Die Bürger hatten viele Fragen

21.01.2019

Mainpost 21.01.2019

Gernach  Bürgerversammlung

Die Bürger hatten viele Fragen

Fast voll besetzt war das TSV-Sportheim bei der Bürgerversammlung in Gernach.  Bürgermeister Horst Herbert gab einen Überblick über die Situation der Gemeinde. In Gernach sind 508 Personen mit Hauptwohnsitz gemeldet, vier weniger als 2018.

In Gernach sei man in Verhandlungen mit Grundstückseignern, um ein neues Baugebiet erschließen zu können.  Mit Blick auf die Hochwasservorkommnisse führte der Bürgermeister aus, dass in Gernach ein Stauraumkanal vorhanden sei. Der habe die Funktion, das Regenwasser vom Schmutzwasser zu trennen und bei großen Regenfällen eine große Wassermenge aufzunehmen und sie dann allmählich abzugeben. Man habe für rund 200 000 Euro eine neue Drossel zur Wasserregulierung eingebaut. Mit der Außenrenovierung der St. Aegidius-Kirche soll in diesem Jahr begonnen werden. 

Edwin Pohli fragte, wo die neue Schule gebaut werde. Antwort: Entweder in Unterspiesheim (Abriss des Schulgebäudes und Neubau), oder Kolitzheim oder Herlheim, wo man das bestehende Schulgebäude für die Mittagsbetreuung nutzen könnte.

Zum Thema Naturschutz habe man wohl versäumt, genauer darüber zu informieren. Im Rahmen der Flurbereinigungen sei viel geschehen: So werde an jedem Graben und Gewässer als Gewässerschutz ein Pufferstreifen angelegt, man sorge auch dafür, dass die bodenbrütenden Vogelarten gute Lebensbedingungen finden. In jedem neuen Baugebiet würde etwa ein Drittel der Fläche für Grünflächen vorgesehen, Gewässer seien renaturiert worden.

Warum die Büsche "Am Graben" so stark geschnitten wurden, wollte Andrea Heck wissen. Der darunterliegende Kanal müsse erneuert werden, daher diese Maßnahme, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Er beobachte immer wieder Raser auf dem Weg von Gernach nach Lindach, berichtete Bernhard Berchtold. Er habe sich mit diesem Problem an die Polizei gewandt, aber noch keine Antwort bekommen, so Horst Herbert.

Neu war für den Bürgermeister die Information, dass an dieser Straße in Lindach am Sportplatz,  Richtung Gernach ein Verkehrsschild mit 30 Kilometer-Begrenzung stehe. Aus der Versammlung wurde berichtet, dass es auch in Gernach, Richtung Lindach, ein solches Schild gab. Unklar blieb, warum es nicht mehr steht.

Vor allem der geteerte Weg Richtung Ellenhof weise Risse auf, informierte Bernhard Berchtold. Etwa 300 Meter gehören der Gemeinde Kolitzheim, der Rest der Gemeinde Röthlein. Der Bürgermeister versprach, eine Lösung zusammen mit der Jagdgenossenschaft zu suchen. Einen gemeinsamen Plan für das Mulchen der Gräben in der Flur werde man in Zusammenarbeit von Jagdgenossenschaft und Bauhof erstellen, stellte Horst Herbert in Aussicht. 50 Prozent der Kosten für die Pflege der Flurwege werde nämlich von der Jagdgenossenschaft getragen, genau so viel, wie von der Gemeinde, informierte der Bürgermeister.

Der Weg im Westen Gernachs, entlang am Sportplatz, weise viele Schlaglöcher auf, so Michael Fuchsberger. Man werde die Schlaglöcher ausbessern, aber diesen Weg nicht mit einer Teerdecke versehen, damit er nicht zu einer weiteren Rennstrecke werde, so Horst Herbert. Dem Vorschlag von Thomas Treutlein, auf die Auswechslung der Wasserzähler alle sechs Jahre zu verzichten, hielt das Gemeindeoberhaupt entgegen, dass das Bundesgesetz sei.

Erhard Scholl, Vorsitzender des Johannisvereins Gernach, informierte über das erste Treffen der Nachbarschaftshilfe Gernach. 14  Frauen und Männer haben ihre Bereitschaft erklärt,  ehrenamtlich mitzuhelfen. Es wird eine gemeinsame Trägerschaft von Johannisverein und Kirchenverwaltung St. Aegidius, Gernach angestrebt. Drei Personen haben Unterstützungsbedarf angemeldet. Scholl ermutigte, die Unterstützungsangebote der Nachbarschaftshilfe zu testen.

Die aus seiner Sicht unangemessene Höhe mancher Grundstückseinzäunungen bemängelte Walter Endres. Nach seiner Kenntnis gebe es Vorgaben über die zulässige Höhe der Einzäunungen im jeweiligen Bebauungsplan. Horst Herbert bestätigte dies, merkte jedoch an, dass die meisten überhöhten Einzäunungen nicht genehmigt seien, es werde noch nicht einmal nachgefragt. Seitens der Gemeinde sei es schwierig, dagegen vorzugehen, mit diese Erfahrung stehe Kolitzheim nicht allein. Wirkungsvoller sei, wenn Nachbarn sich dagegen wenden.

Die Barrierefreiheit im Rathaus von Kolitzheim sei nicht gegeben, monierte Konrad Dotterweich. Man habe dieses Problem im Blick, aber habe noch keine sinnvolle Lösung gefunden, so die Antwort des Bürgermeisters.

Für Heiterkeit sorgte die Reminiszenz von Bruno Back an die Zeit kurz nach 1900, als in Gernach neue Glocken angeschafft wurden. Das steht jetzt auch wieder an. Damals hätten der Pfarrer und der Bürgermeister je zur Hälfte eine Glocke bezahlt. Pfarrer Amrehn habe sich bereit erklärt, einen ansehnlichen Betrag für eine neue Glocke zu stiften - ob er, der Bürgermeister nicht die andere Hälfte übernehmen wolle? Damals sei der Bürgermeister nur Bürgermeister von Gernach gewesen, gab das Gemeindeoberhaupt zur Antwort, er sei aber für acht Ortschaften zuständig. Er werde darüber nachdenken.

Die Dachrinne an der Halle im KOMM-IN-Gelände müsse erneuert werden, sagte Siegfried Heck. Dies sei aber nicht möglich, ohne auch das Dach mitzuerneuern. Man werde sich das anschauen, versprach der Bürgermeister – ebenfalls die Sandsteine des KOMM-IN-Gebäudes, deren schlechten Zustand Alban Weilhöfer bemängelt hatte.

 

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