Bindeglied zwischen Kirche und Arbeitswelt

17.03.2009

Mainpost 17.03.2009

GERNACH

Bindeglied zwischen Kirche und Arbeitswelt

 

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Gernach feierte 60-jähriges Bestehen

(es) Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Festakt im Sportheim des TSV feierte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB ) ihr 60jähriges Bestehen. 1949 wurde die KAB als Werkvolk gegründet. Aufgaben des Vereins sind der Einsatz für die Schwachen und Benachteiligten sowie für die Werte des Christentums in der Arbeitswelt. „Die KAB versteht sich als Bindeglied der Kirche hin zur Arbeitswelt“, sagte Vorsitzender Thomas Treutlein.

 

Diözesanpräses Diakon Peter Hartlaub und die Kreisvorsitzende der KAB, Gaby Walter, waren nach Gernach gekommen. Diakon Peter Hartlaub assistierte dem Präses der KAB Gernach, Pfarrer Georg Hartmann, beim Festgottesdienst und hielt die Festpredigt. Zu Beginn des Gottesdienstes hatten Angelina Weis, Thomas Treutlein, Gründungsmitglied Philipp Keil und Günter Müller vier Symbole aus der Welt der KAB am Altar niedergelegt: ein Laptop, ein Kugellager, ein Plakat für den Benefizlauf und ein Kreuz.

Diözesanpräses Peter Hartlaub machte in seiner Predigt deutlich, es sei Aufgabe der KAB, im alltäglichen Leben mit dazu beizutragen, dass die Werte der Menschenwürde umgesetzt würden: So könne man im alltäglichen Leben, am Arbeitsplatz, in der Schule, auf dem Sportplatz fair und hilfsbereit sein, füreinander sorgen, und nicht nur nach seinem eigenen Vorteil schauen. Die KAB habe schon immer für gerechte Löhne und maßvollen Gewinn gekämpft, habe sich dafür eingesetzt, dass der Sonntag Sonntag bleibe und dass ein Sozialsystem geschaffen werde, das würdevolles Leben ermöglicht. Vorsitzender Thomas Treutlein und sein Vertreter, Roman Kempf trugen die Fürbitten vor. Beim anschließenden Festakt im Vereinsheim des TSV Gernach sagte Vorsitzender Thomas Treutlein,die Gründer der KAB hätten schon vor 60 Jahren erkannt, dass der Einsatz für die Schwachen und die am Rande der Gesellschaft stehenden gefordert sei. Auch heute sei es notwendig, sich zu bilden, um die Entwicklungen in Politik und Gesellschaft zu verstehen und qualifiziert Einfluss nehmen zu können. Die KAB Gernach versuche, mit ihren Möglichkeiten dazu einen Beitrag zu leisten. So sei man mit der Entwicklung konfrontiert, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffne. Der Vorsitzende dankte allen, die in den vergangenen 60 Jahren und auch jetzt noch sich für die Ziele der KAB einsetzen. Gemeinderat und TSV-Vorsitzender Dieter Dietz überbrachte namens seines Kollegen im Gemeinderat, Reinhard Heck, Grüße und gute Wünsche der Gemeinde. Gerade beim Dorflauf arbeite man gut und gerne mit der KAB zusammen, sagte er.

KAB-Kreisvorsitzende Gaby Werner wünschte der KAB Gernach Gottes Segen für die kommenden Jahre. Sie sprach ein Kompliment an den Vorsitzenden Thomas Treutlein aus, der eine vorbildliche Home-page für die KAB Gernach gestaltet habe und sie auch aktuell halte.

Ein großes Thema sei die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie: Es sei immer noch so, dass die Hauptarbeit in der Familie an der Frau hänge. So sei es Ziel der KAB dazu beizutragen, dass die Frauen mehr Selbstbewusstsein entwickeln, um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten verändern zu können. Nötig sei es auch für die KAB, andere Wege zu finden, auf die Jugend zuzugehen, um mehr Nachwuchs zu finden.

Die Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes Gernach Gaby Berchtold, überbrachte die Glückwünsche der „kleinen Schwester“ der KAB. Das „K“ für „katholisch“ im ersten Buchstaben ihrer Vereinsnamen zeige die besondere Verbundenheit der beiden Vereine.

Diözesanpräses Peter Hartlaub, Kreisvorsitzende Gaby Werner und Vorsitzender Thomas Treutlein nahmen dann Ehrungen vor.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft (Gründungsmitglieder) wurden geehrt: Philipp Keil, August Mangold, Alois Treutlein, für 50 Jahre Mitgliedschaft Lothar Weilhöfer, für 25 Jahre Mitgliedschaft Ludwig Mohr, Herbert Becker, Valentin Schäfer, Kurt Pohli, Werner Müller, Richard Warmuth und Erwin Räth.

Präses Pfarrer Georg Hartmann lud nach dem Tischgebet zum gemeinsamen Mittagessen ein. Man saß noch lange beisammen, tauschte sich über die Erlebnisse und Erinnerungen aus der vergangenen Zeit aus, machte sich aber auch Gedanken über die Zukunft für die Kinder und Familien. Man war sich einig mit Diözesanpräses Peter Hartlaub, dass „die KAB jetzt gegründet werden müsste, wenn es sie noch nicht gäbe.

 

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