Das variable Siebenergeheimnis

14.04.2007

mainpost 14.4.2007

 

GERNACH/HEIDENFELD

Das variable Siebenergeheimnis

 

Zusammen mit Bürgermeister Horst Herbert aus Kolitzheim und 2. Bürgermeister Richard Ganzinger begingen die Siebener aus Gernach und Heidenfeld die gemeinsame Gemarkungsgrenze. Die letzte Begehungen dieser Art hatten 1994, 1974 und 1979 stattgefunden.

Dabei werden die Grenzsteine, die die Grenzen zwischen den Gemeindegebieten markieren, aufgesucht und anhand der vorhandenen Pläne kontrolliert. Es kommt immer wieder vor, dass Steine nicht mehr sichtbar oder nicht mehr vorhanden sind.

Durch den Einsatz der Großgeräte in der Landwirtschaft kann es auch immer wieder passieren, dass Steine verschwinden oder zugedeckt werden, ohne dass böse Absicht dahintersteckt.

Der diesjährige Grenzgang begann am „Dreiländereck“, der Gemarkungsgrenze zwischen Hirschfeld, Gernach und Heidenfeld im Flurteil „Bebern“. Im Flurteil „Am Bebergraben“ sind im Lauf der vergangenen Jahre Unklarheiten im Grenzbereich entstanden, die die Siebener der beiden Gemeinden noch klären müssen. Erleichternd bei dieser Klärung ist das genaue Kartenmaterial, das durch die neuere Technik in der Vermessung zur Verfügung steht.

Die Grenze der Gemarkungen von Gernach und Heidenfeld erstreckt sich vom Norden Gernachs bis hin zur Gemarkungsgrenze von Unterspiesheim. Ähnlich lange sind die gemeinsamen Grenzen der Fluren von Kolitzheim und Unterspiesheim. Mit Hirschfeld und Lindach sind nur kürzere Grenzgänge nötig, da die gemeinsamen Grenzen sehr viel kürzer sind.

Lothar Weilhöfer, seit 26 Jahren Obmann der Gernacher Siebener, weiß zur Geschichte der Grenzveränderungen von Heidenfeld und Gernach zu berichten, dass die Gemarkung von Heidenfeld früher bis fast an die Straße von Gernach nach Unterspiesheim verlief, und die Flur von Gernach in Richtung Heidenfeld weit hinausreichte. Durch Flächentausch habe man das Gernacher Gebiet abgerundet.

Weilhöfer machte auch darauf aufmerksam, dass die Gemarkungsgrenzen nichts mit den Eigentumsverhältnissen zu tun haben: wenn Gemarkungsgrenzen geändert werden, bleiben die Besitzverhältnisse davon unberührt. Im nächsten Jahr kann Lothar Weilhöfer seine vierzigjährige Mitgliedschaft bei den Siebenern feiern.

Die Siebener in Gernach sind: Kurt Pohli, Ludwig Mohr, Bernhard Berchtold, Bruno Back, Siegbert Berchtold.

Das Siebenergeheimnis, berichtet der Gernacher Siebener-Obmann weiter, sei in jeder Ortschaft unterschiedlich, und es werde im Kreis der Siebener jeweils an den neu Aufgenommenen weitergegeben. Im Landkreis Schweinfurt gibt es bisher nur eine Frau in diesem Amt.

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