Die Kunst, ein Gespann zu lenken

04.05.2006

Mainpost 4.5.2006

 

Die Kunst, ein Gespann zu lenken

 

Lindach Fast täglich kann man dem Junior-Chef des Haflinger-Hofes in Lindach mit seinem Pferdegespann in den Fluren des Obstbaudorfes begegnen. Seit seiner Ausbildung zum Pferdewirt gibt der vierfache Bayerische Meister im Kutschen Fahren, Siegfried Wiederer, Unterricht im Gespann Fahren, wobei er seine Fahrschüler in der so genannten Englischen Fahrkultur im Gelände und im Parcours unterweist.

Kürzlich bildete er drei Fahrschüler aus, die als Abschluss das Fahrabzeichen erwarben und damit berechtigt sind, mit einem so genannten Marathon-Wagen, gezogen von zwei Pferdestärken, sich auf öffentlichen Straßen zu bewegen. Dazu mussten sich die Fahrschüler den kritischen Augen eines Prüfers vom Reit- und Fahrsportverband stellen.

Bei ihrem Ausbilder Siegfried waren sie in den besten Händen, denn er steht in der Rangliste immerhin auf Platz zehn der 40 besten deutschen Kutschenfahrer. Bundestrainer Ewald Meier berief den 25-jährigen Lindacher bereits mehrfach in den nationalen Kader der Kutschenfahrer.

Auf nationaler und auf inter-nationaler Ebene präsentierte sich der Landwirtssohn mit seinen Haflinger Wallachen Max und Achele stets in hervorragender Form. Vier Meistertitel als Lohn waren bisher erwähnenswerte herausragende Erfolge, die es in der kommenden Fahrsaison zu bestätigen gilt. Außerdem hat Wiederer jetzt schon wieder Einladungen zur Nürnberger Consumenta vorliegen, wo er bei der Gala-Show "Faszination Pferd" ebenso mit seinem Vierer-Gespann zu sehen sein wird, wie auf der Münchener Show "Pferd International". Eine Einladung zu diesen überregionalen Veranstaltungen zu erhalten gilt unter Pferdesportlern als hohe Ehre, um damit dem erlauchten Zirkel der Auserwählten anzugehören.

Damit der Sohn erstklassige fahrtechnische Leistungen erbringen kann, dafür sorgt Vater Klaus Wiederer. Der passionierte Haflinger- Züchter und Landwirtschaftsmeister stellt seinem Sohn stets hochwertiges Pferdematerial zur Verfügung, das der Junior ausbildet.

Kürzlich erwarb Wiederer vom Haupt- und Landesgestüt Schwaiganger den jungen geprüften Zuchthengst Arogno, der zurzeit im Haflinger-Hof auf Deckstation steht. Arogno verkörpert vom Typus und vom Exterieur her nicht mehr den schwerfälligen, gedrungen wirkenden Haflinger. Unverkennbar macht sich der arabische Bluteinschlag an der typischen hechtförmigen Oberlippe des fünfjährigen Hengstes bemerkbar, sein feingliedriger, schlanker Körperbau mit dem tief aufgesetzten Hals, dem fein gezeichneten Kopf mit den hellen, wachen Augen, den kleinen beweglichen Ohren, der prächtigen hellen Mähne mit der ausgeprägten Stirnlocke verleihen dem herrlichen Tier Adel und einen charakteristischen Ausdruck.

Seine Bewegungen wirken eleganter und leichtfüßiger als man das bei den Vorgängertypen des Haflingers bisher feststellen konnte. Arogno ist ein Haflinger, der aus einer modern ausgerichteten Zuchtlinie stammt und der dennoch die rassetypischen Merkmale, ein Stockmaß von 148 Zentimeter und einen sanften Charakter besitzt. Auf dem Haflinger-Hof ging er schon sowohl an der Deichsel als auch unter dem Sattel.

Den vielen Gastreiterinnen des Hofes gegenüber zeigte er sich stets recht duldsam, sehr gelehrig und leicht führbar. Mit diesem Pferd will Wiederer eine neue Zuchtlinie begründen, die den sportlichen Charakter noch mehr betont.

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