Eltern bekommen Fragebogen

27.04.2006

Mainpost 27.4.2006

 

Eltern bekommen Fragebogen

 

kolitzheim Über das neue bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) berichtete Bürgermeister Horst Herbert in der Gemeinderatssitzung.

 

Die Gemeinde müsse für Kinder von 0 bis 14 Jahren den Bedarf an Betreuungsplätzen feststellen. Es sei allerdings nötig, diesen zuerst zu ermitteln. Um eine verlässliche Basis zu haben, sei es sinnvoll, hierfür allen Eltern mit Kindern im entsprechenden Alter, das seien zirka 500, einen Fragebogen zuzusenden, so der Vorschlag des Gemeindeoberhauptes.

Man müsse zum Beispiel wissen wie viele Kinder im Ortsteil, irgendwo sonst in der Gemeinde oder auch außerhalb eine Betreuungseinrichtung besuchen wollten. Die Eltern hätten freies Wunsch- und Wahlrecht und anders als bisher müsste die Gemeinde sich auch außerhalb an den Betreuungskosten beteiligen.

Eine Gemeinde sei gefordert mehrere Möglichkeiten der Betreuung anzubieten. In Kolitzheim seien dies gemeindliche und kirchliche Einrichtungen, so Herbert.

Um Abwanderungen zu verhindern sei es nötig die eigenen Einrichtungen höchst attraktiv zu gestalten und den Eltern zum Beispiel im Fragebogen auch wissen lassen, welche Angebote es gebe und dafür zu werben, schlug zweiter Bürgermeister Rudolf Bender vor. Auch die pädagogische Arbeit müsse hervorgehoben werden, fügte Alexander von Halem dem hinzu.

Die meisten gemeindlichen Kindergärten seien schon heute flexibel und bieten zum Beispiel Betreuung für unter Dreijährige, Mittags- und Schulkindbetreuung an. Letzteres werde allerdings nicht häufig genutzt, so der Bürgermeister. Dieser Bedarf müsse genau festgelegt werden.

Weiter zeigte Herbert eine Vorschlagsliste der Caritas für die Festlegung der elterlichen Beiträge. Diese staffelt sich von 70 Euro für ein bis zwei Stunden (nur für Kleinkinder und Schulkinder) bis hin zu 105 Euro für acht bis neun Stunden. Da die Gemeinde eventuell Defizite in den Kindergärten übernehmen müsse, sei es nötig und auch das angestrebte Ziel hier auf gleiche Kosten innerhalb der acht Einrichtungen zu achten, wurde im Laufe der Diskussion betont.

Nach dem neuen Recht habe die Kommune hier mehr Einflussmöglichkeiten, allerdings sei auch der Verwaltungsaufwand höher, so Bürgermeister Herbert. Die Kosten der Gemeinde, in gleicher Höhe bezuschusst auch der Freistaat, werden aus den Buchungszeiten der Eltern und Gewichtungsfaktoren, wie etwa behinderte oder kleinere Kinder, ermittelt, beantwortete Bürgermeister Herbert eine Frage. Auch der Anstellungsschlüssel müsse nach den Buchungszeiten ermittelt werden. Eine Erzieherin dürfe maximal 12,5 Kinder betreuen.

Für die Kolitzheimer Kindergärten gelte, mit Ausnahme der zweigruppigen Unterspiesheimer Einrichtung, die günstige Landkindergartenregelung, informierte der Bürgermeister weiter. Das heißt, bei Belegung eines Kindergartens mit unter 20 bis zwölf Kindern, werde dies wie bei 22 Kindern berechnet, darunter wie bei zehn Kindern.

Wenn der Trägerverein eine Einrichtung nicht mehr weiterführen will, müsse sie aufgelöst werden oder es müsse ein anderer Träger gefunden werden beziehungsweise die Gemeinde übernehmen, beantwortete Herbert eine Frage. Das Personal brauche dann allerdings nicht übernommen zu werden.

Nicht die Ermittlung der Plätze für Kindergartenkinder seien das entscheidende Thema, sondern der Bedarf für die unter dreijährigen und für die bis 14-jährigen Schulkinder, antwortete der Bürgermeister auf einen Vorschlag, erst die Kindergarteneltern in einer Versammlung zu informieren.

Letztendlich zeigten sich die Gemeinderäte mit der geplanten Versendung der Fragebögen einverstanden.

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