Die zwei alten Damen auf dem Männerklo

14.02.2007

Mainpost 14.2.2007

 

Die zwei alten Damen auf dem Männerklo

 

GERNACH „Steckt heute abend einfach Eure Sorgen in die Taschen rein, klatscht, singt, lacht und hakt Euch bei Eurem Nachbarn feste ein!“ – Mit dieser Aufforderung begrüßte Frauenbund-Vorsitzende Gaby Berchtold die närrische Schar zum bunten Dorfabend, an dem Jung und Alt als Akteure beteiligt waren. Die Gardemädchen hatten das Präsidium in den Saal geleitet.

Die Purzelgarde (die Gruppe „Früchtetraum“ von KOMM-IN) erheiterte das Publikum mit ihrem Piratentanz ebenso wie im weiteren Verlauf die Gardemädchen mit ihrem „Hip-Hop“ und die Blue Stars.

Benedikt Berchtold (12) als Erwin Pelzig machte die Zuschauer mit seinen Rechenkünsten über die Bonuspunkte bei den verschiedenen Marmeladen ganz schwindlig.

Vielfältige Moden, die man aus einem Sack schneidern kann, zeigte die Gruppe der Models des Frauenbundes. Doch bei aller Schönheit der Frauen, so das Fazit der Moderatorin, „nimmt ein Mann mit gutem Geschmack niemals a Fraa im Sack“.

Kampf um Schnäppchen

Wie es am Montagmorgen kurz vor acht Uhr bei einer großen Ladenkette beim Kampf um den besten Startplatz an der Eingangstür zugeht, konnten die Gernacher live erleben. Endlich drinnen finden die Damen jedoch zueinander, beraten sich sogar gegenseitig. Jäh endet der Einkauf, als die junge Mutter ihr Baby beim Wühlen plötzlich vermisst, es jedoch wieder entdeckt, indem sie dem typischen Geruch nachgeht.

Der fahrende Musikant Kornel Hetterich verriet: „So a Schöpple am Feierabend – und das Leben ist okay.“ Die Aussicht, auch im Himmel a Schöpple zu kriegen, machte das Sterben für den Sänger leichter.

An dem Ort, an dem die wichtigen Entscheidungen auch in der hohen Politik getroffen werden, nämlich auf dem Männerklo, trafen sich die Wohnies in diesem Jahr. Etwas Neues auf ihre alten Tage erlebten dabei zwei Damen, die sich auf das Männerklo verirrt hatten. Sie erklommen die Trennwand, und konnten so erstmals in ihrem Leben sehen, wie Männer im Stehen pinkeln.

Die Hutmodenschau der Frauen – es sollen sich auch einige Männer eingeschmuggelt haben – zeigte, wie man sich mit einfachen Mitteln einen tollen Hut für verschiedenste Gelegenheiten zaubern kann.

Wie sich doch die Lust ändert im Verlauf eines langen Ehelebens zeigen „Die zwei auf einer Bank“, Petra und Dieter Dietz.

Drei Tenöre

Zu wahren Beifallsstürmen rissen „Die drei Tenöre“ die Zuschauer hin: Sie gingen so in ihrem künstlerischen Ausdruck auf, dass die Gesetze der Schwerkraft nicht mehr zu gelten schienen und sie sich in alle Richtungen aus dem Stand fast bis auf den Bogen beugen konnten.

Hilde Pampel schilderte aus ihrem Lebenslauf, dass sie schon immer zu spät gekommen sei: Bei der Geburt habe es begonnen und sich dann bis zur Hochzeit fortgesetzt. Nur beim Gernacher Dorfabend sei sie immer pünktlich da.

Für den marzipanliebenden Patienten, der infolge des übertriebenen Genusses ein Loch im Zahn hat, nahm die Behandlung ein überraschendes Ende: er verliebt sich in die Zahnarzthelferin, die ihn nach seiner Blutgruppe fragt: KOMM-IN stellte diese Liebesgeschichte mit der überraschenden Wende in Pantomime und mit Sängern dar. Den Abschluss des gelungenen Abends bildete das Männerballett mit seiner Can-Can-Tanzdarbietung, bevor zum Finale noch einmal alle Akteure auf die Bühne kamen.

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