Den Mächtigen auf die Füße treten

05.04.2007

Mainpost 5.4.2007

 

UNTER-/OBERSPIESHEIM (ES)

Den Mächtigen auf die Füße treten

 

Im gut besetzten DJK-Sportheim in Unterspiesheim feierte der VdK Unterspiesheim-Oberspiesheim-Gernach 60-jähriges Bestehen. Viel zur festlichen Atmosphäre trug die Singgemeinschaft Unterspiesheim-Oberspiesheim-Gernach unter Leitung von Ute Höfner bei.

 

 

In seinem Grußwort hob der Schirmherr des Jubiläums, Bürgermeister Horst Herbert die Verdienste des VdK insgesamt hervor, besonders aber den Einsatz des VdK Unterspiesheim-Oberspiesheim und Gernach. „Der VdK ist das Sprachrohr der Schwachen, Kranken, Ärmeren“, bescheinigte er den Mitgliedern und der Vorstandschaft des VdK.

Der Interessenverband habe in vielerlei Hinsicht Einfluss genommen auf die Gesetzgebung, auch die bei der Jubiläumsfeier ausliegende Unterschriftenliste zur Senkung der Mehrwehrtsteuer bei Arzneimitteln sei Beleg dafür. Das „zweite Standbein“ des VdK sei, dass er, gerade auf örtlicher Ebene, bürgernah persönliche Beratung anbiete. Besonders gut treffe es sich, dass der Ortsvorsitzende des VdK, Manfred Mainhardt, gleichzeitig Geschäftsführer des Kreisverbandes sei. Damit sei die Gewähr für hohe Sachkompetenz bei der Beratung in besonderer Weise gegeben. Der Bürgermeister hob auch die Verwurzelung des VdK in den örtlichen politischen Strukturen hervor. Horst Herbert überreichte ein Geschenk der Gemeinde, und wünschte für die Zukunft weiter erfolgreiche Arbeit.

Für viele Probleme zuständig

Pfarrer Georg Hartmann begann sein Grußwort mit der Feststellung, dass der VdK für so viele Probleme zuständig sei, und in unserer Gesellschaft der Eindruck entstehe, dass auch berechtigte Wünsche nur dann erfüllt werden, wenn man sie nachdrücklich geltend macht. Sonst würden sie übersehen. „Ein Verband wie der VdK muss den Mächtigen auf die Füße treten“, stellte der Seelsorger fest.

Landtagsabgeordneter Dr. Otto Hünnerkopf erinnerte an die Gründungszeit des VdK in der Nachkriegszeit. Heute gebe es wie damals, auch Benachteiligte, Pflegebedürftige, Rentner, die Unterstützung brauchen. Diese Unterstützung biete der VdK schon über viele Jahre. Dabei sei man auf den Gedankenaustausch mit den Bürgern angewiesen auch mit dem VdK.

Hermann Ebner von der Raiffeisen-Volksbank Gerolzhofen-Unterspiesheim überbrachte die Grüße des örtlichen Geldinstituts. Er betonte, dass die Raiffeisenbank sich zum Ort zugehörig fühle, und er deshalb gerne gekommen sei. 60 Jahre Einsatz für die Allgemeinheit verdiene Anerkennung und Lob. Für die Zukunft wünschte er dem VdK alles Gute und überreichte einen Geldbetrag.

Geburtstagsgeschenke

Betty Scheuring sprach für die örtlichen Vereine von Unterspiesheim, Oberspiesheim und Gernach. Sie überbrachte die guten Wünsche all der Vereine, in deren Auftrag sie sprach, verbunden mit einer ganzen Anzahl von Umschlägen mit Glückwünschen und Geldspenden für den VdK.

Erhard Scholl überbrachte die Glückwünsche der Kommunikationsinitiative Komm-In. Er hatte kein Geschenk mit gebracht, sondern einen Wunsch: dass die Mitglieder des VdK mit den Kindern und Jugendlichen, ihren Enkeln sprechen sollten über das Schlimme, das sie im Krieg erlebt hätten, damit das Leid und die inneren und äußeren Verletzungen, die Menschen damals erlitten hätten, nicht in Vergessenheit gerieten.

Schriftführer Erwin Ullrich ließ dann die 60 Jahre Geschichte des VdK noch einmal lebendig werden: Aus seinem Bericht wurde deutlich, wie viele Personen für den VdK Unterspiesheim-Oberspiesheim-Gernach sich eingesetzt haben, wie viele Frauen und Männer über lange Zeit Ämter wie Vorsitzender, Kassier, Betreuerin innehatten, und wie viele Mühe und Kraft es gekostet hat, den Verein über die 60 Jahre seines Bestehens zu führen.

Die Festansprache zum Thema „60 Jahre Sozialverband VdK Bayern hielt der Kreisvorsitzende des VdK, Horst Stebani. Eindrucksvoll stellte er dar, wie aus kleinen bayerischen Anfängen unter zum Teil abenteuerlichen Bedingungen Karl Weißhäupl und Hans Huber mit der Unterstützung der Flüchtlinge, Verwundeten, Waisen und Witwen begannen.

„Der VdK ist das Sprachrohr der Schwachen, Kranken, Ärmeren“

Horst Herbert Bürgermeister

Als einziges noch lebendes Gründungsmitglied wurde Richard Bürger für 60 Jahre Mitgliedschaft im VdK geehrt. Er war selbst schwer verwundet aus dem Krieg zurückgekehrt, was ihn jedoch nicht hinderte, sondern eher antrieb, sich in vielfältiger Weise in seinem Heimatort zu engagieren. Im VdK war er einige Jahre 2. Vorsitzender, und in vielfältiger Weise auch sonst aktiv. Das eigene erlittene Leid war ihm Motivation, anderen zu helfen.

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