Bizarrer Frostschutz für die Pfirsichblüten

26.03.2020

Mainpost 26.03.2020
Stammheim

Bizarrer Frostschutz für die Pfirsichblüten

Auf den ersten Blick klingt's absurd: Mit künstlich erzeugtem Eis schützen Bauern die Blüten ihrer Obstbäume vorm Kältetod. Wie's funktioniert, zeigt sich gerade jede Nacht.

Zu früher Morgenstunde sind am Dienstag die Äste und Zweige von Obstbäumen zu bizarren Gebilden aus Eis mutiert. Die Obstwiesen im Maintal bei Escherndorf gleichen einer schaurigen Kältekammer. Ist hier die Eiszeit ausgebrochen? Des Rätsels Lösung lautet "Forstbekämpfung mittels Beregnung".
Mit der Erzeugung von Erstarrungswärme versuchen einheimische Obstbauern, ihre früh blühenden Obstbäume vor Väterchen Frost und dem Knockout zu schützen. Auch in den Obstanbaugebieten um Lindach und Stammheim haben Obstbauern eigene Methoden entwickelt, damit nicht schon früh im Jahr die Aussicht auf eine gute Ernte zunichte gemacht wird.
Mit ihrem Pfirsich- und Aprikosengeist sind die Edelobstbrenner und Winzer Manfred und Ursula Dorsch-Römmelt vor einigen Jahren neue Wege gegangen. "Wir wollten etwas anbieten, das es nicht überall gibt. Williams, Zwetschgen und Obstler gibt es ja überall", erzählen die beiden Brenner. Die Pfirsiche und Aprikosen wachsen und gedeihen in einem offenen Obstgarten im Maintal zwischen Astheim und Escherndorf. Aber auch bei Neuses am Berg und bei Neusetz stehen welche.

Da Pfirsich- und Aprikosenbäume früh blühende Obstbäume sind, müssen sie die Tage überstehen, an denen der Nachtfrost ihnen den Garaus bereiten will. Die Römmelts haben, wie andere Obstbauern auch, Strategien entwickelt um die Blüten der Bäume im Frühjahr vor der Zerstörung durch Minustemperaturen zu retten. Die Beregnungsanlage auf der Obstwiese haben Römmelt und sein Sohn Sebastian schon vor geraumer Zeit installiert. Um den Frostzeitpunkt nicht zu verpassen, hat Sebastian eine Warnanlage installiert, die Tag und Nacht bei Frost Alarm schlägt.

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