Einstimmiges Ja zur geplanten Biogasanlage

27.12.2005

Mainpost 27.12.2005

 

Einstimmiges Ja zur geplanten Biogasanlage

 

Kolitzheim (BP) Mit der geplanten Biogasanlage bei Oberspiesheim beschäftigte sich der Gemeinderat. Bei der Besichtigung einer solchen Anlage im Donau-Ries-Kreis habe man von außen weder Geruchs- noch Lärmbelästigung bemerkte, ging Bürgermeister Horst Herbert auf in der Vergangenheit immer wieder geäußerte Vorbehalte ein. Die Anlage solle mit nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Getreide betrieben werden, wobei die Hauptbelastungszeit bei der Maisernte im Herbst liege, informierte er weiter.

Der Standort der Anlage sei 600 Meter südlich der ersten Wohnbebauung von Oberspiesheim, anschließend an die Gärtnerei, und passe deshalb auch ins Landschaftsbild, meinte Diplom-Ingenieur Jost Godtz, der die Bauleitplanung innehat. Untersuchungen des Geländes, das weder ein Biotop noch denkmalgeschützt sei, seien bereits erfolgt. Auch zahlreiche Stellungnahmen von Behörden lägen schon vor.

Es werde auch alles getan, so Godtz, um den Naturschutz zu gewährleisten. So gebe es ein Regenrückhaltebecken mit Überlauf in einen benachbarten Graben. Um das Gelände werde ein 10 bis 15 Meter breiter Streifen eingegrünt, der dann auch als Ausgleichsfläche gelte, so Godtz. Die genauen Maßnahmen müssten noch mit der unteren Naturschutzbehörde abgesprochen werden. Ein schon bestehender Feldweg werde bis zur Einfahrt auf sechs Meter verbreitert, so dass hier Fahrzeuge hinter- und nebeneinander warten könnten, informierte Dodtz weiter.

Die acht Gärbehälter würden sechs Meter hoch und ragten 4,5 Meter aus dem Boden, beschrieb Diplom-Ingenieurin Birgit Berchtenbreiter, zuständig für die Technik, die Anlage. Die Silos hätten drei Meter hohe Wände und das Maschinenhaus werde nach Süden ausgerichtet.

Vor allem im Herbst werden die beteiligten Landwirte Mais anfahren, der dann in den Fahrsilos zwischengelagert wird, berichtete sie weiter. Über ein Dosiergerät in einer geschlossenen Halle werde dann die Gärbehälter befüllt in denen das Biogas entstehe. Dieses werde in geschlossenen Leitungen abgezogen, in Behältern zwischengelagert und dann durch zwei Maschinen zu Strom und Wärme verwertet. Wenn die Masse ausgegoren sei, werde sie wieder auf die Ackerflächen ausgebracht, beschrieb die Ingenieurin den geschlossenen Kreislauf. Mit der Wärme solle die benachbarte Gärtnerei versorgen werden.

850 Kilowatt betrage die Dauerleistung der Anlage, sagte Bernhard Bedenk von der Überlandzentrale Lülsfeld. Damit könnten 2 200 Haushalte versorgt und 700 000 Liter Heizöl eingespart werden.

Bei der anschließenden Diskussion äußerte zweiter Bürgermeister Rudolf Bender die Befürchtung, dass in der Hauptbelastungszeit im Herbst auf der benachbarten Straße Staus entstehen könnten. Bei 35 bis 40 Fahrzeugen pro Tag, verteilt über zwei bis vier Wochen, gehe sie von keiner großen Behinderung aus, rechnete Diplom-Ingenieurin Berchtenbreiter vor.

Die Hauptfahrbewegung werde vor allem aus Richtung Herlheim, nicht aus Oberspiesheim, kommen, betonte Bürgermeister Herbert.

Martin Mack wies auf die Wichtigkeit der Begrünung gleich von Anfang an hin.

Letztendlich stimmten die Gemeinderäte dem Vorhaben und der Anpassung des Flächennutzungsplanes einstimmig zu.

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