Die drei "Z" waren omnipräsent

12.09.2006

Mainpost 12.9.2006

 

Die drei "Z" waren omnipräsent

 

Kolitzheim Als sich der Nachmittag dem Ende zuneigt und die Händler langsam beginnen, ihre Stände abzubauen, strahlt Organisator Rudolf Bender längst mit der Abendsonne um die Wette. Der sonntägliche Bauernmarkt zum Kolitzheimer Dorffest ist auch heuer ein voller Erfolg gewesen.

 

"Zinnien, Zwiebeln, Zwetschgen" - unter das Leitmotiv der drei "Z" haben die Kolitzheimer heuer ihren Markt gestellt. Die drei Hauptdarsteller sind im Dorf omnipräsent. Überall hängen die Zwiebelzöpfe. Nur zu kaufen gibt es längst keine mehr. Rund fünfzig Stück hat Erna Weilhöfer geflochten, schon am frühen Nachmittag sind sie alle weg.

Auch dem zweiten "Z" wie Zwetschge geht es ähnlich. Zumindest in seiner Eigenschaft als Belag auf dem Plootz. Insgesamt 100 Kuchenbleche bekam der Kaffeestand geliefert. Ein Teil mit Käseplootz, ein kleinerer Teil mit Zwetschgenplootz. Während Käse noch zu haben ist und sogar noch Nachschub anrollt, ist Zwetschge längst passè. Schon zu Mittag meldet die Standbesatzung "Zwetschge ausverkauft".

Noch Zwetschgen zu bieten hat hingegen Thomas Riehl, Obstbau-Fachberater am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen, an seinem Infostand. Hier können die Besucher abtauchen in die Artenvielfalt der "blauen Wunder". So ist zu erfahren, das "Habella" einen hohen Ertrag versprechen, "President" gut lagerfähig sind, "Topper" zu Fruchtdeformationen im Stielbereich und "Top 2000" zur Bildung von Zwillingsfrüchten neigen.

Wer sich darüber wundert, dass längst nicht alle Zwetschgen in ihren Körbchen tiefblau bis violett daherkommen, sondern auch orange oder grün, die klärt Riehl auf: Auch die Mirabelle und die Reneklode gehören wie die Zwetschge zur Großfamilie der Pflaumen. Natürlich dürfen auch einige der süßen Früchtchen probiert werden.

Die Zwetschge schmeckt nicht nur gut, sie bringt auch Spaß. Die Kinder wetteifern im Zwetschgenkern-Weitspucken. Und auch der eine oder andere Erwachsene entdeckt hier seinen sportlichen Ehrgeiz. Ansonsten stehen bei den Kindern die Schafe mit ihren Lämmern oder die Hasen, Schweine und Hühner im Streichelzoo der Familie Günther hoch im Kurs. Und wo lässt es sich schöner toben als in der Strohhüpfburg?

Das dritte "Z", die Zinnie, steht den Besuchern Spalier. Die herbstlichen Farbtupfer sind in vielen Gärten präsent, auf dem Weg zwischen Ortsmitte und Festzelt präsentieren sie sich wie auf einem Laufsteg.

Fränkisches Brauchtum wird auf der kleinen Schaubühne hochgehalten. Zu den Klängen der "Fränkischen Musik" unter Leitung von Franz Wagner zeigen die Kinder und die Erwachsenen der Volkstanzgruppe Rundtänze wie den "Rheinländer", die "Kutsche" oder den "Schlamperer".

Rudolf Bender ist mit dem Besuch wieder vollauf zufrieden: "Vor allem freut mich sehr, dass viele Gäste Jahr für Jahr wiederkommen." Auch die Händler, mit denen er bis dato schon gesprochen hat, können mit der Resonanz gut leben. Das trifft laut Bender vor allem auf die Direktvermarkter zu. "Wenn eine gute Stimmung da ist, bleiben die Leute einfach auch sitzen", fährt der Organisator fort: "So macht es auch denen Spaß, die den ganzen Tag über im Stand stehen." Dann macht sich seine Miene auf, das Strahlen der Abendsonne sogar noch zu übertrumpfen: "Und von der Stimmung her war es wieder genial."

Zu den News