Ein Jahr der süßen Rekorde

29.01.2018

Mainpost 29.01.2018

HERLHEIM
Ein Jahr der süßen Rekorde

Selbst aus dem Nebenraum des übervollen Veranstaltungsraumes im Sportheim Herlheim verfolgten bei der dreistündigen Winterversammlung die Zuckerrübenanbauer die Berichte der Referenten rund um den Anbau der Rüben, deren Verarbeitung und Vermarktung.
Sie alle bangen um die Rentabilität und wollten wissen, wie es nun weitergehe. Die Anbauquoten sind bereits aufgehoben und der Preis des Zuckers wird in Zukunft vom Weltmarkt abhängig sein, auf dem es zurzeit eine Überproduktion gibt. „Vielleicht gehen wir etwas klüger aus der Versammlung heraus“, hoffte Andreas Schech, regionales Ausschussmitglied des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenanbauer (VFZ), bei seiner Begrüßung.

Hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübenanbauer zusammen mit der Südzucker AG auf dem Weltmarkt zeigten sich sowohl Stefan Streng, der Vorsitzende des VFZ, als auch Direktor Alfons Münch von der Südzucker AG zuversichtlich. Die Weltbevölkerung wachse und die Bewohner der Schwellenländer verlangten immer mehr nach dem süßen Stoff.

Die Abrechnung für die Ernte 2017 werde im April bis Mai, wenn der Endpreis bekannt sei, erfolgen, erfuhren die Landwirte weiter. Schon kurze Zeit danach müssten die Anbauer dann ihre Kontrahierung für das Jahr 2019 angeben.
Sehr zufrieden blickte Stefan Streng auf das Rübenjahr 2017 und die Verarbeitungssaison zurück. Dank des rechtzeitig einsetzenden und anhaltenden Regens wurde ein absolutes Rekordergebnis erzielt. Franken sei „Deutscher Meister“ im Zuckerertrag, so Streng. Mit durchschnittlichen 93 Tonnen pro Hektar und 18,3 Prozent Zuckergehalt wurde ein Spitzenergebnis von 17 Tonnen Zucker pro Hektar erreicht. Die fränkischen Anbauer erzeugten im abgelaufenen Rübenjahr auf 26 083 Hektar Anbaufläche über 2,4 Millionen Tonnen Rüben. 88 Prozent hiervon wurden in Ochsenfurt verarbeitet.

Für alle, Landwirte, Transportgemeinschaften sowie die Mitarbeiter im Fabrikstandort Ochsenfurt, sei die Zuckerrübenkampagne eine riesige Herausforderung gewesen, die bravourös gemeistert worden sei, lobte der Vorsitzende des VFZ. Trotz des Brandes in der Fabrik wurden in den 136 Kampagne-Tagen die Rekordmenge von über 2,1 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet.
Im gesamten Gebiet der Südzucker AG sei der Rübenertrag 2017 überdurchschnittlich gewesen, ging Alfons Münch auf den Konzern insgesamt ein. Hier lag der Ertrag von rund 81 Tonnen je Hektar bei einem Zuckergehalt von 17,9 Prozent auf einer Anbaufläche von 445 000 Hektar. Die Südzucker-Gruppe ist mit den Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht eines der führenden Unternehmen der Ernährungsindustrie und im traditionellen Zuckerbereich weltweit die Nummer eins, erfuhren die Landwirte weiter.

Insgesamt hat die Südzucker AG in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 den Konzernumsatz auf 5,3 Milliarden (Vorjahr 4,9) Euro gesteigert. Das operative Konzernergebnis stieg von 227 Millionen Euro auf 384 Millionen Euro. Im Segment Zucker stieg der Umsatz in dieser Zeit auf 2,3 (Vorjahr 2,143) Milliarden Euro. Dies lag auch an einer höheren Absatzmenge im Export. Das operative Ergebnis beim Segment Zucker hat sich im laufenden Geschäftsjahr mit 150 (Vorjahr 77) Millionen Euro nahezu verdoppelt. Für das gesamte Geschäftsjahr 2017/18 wird von einem Konzernumsatz von rund sieben (Vorjahr 6,5) Milliarden Euro ausgegangen. Das operative Ergebnis wird sich in einer Bandbreite von 425 bis 500 Millionen Euro bewegen.

Klaus Ziegler, der Geschäftsführer des VFZ zeigte den Anwesenden auf, welche Preise nötig seien, damit sich der Zuckerrübenanbau lohne. Der Aufwand sei pro Hektar rund 800 Euro höher als bei Getreide, weshalb auch der Erlös höher sein müsse.
Ernst Merz von der Rohstoffabteilung der Südzucker AG ging auf die Bodenbearbeitung beim Zuckerrübenanbau ein. Er befürwortet, den Boden wieder zu pflügen. Manfred Anselstetter, Versuchstechniker der ARGE Franken empfahl den Landwirten nematodentolerante Rübensorten anzubauen.

 

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