Don Bosco als Vorbild für Ehrenamtliche

31.01.2015

Mainpost, 31.01.2015

 

GERNACH
Don Bosco als Vorbild für Ehrenamtliche

Gottesdienst im Sportheim des TSV Gernach

Ein ungewöhnlicher Ort für einen Sonntagsgottesdienst war das TSV-Sportheim in Gernach. Es war aber der passende Ort, des Patrons der Sportler, des Heiligen Don Bosco zu gedenken. Pfarrer Thomas Amrehn und die Verantwortlichen der Pfarrei St. Aegidius haben die Anregung des TSV-Vorsitzenden Dieter Dietz gerne aufgegriffen, einen solchen Gottesdienst zu feiern.

Zunächst gab es jedoch eine Überraschung für Pfarrer Thomas Amrehn: Die Musikkapelle Gernach, die den Gottesdienst unter Leitung von Alfred Glos musikalisch begleitete, stimmte nicht das angesagte Lied an, sondern spielte dem Seelsorger zuerst ein Geburtstagsständchen. Bei „Zum Geburtstag viel Glück“ stimmte die Gemeinde kräftig mit ein.

Oberministrantin Selina Fuß überreichte namens der Gernacher Ministranten Schokolade als Geschenk. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karin Johe-Nickel schloss sich der Gratulation an. Sie bezeichnete es als Glücksfall, Thomas Amrehn als Seelsorger zu haben, dies zeige auch der Gottesdienst im TSV-Sportheim.

Lena Walter brachte als Vertreterin der Jugend eine Zeitung zum Altar, als Zeichen der Vernetzung aller mit allen. Kommandant Jürgen Friedrich kam mit einem Feuerwehrhelm als Zeichen des Schutzes, den die Wehr bietet. Maria Wolf brachte ein Kochbuch zum Altar. So wurde sinnfällig, dass die Hausfrauen für die Ernährung sorgen.

Der TSV, sagte Amrehn in der Predigt, sorge auch für die Gemeinschaft. Er führe die Menschen zusammen, um Gemeinschaft zu finden, miteinander zu spielen, sich im sportlichen Wettkampf zu messen. Don Bosco habe in einer Zeit des sozialen Umbruches Ähnliches getan: er habe den Beruf des Handwerkers gelernt, eine ideale Voraussetzung, um in Kontakt mit entwurzelten Jugendlichen in der Großstadt Turin zu kommen.

Er habe in sich die Berufung gespürt, den Jugendlichen ein Stück Heimat zu bieten. Habe er zunächst versucht, die Jugendlichen durch Drohungen auf den rechten Weg zu bringen, habe er bald gemerkt, dass es dem Auftrag Christi mehr entsprach, mit den Jugendlichen Gemeinschaft zu haben, sie zu verstehen. Er wollte ihnen helfen, den Alltag zu meistern, Feste zu feiern, miteinander zu spielen, Gemeinschaft zu erleben. Dies seien auch die Ziele, die ein Sportverein verfolge, sagte Amrehn.

Allerdings bestehe das Problem, dass das ehrenamtliche Engagement eher abnehme. Es falle nicht nur den Vereinen, sondern auch der Kirche zunehmend schwerer, Menschen zu finden, die Verantwortung in leitenden Positionen übernähmen. Vielleicht könne das Engagement Don Boscos ein Impuls sein, sich für andere einzusetzen.

„Nicht sich raushalten, sondern mitten hineingehen“, dafür stehe dessen Beispiel. Sein Motto, „Fröhlich sein, Gutes tun, und die Spatzen pfeifen lassen“, könne dabei helfen.

Nach dem Gottesdienst bedankte sich der Vorsitzende des TSV Gernach, Dieter Dietz, bei Amrehn und allen Helfern, die den Gottesdienst mit vorbereitet haben, sowie bei den Frauen und Männern, die vor und hinter der Theke dazu beigetragen haben, dass das Weißwurstfrühstück vorbereitet war.

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