Dorfplätze, grüner Ring und Kläranlage

08.04.2016

Mainpost 08.04.2016

KOLITZHEIM


Dorfplätze, grüner Ring und Kläranlage

In zwei Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses des Kolitzheimer Gemeinderats wurde der Haushalt für das Jahr 2016 vorberaten. In der Sitzung des Gesamtgemeinderates stellte nun Kämmerer Werner Knoblach das Zahlenwerk noch einmal vor und begründete seine Berechnungen.
Danach stimmten die Räte dem Verwaltungs- und Vermögenshaushalt mit Investitionsprogramm und Finanzplan bis 2019, den Verpflichtungsermächtigungen, dem Stellenplan und der Haushaltssatzung einstimmig zu. Damit war das umfangreiche Werk angenommen, wie sich der stellvertretende Bürgermeister Martin Mack ausdrückte, der die Sitzung leitete.
Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt 18,9 Millionen Euro. Auf den Verwaltungshaushalt – die laufenden Ausgaben – entfallen 8,3 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt – die Investitionen – 10,6 Millionen Euro.
Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushaltes erwartet Kämmerer Knoblach bei den Grundsteuern 541 000 Euro und bei der Gewerbesteuer 400 000 Euro, was bei letzterer 100 000 Euro weniger wäre als im Vorjahr. Sowohl bei den Grund- wie auch bei der Gewerbesteuer bleiben die niedrigen Hebesätze von 300 von Hundert erhalten.
Mit rund 2,8 Millionen Euro bleibt die Höhe der Einkommenssteuerbeteiligung bei der des Vorjahres. Da im Jahr 2014 die Finanzkraft der Gemeinde gesunken war, erhöhen sich die Schlüsselzuweisungen jetzt, zwei Jahre später, auf 900 000 Euro (Vorjahr 400 000 Euro). Bei Benutzungsgebühren und ähnlichen Entgelten erwartet der Kämmerer Einnahmen von 1,2 Millionen Euro.
Bei den kostenrechnenden Einrichtungen ist hier eine Erhöhung der Kanalgebühren nicht erforderlich. Der Wasserpreis steigt allerdings um 35 Cent pro Kubikmeter, von 1,25 Euro auf 1,60 Euro.
Weiter erinnerte der Kämmerer an die Gebührenerhöhung für die gemeindlichen Kindergärten ab 1. September, ebenso wie an die im vergangenen Jahr neu eingeführten Friedhofsunterhaltsgebühren. Dadurch könnten nun 65 Prozent der Kosten bei den Bestattungseinrichtungen gedeckt werden.

Rücklagen werden aufgebraucht

Auf der Ausgabenseite hat Knoblach bei den Personalkosten wie im Vorjahr 1,8 Millionen Euro angesetzt, trotz des Wegfalls von fünf Stellen durch den Auslauf von Altersteilzeiten. Der Kämmerer begründet dies mit den laufenden Tarifverhandlungen, die höhere Löhne bringen könnten, und den rückwirkend erheblich gestiegenen Personalkosten im Kindergartenbereich. Als Kreisumlage muss Kolitzheim 1,97 Millionen Euro zahlen (Vorjahr 2,2 Millionen), rechnet Kämmerer Knoblach. Für den Verwaltungs- und Betriebsaufwand setzte er 2,7 Millionen Euro an. Anders als in den vergangenen Jahren werden dem Vermögenshaushalt aus dem Verwaltungshaushalt in diesem Jahr wieder Mittel zugeführt, wenn es auch nur der verhältnismäßig kleine Betrag von 183 000 Euro sein wird.

Auf der Einnahmenseite des Vermögenshaushaltes erwartet der Kämmerer aus den Verbesserungsbeiträgen für die neue Verbandskläranlage, für die Abwasserdruckleitungen und die gemeindlichen Bauwerke in diesem Jahr nochmals 900 000 Euro von den Bürgern, wenn die Kläranlage in Betrieb ist. Die Rücklagen von 7,5 Millionen Euro werden für die umfangreichen Investitionen weitgehend aufgebraucht.
Eine Kreditaufnahme ist heuer aber nicht vorgesehen. Durch Bauplatzverkäufe erwartet Kämmerer Knoblach 200 000 Euro Einnahmen, weitere 220 000 Euro aus dem Verkauf von unbebauten Grundstücken, sowie 350 000 Euro aus Erschließungsbeiträgen.

Auf der Ausgabenseite hat der Kämmerer bis 2018 für die Erschließung von Neubaugebieten große Beträge eingeplant. Für Oberspiesheim sind es 500 000 Euro, für Stammheim 850 000 Euro und für Unterspiesheim 800 000 Euro. 500 000 Euro sind im laufenden Jahr für die Beschaffung von Bauland und die Familien- und Altortförderung vorgesehen.

EU-Mittel werden beantragt

Bereits länger geplante Vorhaben sollen in diesem Jahr realisiert werden, für 820 000 Euro. Dazu zählen die Neugestaltung der Dorfplätze in Gernach und Stammheim, der Einbau von Gehbahnen auf dem Marktplatz in Zeilitzheim, die Gestaltung des grünen Ringes in Kolitzheim und der Bau des Verbindungsweges zwischen Gernach und Lindach. Voraussetzung hierfür ist eine Förderung durch das neu aufgelegte Eler-Programm der EU (Europäischer Landwirtschaftfonds für Entwicklung des ländlichen Raums), die aber erst noch beantragt werden muss.

Für mehrere Kirchenrenovierungen in der Gemeinde hat Kämmerer Knoblach 500 000 Euro angesetzt. Auch für das Dienstleistungszentrum in Kolitzheim stehen 700 000 Euro bereit.

550 000 Euro sind für den Ausbau der Internetverbindungen in der Gemeinde eingeplant. Hier fließen allerdings auch 400 000 Euro an Fördermittel zurück.

Die Kassenlage sei gut, berichtete Kämmerer Knoblach weiter. So konnten im vergangenen Jahr Zinseinnahmen in Höhe von 104 000 Euro erzielt werden, die Zinsausgaben betrugen nur 7000 Euro. Laut Haushaltssatzung ist der Höchstbetrag der Kassenkredite auf eine Million Euro festgesetzt. Laut Stellenplan sind heuer 38 Personen bei der Gemeinde tariflich beschäftigt.

 

Zu den News