Diskussion um den Neubau von zwei Mehrgenerationenhäusern

06.12.2019

Mainpost, 06.12.2019

Kolitzheim

Diskussion um den Neubau von zwei Mehrgenerationenhäusern

Am Beginn der Gemeinderatssitzung mit einer umfangreichen Tagesordnung wurden die Bauanträge behandelt. Dem Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage wurde nach kurzer Diskussion mit den beantragten Abweichungen vom Bebauungsplan das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Länger diskutiert wurde der Antrag auf Neubau von zwei Mehrgenerationenhäusern mit je 15 Wohneinheiten in zwei Bauabschnitten, 32 Stellplätzen, zwei Lagerhallen mit 13 Einzelgaragen im Hirtenweg Unterspiesheim. Der Bürgermeister begrüßte das Vorhaben grundsätzlich, da ein solches Vorhaben mit kleineren Wohneinheiten für das Dorf wünschenswert wäre, so Horst Herbert.

Martin Mack und Alfred Bumm äußerten sich in ähnlicher Weise. Die Bedenken, dass die Bauweise mit Erdgeschoss und zwei Vollgeschossen die Vorgaben des Bebauungsplans nicht einhalten, wurden dahingehend relativiert, dass durch die flache Dachform insgesamt die Höhe eines Einfamilienhauses nur gering überschritten werde. Die Entwässerung ist durch den Anschluss an den Mischwasserkanal gesichert, für die Entsorgung des Oberflächenwassers ist die Oberwasserversickerung geplant. Bedenken brachte Dr. Reinhold Holzheid vor, ob durch dieses Bauvorhaben der geplante Bau des Kindergartens südlich von dem Gelände des in Rede stehenden Bauvorhabens nicht gefährdet sei, weil dann eventuell immissionsrechtliche Bedenken geltend gemacht werden könnten.

Geschäftsführender Beamter Dominik Dorsch sagte zu, dass man dies mit dem Landratsamt abklären werde. Einwendungen gab es auch dagegen, dass bei vier Garagen, (die auch als Lagerhallen genutzt werden können und eine Länge von 10 Metern haben) die Abstandsflächen von fünf Metern Breite nicht eingehalten werden. Dem hielt Dorsch entgegen, dass die Mindestabstandsfläche von drei Metern eingehalten werde. Die Zurücksetzung dieser Garagen entsprechend dem Straßenverlauf würde dieses Problem beheben, so ein Vorschlag aus dem Gremium.

Dr. Holzheid gab zu bedenken, dass es Konflikte mit der geplanten Kindertagesstätte geben würde, wenn die Kinder im Freigelände spielen und mit entsprechendem Kinderlärm zu rechnen wäre. Dem hielt Architekt Benedikt Gerber entgegen, dass die Spielfläche im Süden des geplanten Kindergartenneubaus liege, und von daher Lärmschutz gegeben sei. Bürgermeister Horst Herbert fügte hinzu, dass die Käufer oder Mieter in dem geplanten Mehrgenerationenhaus ja über die unmittelbare Nähe der Kindertagesstätte informiert seien.

Bezüglich der Nachbarschaft zur Firma Gleitsmann wurde informiert, dass hinsichtlich des Immissionsschutzes für die Firma Bestandsschutz besteht, d.h. dass aufgrund der Baumaßnahme für die Firma Gleitsmann keine weiteren immissionsschutzrechtlichen Einwendungen geltend gemacht werden können. Das Baugebiet sei ja als gemischtes Baugebiet ausgewiesen, das müsse man im Blick haben. Die vorgesehenen Hallen bieten ja einen gewissen Schallschutz gegenüber den Mehrgenerationenhäusern. Das Gremium hatte gegen die dreigeschossige Bauweise keine Einwände, bezüglich der Anordnung der Garage wird sich die Gemeinde mit dem Bauherrn in Verbindung setzen.

Ebenfalls genehmigt wurde der Antrag auf Abgrabungen zur Vorbereitung der Erweiterung der Deponie in Lindach. Die Deponie liegt südlich von Lindach, es ist eine Absenkung des östlich von der bestehenden Deponie  gelegenen Geländes um 10 – 17 Metern auf die Ebene der bestehenden Deponie vorgesehen. Die Abbaufläche ist etwa 3, 5 Hektar groß, das Abbauvolumen beläuft sich auf etwa 530 000 Kubikmeter, ein naturschutzrechtlicher Ausgleich ist vorgesehen. Steffen Beuerlein informiert auf Nachfrage, dass die Entwässerung durch die Verrohrung unter der Deponie gesichert ist. Er informierte auch, dass die Fläche zwischen der Deponie und Lindach umgehend renaturiert werde, sodass ein Sicht- und Lärmschutz von Lindach her gesichert ist. Der Gemeinderat gab grünes Licht für dieses Vorhaben.

 

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