Bluthochdruck aus der Sicht von Ayurveda

26.10.2018

Mainpost 26.10.2018

Gernach

Bluthochdruck aus der Sicht von Ayurveda

Auf Einladung der Volkshochschule Gerolzhofen und des Frauenbundes Gernach referierte die Ayurveda-Therapeutin Gudrun Reinwald über die Ayurvedische Sicht des Bluthochdrucks. Zunächst machte sie die Teilnehmerinnen kurz bekannt mit Ayurveda: Ayurveda ist eine der ältesten Heilkunden. Ihr Ziel ist es, ausgehend von den drei Konstitutionstypen, die Ayurveda kennt, Hilfen zur Vorbeugung von Krankheiten anzubieten, und beim Vorliegen einer Erkrankung gezielte,ganzheitliche Therapien zu entwickeln. Ein weiteres Ziel von Ayurveda: Hilfen anzubieten, das Alltagsleben so zu gestalten, dass man möglichst lange gut leben kann.

Bezogen auf den Blutdruck informierte sie, dass das Herz pro Minute etwa fünf Liter Blut durch die Adern pumpt. Gesund und Normal sei ein Blutdruck von Maximal 139/ 89. Ein Drittel der deutschen Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 79 Jahren leide unter Bluthochdruck. Jeder zweite, der unter Bluthochdruck leidet, weiß nichts davon; aber selbst wenn der Bluthochdruck bekannt ist, lassen sich nur etwa 50 % behandeln. Stress, erhöhter Alkohol- und Tabakkonsum, Übergewicht, salzreiches Essen und Bewegungsmangel erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich erhöhter Blutdruck einstellt. Regelmäßiger Sport, Verringerung des Alkohol- und Tabakkonsums, Abnehmen und Verringerung von Stressfaktoren tragen dazu bei, erhöhten Blutdruck zu senken, oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Wenn der Blutdruck sehr hoch ist, führt kein Weg an einer medikamentösen Behandlung vorbei, so Gudrun Reinwald. Ayurveda biete aber viele Möglichkeiten, durch entsprechende Ernährung, ayurvedische Tagesgestaltung und Verhaltensänderungen erhöhtem Blutdruck entgegenzuwirken, ohne dass eine medikamentöse Behandlung nötig ist.

Ayurveda versteht sich als "Lehre vom Verständnis der Naturgesetze". Alles besteht nach der Anschauung des Ayurveda aus den fünf Elementen Feuer, Wasser, Luft, Erde, Raum. Die drei Grundtypen, denen die Menschen zugeordnet werden können, sind gekennzeichnet durch die unterschiedliche Zuordnung dieser fünf Elemente: Beim Typ "Vata" herrschen Raum und Luft vor, beim Typ "Pitta" ist das Element "Feuer" bestimmend, dem Typ "Kapha" sind die Elemente Erde und Wasser zugeordnet. Natürlich bestehen diese Typen nicht in "Reinform", sondern sind immer in Kombination vorhanden.

Der Kapha-Typ ist gekennzeichnet durch Stabilität und Ausgeglichenheit. "Pitta-Menschen verfügen über einen scharfen Verstand, lieben die Herausforderung, sind "feurig", temperamentvoll. Frauen und Männer des Vata-Typs sind feingliedrig, sensibel, immer in Bewegung. Wenn sich Vata, Pitta und Kapha in einem harmonischen Gleichgewicht befinden fühlt man sich wohl. Es gilt durch entsprechende Ernährung, durch regelmäßige Gestaltung des Tagesablaufs dafür zu sorgen, dass dieses Gleichgewicht erhalten bleibt, oder durch gezielte therapeutische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass dieses Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Der Bluthochdruck hat je nach Typzuordnung - Vata - Kapha - Pitta unterschiedliche Ausprägung. So hat der Kapha-Typ eher gleichmäßig hohen Blutdruck mit wenig Schwankungen, während beim Pitta-Typ eher mit unterschiedlichen Blutdrucksituationen - je nach Tageszeit oder seelischer Befindlichkeit zu rechnen ist.

Durch gezielte, typgerechte Ernährung kann man dazu beitragen, den Blutdruck zu senken. Mit einer Fülle von Beispielen und auch konkreten Ernährungsempfehlungen gab die Referentin den Teilnehmerinnen viele Anregungen mit auf den Weg, gesund zu leben - nicht nur mit Blick auf den Bluthochdruck. Eine konkrete Empfehlung: drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen, oder zwischen 22.00 Uhr und 23. 00 Uhr schlafen zu gehen, nicht erst nach Mitternacht. Die Massage der Nase mit Öl könne helfen, die Abwehr gegen Erkältungskrankheiten zu stärken - und sich selbst in Ruhe mit Öl zu massieren trage sehr dazu bei, Stress zu reduzieren und zu sich selbst zu kommen.

 

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