Dauerthema „Fehlendes Baugebiet in Lindach“

19.02.2020

Mainpost 18.02.2020

Lindach     Bürgerversammlung

Dauerthema „Fehlendes Baugebiet in Lindach“

Von den 532 Lindacher Einwohnern konnte Bürgermeister Horst Herbert so einige mehr als ein Fünftel im Saalbau des Gasthofes „Zum Löwen“ zur Bürgerversammlung begrüßen. Das Gemeindeoberhaupt setzte die Schwerpunktthemen Bauentwicklung, Bildungseinrichtungen, Breitband- und Mobilfunkausbau, Landwirtschaft und Umwelt, Feuerwehrwesen, Finanzen und Ärztliche Versorgung. 

Bei der sich anschließenden Diskussionsrunde ging es im Wesentlichen um ortsspezifische Themen, die teilweise lebhafte, auch kontroverse Diskussionen nach sich zogen. Hauptdiskussionspunkt war das immer noch fehlende Baugebiet, das am Westrand des Dorfes entstehen soll. Ein Dauerthema, weil es in vorhergehenden Bürgerversammlungen schon zu Diskussionen geführt hatte.

Baubeginn im Frühjahr 2021?

Für die zahlreich erschienen jungen Leute war die dringlichste Frage, wann endlich auf dem geplanten Areal das erste Wohnhaus stehen wird. Nach Einschätzung des Bürgermeisters könne dies im Frühjahr 2021 der Fall sein. Diese Aussage machte er allerdings von zwei Faktoren abhängig: Dass an dem gegenwärtig zur öffentlichen Einsichtnahme aufliegenden Bebauungsplan keine Einwände mehr seitens der Grundstücksbesitzer kämen, und, dass es der Gemeinde gelänge, zumindest den größten Teil  der 13 Grundstücksflächen käuflich zu erwerben.

Die Kommune rücke keinesfalls von ihrer Forderung ab, mindestens 60 Prozent der Fläche in ihren Besitz zu bekommen. Bisher sind es erst 50 Prozent, so Herbert. Sollte das nicht gelingen, wäre damit zu rechnen, dass es dann wahrscheinlich Besitzer gäbe, die den Bauplatz nur als Geldanlage sähen, insofern ihre Grundstücke dann nicht bebauten und somit unerwünschte Baulücken entstünden, wie das andernorts, auch in Lindach,  geschah. Beispiele sind augenscheinlich vorhanden, wo die Gemeinde kein Recht habe, hier eine Änderung zu bewirken.

Preise bis zu 150 Euro

Sollte das gemeindliche Ziel nicht erreicht werden können, käme es dann zu einem Umlegungsverfahren, das weitere Verzögerungen hinsichtlich der Baugebietserschließung nach sich zöge. Eine weitere Frage zu diesem Thema bezog sich auf die Kosten. Herbert bezifferte den Quadratmeterpreis, der sich aus Grunderwerbs-, Erschließungs- und Umlegungskosten errechnet, mit etwa 130 bis 150 Euro, was für Lindach als zu hoch empfunden wird.

Die Diskussionen zu diesem Tagesordnungspunkt kann man so zusammenfassen: Den bauwilligen, jungen Leuten dauert das Genehmigungs- und Erschließungsverfahren insgesamt viel zu lang, wie sie auch zum Ausdruck brachten.

Weitere Diskussionspunkte waren: die Waldbereinigung. Da konnte von Herbert grünes Licht gegeben werden, weil die Voraussetzungen nun stimmig seien und die Haupthindernisse aus dem Weg geräumt werden konnten. Dieses Projekt könne sofort beginnen.

Enge Durchgangsstraße

Ferner bezog sich eine Wortmeldung auf die teilweise enge und kurvige West-Ost-Durchgangsstraße. Hier würde viel zu schnell gefahren und die hier ständig falsch parkenden Autos seien eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, besonders für Fußgänger, weil die Gehsteige zugeparkt würden. Herbert will sich diesbezüglich mit der Polizei in Verbindung setzen, damit Ab-hilfe geschaffen wird.

Weiter wurde eine fehlende Busverbindung nach Volkach beklagt, die vor allem ältere Leute für einen Arztbesuch oder für eine Einkaufsfahrt nutzen könnten. Herbert sah hier seitens der Gemeinde keine Möglichkeit einzugreifen. Weitere Forderungen an die Gemeinde waren, einen behindertengerechten Eingang am historischen Rathaus zu installieren und notwendige Ausbesserungen an verschiedenen Stellen der Ortsstraßen vorzunehmen. Der Bürgermeister wird den Bauausschuss mit der Angelegenheit beauftragen, um nach Lösungen zu suchen.

Dem Wunsch der Feuerwehr, im Gerätehaus eine WC-Anlage und eine Heizung zu installieren, wurde entsprochen, wenn diese Maßnahmen in Eigenleistungen gemacht würden. Für die Materialkosten wird die Gemeinde aufkommen. Dagegen wurde der Wunsch, einen Radweg nach Kolitzheim zu bauen, vorerst abgelehnt, mit der Begründung, dass jetzt erst einmal andere Investitionen, wie beispielsweise der Schulhausneubau, Vorrang hätten.

Zu den News