgemeinde erhält entschädigungsfrei das alte Pfarrhaus und die Gemeindescheune. Bedingung ist, dass die Gemeinde mietfrei uneingeschränktes Belegungsrecht der Räume erhält.

Die zahlreich anwesenden Stammheimer Bürger quittierten diese Entscheidung mit Applaus.

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