Blick in die Zeit der Dorf-Läden

27.03.2007

Mainpost 27.3.2007

 

Blick in die Zeit der Dorf-Läden

 

ZEILITZHEIM (NN) Wanderausstellung des Bezirks Unterfranken

Am Donnerstag, 29. März, wird um 17 Uhr im historischen Rathaus in Zeilitzheim die Ausstellung „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein – Warenversorgung in Unterfranken“ eröffnet.

Bis weit in die 1960er Jahre war der „Tante-Emma-Laden“ der Ort, an dem man sich mit allem versorgte, was man so brauchte – von A wie Alleskleber bis Z wie Zwirn. Der Laden befand sich meist gleich um die Ecke und bot jederzeit Gelegenheit zu einem Schwätzchen und zum Austausch von Neuigkeiten. Die neue Wanderausstellung des Bezirks Unterfranken wirft einen Blick zurück in die Zeit der Dorfläden, auf den Alltag der Ladenbesitzer, deren Kunden und deren Waren.

Das Geschäft bestimmte das Familienleben der Ladenbetreiber. Urlaub gab es so gut wie keinen. Auch die Kinder mussten mithelfen. Selbst in kleinen Ortschaften existierten zeitweise zwei, drei oder mehr Lebensmittelgeschäfte. Zur Unterscheidung war es üblich, persönliche Kürzel zu verwenden. Man ging zum „Lenala“, zur „Luis“ oder zur „Försterin“.

Die meisten Produkte wurden lose verkauft. Heringe, Gewürzgurken und Sauerkraut gab es aus dickleibigen Fässern, der Eimer mit Sirup stand neben dem Senftopf; Brühwürfel gab es stückweise aus Blechdosen. Als in den 1950er Jahren die ersten Supermärkte, Discounter und Verbrauchermärkte auftauchten, begann das allmähliche Sterben der Tante-Emma-Läden. Geblieben ist die Erinnerung an ein Stück Romantik.

Die Ausstellung ist geöffnet am Samstag, 31. März, von 13 bis 16 Uhr, am Sonntag, 1. April, von 13 bis 17 Uhr sowie am Sonntag, 15. April, von 13 bis 17 Uhr. Ansprechpartner: Bürgerbüro der Gemeinde Kolitzheim, (09385) 971013.

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