Die Scheu war bald verflogen

11.06.2007

Mainpost 11.6.2007

 

KOLITZHEIM

Die Scheu war bald verflogen

 

„Seefahrer auf Saale und Sinn“ – Unter diesem Motto stand eine Aktion von KOMM-IN zur Integration der Kinder aus verschiedenen Ortschaften, zugleich verbunden mit der Möglichkeit, Gemeinsames mit behinderten Kindern zu erleben.

 

Die von KOMM-IN veranstaltete gemeinsame Freizeit führte die Ministranten aus Gernach, Unterspiesheim, Grettstadt, Oberspiesheim, und Kinder der Offenen Behindertenarbeit des Diakonischen Werkes Schweinfurt im Schullandheim Schaippachsmühle zusammen.

40 behinderte und nichtbehinderte Kinder drängten sich zu Spitzenzeiten im Aufenthaltsraum, so groß war der Andrang. Die Stimmung war toll. Und die Begegnung mit den behinderten Menschen wird den 22 Kindern im Alter von acht bis 13 Jahren sicherlich lange in Erinnerung bleiben, ebenso wie den behinderten Menschen auch, wurden doch Kontakte geknüpft, die sonst nicht so leicht entstehen.

Gernacher waren Spitzenreiter

Spitzenreiter, was die Teilnehmerzahl angeht, waren die Gernacher: Zwölf der 22 Kinder kamen aus Gernach und alle waren im letzten Jahr schon dabei. Das spricht für die Qualität der Freizeit. Je vier Kinder nahmen aus Oberspiesheim und Unterspiesheim teil, aus Kolitzheim und Grettstadt war es je ein Kind.

Acht Betreuer und Betreuerinnen begleiteten die Kinder; die Gesamtverantwortung für die Freizeit lag in Händen von Elke Dressel, der 1.Vorsitzenden von KOMM-IN. Unterstützt wurde sie von Julia Ehrmann, Stefanie und Magdalena Gottscholl, Anna-Lena Keil, Julian Stein, Tobias Knaub und David Vollmuth.

War der Start und die Wanderung nach der Fahrt mit dem Zug nach Gemünden auch noch von Dauerregen begleitet, hatte Petrus doch bald ein Einsehen und das Wetter wurde die ganze Woche über schön. Bei einem Kennenlernspiel am Abend schwand die anfängliche Scheu, und nichts stand den gemeinsamen Unternehmungen mehr im Wege.

Da gab es den Besuch im Waldlehrpfad in Hohenroth und den Besuch des anthroposophischen Cafés. Ein Höhepunkt war die Schlauchbootfahrt den Booten, die von der Bundeswehr Hammelburg zur Verfügung gestellt worden waren.

Schon das Aufpumpen erforderte alle Kraft, aber die abenteuerliche Fahrt von Wolfsmünster nach Gemünden entschädigte alle Mühen: drei „Wasserfälle“ wurden unter großem Gejohle überwunden. Klar, dass alle mit Schwimmwesten gesichert waren für den Fall der Fälle. Die Zusammenarbeit mit der Offenen Behindertenarbeit klappte hervorragend, man half sich mit Fahrzeugen für die Transporte hin und her aus.

Die Verantwortung für die Offene Behindertenarbeit lag bei Anette Rauch-Hofstetter, eine Betreuerin, Alena Statsky betreut die Kindergruppe von KOMM-IN in Unterspiesheim mit. Klar, dass die Seefahrt mit einem zünftigen Captains Dinner abgeschlossen wurde.

Mut war gefragt

Eine Nachtwanderung erforderte den ganzen Mut der Kinder. Pfarrer Hartmann, der inzwischen eingetroffen war, versuchte sich hierbei als Singstar, zusammen mit Sara Dünninger, die als Betreuerin in diesem Jahr nicht teilnehmen konnte, aber zu Besuch gekommen war. Andere taten es den beiden nach, und hatten viel Spaß dabei.

Die angefertigte Lagerfahne wandert von Gemeinde zu Gemeinde, um die Erwachsenen an das Ferienlager zu erinnern.

Beim Abschlussabend erhielt jedes Kind eine Teilnahmeurkunde zur Erinnerung. Die Abschlussandacht mit Pfarrer Hartmann wurde von den Kindern mitgestaltet. Besonders für Stefan, einem behinderten Kind, wird sie in langer Erinnerung bleiben, durfte er doch die Kerze bei der Verlesung des Evangeliums halten.

Besonders froh war Leiterin Elke Dressel, dass es bis auf eine kleine Blessur keine Unfälle und Verletzungen gab und dass das Wetter so gut gehalten hat.

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