Eifersuchtsdrama: Zwei Menschen sterben, ein Schwerverletzter

04.04.2007

Mainpost 4.4.2007

 

Eifersuchtsdrama: Zwei Menschen sterben, ein Schwerverletzter

 

Offenbar aus Eifersucht auf seinen Nebenbuhler hat ein Mann in der kleinen unterfränkischen Gemeinde Kolitzheim seine Ex-Freundin und sich selbst getötet.

Seinen Kontrahenten, den neuen Partner seiner ehemaligen Lebensgefährtin, hat der 32-Jährige zuvor mit mehreren Schüssen lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe des Beziehungsdramas sind noch unklar. Die Polizei geht nach Angaben vom Dienstag davon aus, dass der 32- Jährige aus dem Landkreis Bamberg seinen sechs Jahre älteren Nebenbuhler im Ortsteil Unterspiesheim (Landkreis Schweinfurt) angeschossen hat. Aufmerksame Nachbarn hatten nach den Schüssen am Montagabend die Polizei alarmiert, die den lebensgefährlich verletzten Mann in seinem Haus fand.

Er kam in ein Krankenhaus, konnte jedoch zuvor noch mit den Beamten sprechen und Hinweise auf den Täter geben. Zudem fragte er auch nach seiner Freundin, weil er befürchtete, dass auch ihr etwas zugestoßen sein könnte. Am Dienstag schwebte der EDV-Fachmann, der in dem 1100-Seelen-Ort ein Unternehmen betreibt, nicht mehr in Lebensgefahr. Kurz vor Mitternacht fanden die Beamten schließlich in der Nähe des Hauses bei einer Sporthalle die Leiche der 27 Jahre alten, aus Niederbayern stammenden Frau. "Warum die Frau hier war, ist noch völlig unklar", sagte Polizeisprecherin Kathrin Iwanowitsch.

Der mutmaßliche Täter hatte seine Ex-Freundin vor der Halle mit mehreren Messerstichen verletzt und anschließend erschossen. Nach weiteren Ermittlungen in der Nacht entdeckte dann eine Polizeistreife den Wagen des 32-Jährigen an einer Straße bei Gerolzhofen, rund zehn Kilometer südlich von Unterspiesheim. Der Mann lag tot neben seinem Auto. Er hat sich den ersten Ermittlungen zufolge selbst erschossen. Neben ihm fanden die Beamten eine Pistole. "Wir gehen davon aus, dass der 32-Jährige zunächst den 38-Jährigen verletzt und dann die Frau und schließlich sich selbst getötet hat", sagte Iwanowitsch. Wie oft der Mann geschossen hat, stehe noch nicht fest.

Die Leichen wurden am Dienstag obduziert. Nach Angaben der Rechtsmediziner wurde die Frau aus dem Landkreis Dingolfing-Landau mit mehreren Messerstichen verletzt und mit Schüssen anschließend getötet. Unklar ist, warum der mutmaßliche Täter in der Gemeinde war und wie es zu dem Blutbad gekommen ist. Eine Tat aus Eifersucht sei möglich, sagte die Sprecherin. Die Ermittler wollen in den nächsten Tagen weitere Zeugen befragen und die Spuren auswerten. "Es ist schrecklich, unvorstellbar", sagte Unterspiesheims Bürgermeister Horst Herbert. Einen ähnlichen Fall habe es in dem Ort bisher nicht gegeben. Der schwer verletzte 38-Jährige sei erst vor Kurzem in die unterfränkischen Gemeinde gezogen. Zum persönlichen Umfeld der beiden Toten wollte sich die Polizeisprecherin unter Hinweis auf den Schutz der Angehörigen nicht äußern.

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