Ein Kindergarten in Auflösung

03.12.2007

Mainpost 03.12.2007

HERLHEIM

Ein Kindergarten in Auflösung

 

Personal kann nicht einfach entlassen, Material nicht ausgeräumt werden

Der Kindergarten ist seit 31. Juli geschlossen, den Johanniszweigverein, den Trägerverein des Kindergartens gibt es aber noch. Vorerst soll und kann der Verein auch nicht aufgelöst werden, sagte Vorsitzende Anni Fledering vor ungewöhnlich vielen Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung.

Hauptgrund hierfür ist die Schwangerschaft der Kinderpflegerin Christiane Klüpfel. Ihr kann bis zur Entbindung nicht gekündigt werden, ihr Gehalt muss sie allerdings erhalten. Kulanterweise ist sie im Moment einige Stunden in der Woche im gemeindlichen Kindergarten Zeilitzheim angestellt, so dass der Verein nicht alle Kosten zu tragen hat.

Auch eine frühere Kindergartenleiterin wäre nach ihrem Mutterschaftsurlaub im September nach Herlheim zurückgekommen. Ihr musste gekündigt werden und sie ist arbeitslos. Laut einer Vereinbarung mit der Caritas erhält sie während der Arbeitslosigkeit zusätzlich vom Verein eine finanzielle Unterstützung.

Der Betrag kann sich auf mehrere Tausend Euro summieren, berichtete die Vorsitzende weiter. Zurzeit gebe es nur Ausgaben und keine Einnahmen, so das Resümee. Trotzdem werden die vorhandenen Geldmittel reichen, meinte die Vorsitzende auf Nachfrage. Wenn der Verein dann aufgelöst wird, soll das Restguthaben auf alle Fälle im Dorf bleiben, betonte Fledering.

Hier gibt es allerdings ebenfalls einen Haken. Laut Satzung darf es nur für Kleinstkinder Verwendung finden, also muss nach einer praktikablen Lösung gesucht werden, eventuell durch eine Satzungsänderung.

Die Altpapiersammlung durch den Kindergarten wird demnächst noch einmal stattfinden. Im nächsten Jahr kann die Sammlung eine andere gemeinnützige Institution übernehmen, so die Vorsitzende. Hier zeigten Mitglieder des Musikvereins und des Pfarrgemeinderats Interesse. Die Mehrheit der Anwesenden war dann dafür die Sammlung der Kirchengemeinde zu überlassen.

Auch über die Verwendung der Einnahmen aus dem Pfarr- und Kindergartenfest, das der Kindergarten zur Hälfte erhalten sollte, stimmten die Anwesenden ab. Sie entschieden sich mehrheitlich für den Vorschlag von Pfarrer Andreas Engert, das Geld für neue Ministrantengewänder zu verwenden. Ob der Kindergarten später wieder eröffnet werden könnte, wollte ein junger Vater wissen. Nein, lautete hier die eindeutige Antwort.

Anni Fledering berichtete, dass versucht werde Spiele, Möbel und so weiter an Interessenten zu veräußern. Einiges wurde auch bereits verkauft. Der Kindergarten werde nicht einfach von Fremden ausgeräumt, wurde ein entsprechender Vorwurf entkräftet. Vorstandsmitglied Thomas Rippstein betonte, er sei immer dabei gewesen, wenn etwas verkauft und dann heraus getragen wurde. Das Nikolausgewand ist nun bei Karin Götz verwahrt. Wer es ausleihen möchte, muss sich an sie wenden, war eine weitere Information.

Das Gebäude, in dem sich der Kindergarten befindet, ist im Besitz der Gemeinde. Bürgermeister Horst Herbert sicherte zu, dass vorerst alles so bleibe wie es ist, berichtete Anni Fledering weiter. Wenn sich eine Verwendungsmöglichkeit für das Haus ergebe, könne sich dies allerdings schnell ändern, so die Meinung der Vorsitzenden, der Pfarrer Andreas Engert zustimmte. Im Haus befindet sich auch die katholische öffentliche Pfarrbücherei und ein Jugendraum.

Im Moment gebe es noch keine Entscheidung, was mit dem Gebäude geschehen solle, antwortete Bürgermeister Horst Herbert zu diesem Thema auf Nachfrage. Auf alle Fälle werde die Angelegenheit bei der Bürgerversammlung im nächsten Jahr angesprochen und auch mit den Vereinsvorständen werde darüber beraten. Wenn sich natürlich ein vernünftiger Nutzen abzeichne, müsse eine Entscheidung fallen.

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