Bildstock wieder in neuem Glanz

17.08.2007

Mainpost 17.8.2007

 

GERNACH

Bildstock wieder in neuem Glanz

 

Der Himmel meinte es gut mit der Familie Erna und Lothar Weilhöfer und auch mit den Gernachern und -innen, die zur Segnung des Bildstocks an den Weg zum Ellenhof gekommen waren. Dort, inmitten der freien Natur, hatte man den Altar aufgestellt, um das Fest Maria Himmelfahrt zu feiern und bei der Feier dieses Festes auch den Bildstock zu segnen, den Erna und Lothar Weilhöfer anlässlich ihres goldenen Ehejubiläums im vergangenen Jahr hatten renovieren lassen.

Pfarrer Georg Hartmann dankte dem Spenderpaar für seine Sorge und die Bereitschaft, die Flur mit einem Bildstock zu schmücken. Das Marterle sei ein „Zeichen der Erinnerung, dass überall, bei der Arbeit und in der Freizeit, Gottes Gegenwart uns begleitet, uns tröstet und uns hilft.“. Der Bildstock, so Pfarrer Hartmann, soll daran erinnern, dass Gott es gut mit den Menschen meint - auch in Zeiten der Not. Das verdeutliche das Motiv des Marterle, das Jesus am Ölberg zeigt.

Zeichen des Glaubens

Pfarrer Hartmann machte in seiner Predigt darauf aufmerksam, dass es ein Teil traditionellen katholischen Lebens sei, Zeichen des Glaubens in die alltägliche Umgebung der Arbeit und der Freizeit einzubringen. So ein Zeichen sei auch der Bildstock. Er sei ein Zeichen der Sehnsucht nach Geborgenheit. Das Motiv des Bildstocks deute darauf hin, dass alle zu Gott kommen können, wenn es schwierig wird, wenn es keinen Weg mehr zu geben scheint. Bürgermeister Horst Herbert wies in einem Grußwort darauf hin, dass ein Marterl eine religiöse Bedeutung habe, aber auch ein Ausdruck dörflichen Lebens und dörflicher Kultur sei. Gerade die Fränkische Landschaft lebe auch von den Bildstöcke, die die Menschen aus den verschiedensten Anlässen errichten ließen.

Der Bürgermeister berichtete auch aus der Geschichte dieses Bildstocks. Wer das Marterl gestiftet habe, sei nicht mehr bekannt. Es habe ursprünglich an der Straße von Gernach nach Heidenfeld gestanden, wie ihm Lothar Weilhöfer erzählt habe, etwa 200 Meter entfernt vom Ortsausgang. Als die neue Straße gebaut wurde, sei es versetzt worden.

Wieder aufgefunden

Um 1900, so Herbert, hätten die Vorfahren von Lothar Weilhöfer das Grundstück erworben, auf dem der Bildstock dann stand. In den 70-er Jahren sei er am jetzigen Standort aufgestellt worden. Der Vater von Lothar Weilhöfer habe sich gewünscht, dass das Marterle an diesen Standort käme, auch als Erinnerung an den Ellenhof, der nicht weit von hier entfernt gewesen sei und zu Beginn des letzten Jahrhunderts eingelegt wurde. Lothar Weilhöfer habe seinem Vater diesen Wunsch erfüllt.

Zwischendurch, so der Bürgermeister, sei das Marterl einmal verschwunden gewesen. Aber Lothar Weilhöfer habe es wieder aufgefunden.

Bürgermeister Horst Herbert dankte Erna und Lothar Weilhöfer, dass sie den Bildstock aus Anlass ihres Ehejubiläums renovieren ließen. Es sei ein Beitrag nicht nur zum religiösen, sondern auch kulturellen Leben der Gemeinde.

Der Gottesdienst zur Segnung des renovierten Bildstocks wurde musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Gernach unter Leitung von Tobias Glos.

 

 

 

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