Eine Leitung zuviel

22.03.2016

Mainpost 22.03.2016

KOLITZHEIM

Eine Leitung zuviel

Mit dem zweiten Breitbandförderprogramm beschäftigte sich der Kolitzheimer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Eigentlich war der Durchführungs- und der Finanzierungsbeschluss vorgesehen. Er wurde allerdings vertagt. Grund hierfür sei, so Bürgermeister Horst Herbert, dass im Angebot der Telekom eine nicht benötigte Verbindung zwischen Unterspiesheim und Röthlein eingeplant sei. Die Kolitzheimer Ortsteile werden allerdings vom Ortsteil Kolitzheim aus erschlossen.

Rainer Ullrich, der Breitbandpate der Gemeinde, ging näher auf das Förderprogramm ein. Nach der Ausschreibung für die Einrichtung schneller Internetverbindungen habe nur die Telekom ein Angebot gemacht, das sich auf 474 000 Euro belief. Würde die Leitung von Röthlein herausgerechnet, blieben noch etwa 333 000 Euro. Bei 80 Prozent Förderung durch den Freistaat Bayern müsste die Gemeinde rund 66 000 Euro tragen.

Der Verzicht auf die Röthleiner Leitung müsste berücksichtigt werden und einige Unklarheiten müssten besprochen werden. Deshalb konnte noch kein endgültiger Beschluss gefasst werden.

Alle Ortsteile außer Herlheim, sind bereits mit einer Bandbreite von mindestens 16 Megabit pro Sekunde versorgt, berichtete Ullrich weiter. Wenn das zweite Förderprogramm umgesetzt ist, werden 30, oder auch 50 Megabit je Sekunde erreicht. Die Bandbreite hänge von der Entfernung vom Verteiler ab.

Um alle Haushalte in den Ortsteilen Ober- und Unterspiesheim, Gernach, Herlheim, Lindach und Zeilitzheim so gut zu versorgen, müssten in diesen Orten zusätzliche Verteilerkästen gesetzt werden. Innerhalb eines Jahres soll das realisiert werden, erfuhren die Gemeinderäte.

Gernach ist sei bereits versorgt, berichtete Bürgermeister Herbert. Da in Kolitzheim die Vermittlung mitten im Dorf stehe, sei auch dieser Ortsteil nicht im Programm. Die Versorgung in Stammheim will die Telekom mit eigenen Mitteln ausbauen und sogar 100 Megabit pro Sekunde anbieten.

Nach wie vor verlaufen die Verbindungen innerhalb der Ortsteile meist über Kupferkabel. In Zukunft werden allerdings Glasfaserkabel bis ins Haus benötigt.

Bei Bauarbeiten in den Orten werden vorsorglich Leerrohre eingelegt, so Bürgermeister Herbert. In den Neubaugebieten kann die Glasfaserverbindung bis ins Haus bereits realisiert werden, sofern es die Bewohner wünschen. Die durch die Gemeinde gelegten Leerrohre bleiben auch in deren Besitz und werden bei Bedarf an die Betreiber vermietet.

Auch Gebiete des Ortsteils Kolitzheim sind nicht optimal versorgt. Wann dies geschehen werde, wollte Reinhold Holzheid wissen. Dazu gebe es von der Telekom noch keine Pläne, lautete die Antwort.

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