Dorfabend: Die Gannier bleiben unbesiegt

21.01.2016

Mainpost 21.01.2016

GERNACH

Dorfabend: Die Gannier bleiben unbesiegt

Wer will fleißige Handwerker seh?n, der muss nur nach Ganni gehn“ – unter diesem Motto stand der Dorfabend in Gernach, gemeinsam veranstaltet vom Frauenbund und der Musikkapelle Gernach. Offensichtlich wollten viele, denn der große Saal des TSV-Sportheims war gut gefüllt.
Die Gardetänzerinnen hatten den Fünferrat unter dem Beifall der Zuschauer in den Saal geleitet. Anschließend zeigten die kleinsten Tänzerinnen und Tänzer – sie gehören der Gruppe „Früchtetraum“ von Komm-in an – einen Fußballertanz.
Dass es ein Arzt mit manchen Patienten nicht leicht hat, und manchmal wirklich einen dicken Hals bekommen kann, weil der Patient sich denselbigen nur einbildet, wurde im Sketch „Der schwierige Patient“ deutlich. „Immer dasselbe in der Brotzeitbüchse“, klagten die Arbeiter im Sketch „Auf der Baustelle“.
Gar manches aus dem Dorfgeschehen des vergangenen Jahres wusste der „Lubber aus der Ringstraße“ zu berichten: Etwa, dass Gernacher Frauen die Erfahrung machen mussten, dass ein Handtäschlein aus Lack und Leder nicht als Eintrittsberechtigung für eine Lack- und Lederparty genügt. Sehr zum Leidwesen ihrer Männer, die sich auf einen 3-F-Abend gefreut hatten: Filzpantoffeln, Fernsehen, Flaschenbier.
Lubber informierte, dass Gernach eine besondere Feuerwehrsirene hat: Bei Probealarm funktioniert sie nicht. Sie beschränkt den Stress für die Feuerwehrleute auf Ernstfälle. Seiner Aufmerksamkeit war auch nicht entgangen, dass die Gernacher sehr ökonomisch denken: Der Weihnachtsbaum am Dorfplatz liefert auch noch den Osterschmuck.
Von der Abwehr der Römer durch die Gannier berichteten die „Wohnies“. Im Prolog des „Gernacher Wildschweins“ war zu hören: „Diese tapf'ren Kameraden, wenn sie nicht grad Wildschwein jagen, erwehren sich der Invasion der großen römischen Legion. Die Römer ham's nicht hingekriegt, die Gannier blieben unbesiegt.
“ Unbesiegt, weil die Gannier durch den Zaubertrank ihres Druiden Superkräfte haben, sodass sie die römischen Legionäre, die Ganni erobern wollen, locker herhauen. Die Römer wollen das Geheimnis des Zaubertranks ergründen. Sie schmuggeln einen Spion im Gewand eines „Gannier Hemmerläuder“ ein. Freundlich zeigen ihm die Gannier die Handwerksbetriebe des Dorfes: Wernerix Schraubwienix, Bernhardix Säuwienix, Rainerix Montagefix, Bax Brunix, Guater Moasonstnix, Georgix Berchtoldix, Spänglerix und Thermomix, Alfredix Schafftwieimmernix. Beim Tanz geht dem Spion der Bart ab, er wird entlarvt. Da er aber den Zaubertrank der Gannier getrunken hat, entkommt er. Den Römern gelingt es, Miraculix gefangenzunehmen. Sie zwingen ihn, für sie Zaubertrank zu brauen. Doch der listige Druide verändert die Rezeptur mit aus Rom importierten Salmonellen. Der Trunk hat durchschlagende Wirkung, die Römer werden kampfunfähig, Ganni bleibt frei, im Gegensatz zu umliegenden Weilern wie Koltzum, Klein- und Großspersum sowie Hädderfeldum, die jahrhundertlang in römischer Knechtschaft schmachten.
Bei Gardetänzen und Solo-, Duo- und Cinderella-Tanz zeigten die Mädchen von Komm-in tänzerisches Können, das der kräftige Beifall der Zuschauer bestätigte.
Dass die Weigerung eines Ehemannes, kleine Reparaturen im Haushalt zu übernehmen und stattdessen das Sportheim zu besuchen, unerwünschte Folgen haben kann, zeigte der Sketch „Reparaturdienst: Seine Frau lacht sich einen jüngeren an, der nicht nur die Reparaturen erledigt. Beim Tanz „Bruttosozialprodukt“ zeigte der Gernacher Frauenbund, wie Frauenpower das Bruttosozialprodukt mehrt, freilich nicht, ohne die nötigen Pausen zur Stärkung der Arbeitskraft einzulegen.
Mal ein Mittel zu verschreiben, und dann abzuwarten, wie es wirkt, geht beim Arzt nicht an. Bei einem Wasserschaden in der Arztpraxis ist es genauso wenig hilfreich. Das zeigte der Sketch „Wasserschaden“ von Komm-in-Jugendlichen. Dass Politiker, auch wenn ihre Reden wichtig daherkommen, mit vielen Worten nichts sagen, zeigte der Auftritt des Dr. Dr. von Bösental. Den Abschluss bildete das Männerballett. Die Akteure des Dorfabends – fast alle aus Gernach – verabschiedeten sich beim Finale vom Publikum, das sie mit langem Beifall belohnte.

Zu den News