Ein Kindergarten in der Schule

17.09.2007

Mainpost 17.9.2007

 

ZEILITZHEIM

Ein Kindergarten in der Schule

 

„Dies ist ein Tag der Freude. Einen solchen Tag erlebt man nicht oft“ und „das Herz geht auf, wenn man die Kinder sieht“. Diese begeisterten Worte waren am Rande des Umzuges der Kindergartenkinder in ihr neues Domizil in der Schule zu hören.

Begonnen hatte der Tag allerdings mit dem Abschied vom alten Haus. Symbolisch hatten die kleinen Jungen und Mädchen ein weinendes Gesicht umhängen. Auf der Rückseite war allerdings ein lachendes Antlitz. „Wir waren da“, sangen die Kleinen. In den über 100 Jahren seit Bestehen des Kindergartens waren viele, viele Kinder da, erzählte Kindergartenleiterin Maria Brand den Kindern und den erwachsenen Besuchern.

Viele der anwesenden Schulkinder, auch viele Eltern, Bürgermeister Horst Herbert und sogar eine ebenfalls anwesende Oma waren als Kindergartenkinder da, stellte sich dann heraus. 1898 wurde der Kindergarten gegründet und 1902 das Haus erbaut, berichtete Bürgermeister Herbert. Heute sei nun ein historischer Moment.

Räume gemeinsam nutzen

Im neuen Gebäude würden Schul- und Kindergartenkinder ganz eng zusammengebracht. Einige Räume und den Pausenhof würden sie auch gemeinsam nutzen. Nach über 100 Jahren werden im alten Haus die Türen endgültig abgeschlossen.

Dazu benötigten die Erzieherinnen mehrere große Schlüssel, ja, einen ganzen Schlüsselbund, machte Maria Brand deutlich. Für die neuen Räume gibt es dagegen nur einen einzigen, kleinen Schlüssel.

Sehr erschrocken seien die Eltern gewesen, als Bürgermeister Herbert im vergangenen Jahr sagte, der Kindergarten würde geschlossen, berichtete Elternbeiratsvorsitzende Diane Graf. Schnell war allerdings der Schreck verflogen, als er die heutige Lösung vorstellte. Nun seien alle Beteiligten nur noch begeistert.

Gemeinsam schlossen Bürgermeister Horst Herbert und Kindergartenleiterin Maria Brand dann die Türen.

Kleiner Festzug

Angeführt von einer Pferdekutsche in der Bürgermeister Horst Herbert, Kindergartenleiterin Maria Brand und Rektor Manfred Erben saßen, ging es dann im Zug zum neuen Kindergarten. „Hurra, wir ziehen um“, war dabei deutlich auf einem Schild zu lesen. Schüler, Erzieherinnen, Lehrer und Eltern begleiteten die Kleinen zu ihrem neuen Domizil. Dabei durfte jeder einen Einrichtungsgegenstand oder ein Spielzeug mit sich tragen oder fahren.

Vor dem Eintritt zum neuen Spielgelände und Haus musste dann ein Band durchschnitten werden.

„Herzlich willkommen“, war beim Eintritt ins Gebäude auf einem Plakat der Schulkinder zu lesen, die auch viel Glück in den neuen Zimmern wünschten. Die Schüler der zweiten Klasse begrüßten dann die kleinen Mitnutzer des Schulgebäudes auch musikalisch und mit Reimen.

„Diesen Umzug werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen“, sagte Rektor Manfred Erben bei seinem Willkommensgruß. Der Kindergarten im Schulgebäude sei eine ganz tolle und optimale Sache. Erben bedankte sich bei allen die am Entstehen des Planes und an der Umsetzung beteiligt waren.

Nach einem kleinen Imbiss nahmen die Kindergartenkinder dann begeistert ihre neuen hellen und großflächigen Räume in Besitz.

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