Erste Sitzung nach dem Urlaub: Bauanträge und Bauvorhaben

11.09.2020

Mainpost 11.09.2020

Kolitzheim

Erste Sitzung nach dem Urlaub: Bauanträge und Bauvorhaben

Bauanträge, die Feststellung der Jahresrechnung der Gemeinde für das Jahr 2019 und die Entscheidung über die Fassadengestaltung des neuen Feuerwehrgerätehauses waren die Hauptpunkte der ersten Gemeinderatssitzung nach der Urlaubszeit. Bürgermeister Horst Herbert informierte, dass 41 Kinder an diesem Vormittag ihren ersten Schultag hatten. Er habe aus diesem Anlass der Schule einen Besuch abgestattet, um den Kindern für diesen neuen Lebensabschnitt alles Gute zu wünschen. Weiter teilte er mit, dass man – coronabedingt in kleinem Kreis – ein kleines Richtfest für den Anbau des Kindergartens in Stammheim organisiert habe.

Einführend zum Tagesordnungspunkt "Bauanträge" informierte er, dass die Befristung des Baukindergeldes auf das Jahr 2020 manche Bauherrn veranlasse, ihren Bauplan möglichst noch in diesem Jahr genehmigen zu lassen. Niemand könne nämlich zur Zeit sagen, ob diese Unterstützung über 2020 hinaus verlängert werde. Der genehmigte Bauplan ist Voraussetzung für diese Finanzspritze für junge Familien. Interessenten, die sich diesen Zuschuss wünschen, sollten sich frühzeitig an die Gemeinde wenden, damit das gemeindliche Einvernehmen zügig erteilt wird.

Wohnhaus mit vier Wohneinheiten

Auf positive Resonanz stieß der Antrag auf Nutzungsänderung einer Gaststätte zu einem Wohnhaus mit vier Wohneinheiten in Oberspiesheim. Es sei zu begrüßen, dass dieses Gebäude wieder mit Leben erfüllt werde, zumal die Außenansicht erhalten bleibe, so Gemeinderat Kurt Greß.

Umfangreiche Befreiungen von den Vorgaben des Bebauungsplanes, der schon etwa 20 Jahre alt ist, und daher manchen Vorstellungen aktueller Bauweise nicht mehr entspreche, waren nötig beim Bauvorhaben eines Einfamilienhauses in Unterspiesheim. Der Bebauungsplan sieht die Gestaltung mit Satteldach vor – ein Pultdach mit einer Dachneigung von 7,5 Grad wird gewünscht. Der Bebauungsplan sieht Erdgeschoss und Dachgeschoss vor  - geplant ist ein Neubau mit zwei Vollgeschossen, das Dach soll mit Blecheindeckung gestaltet werden, der Bebauungsplan sieht rote Dachziegel vor.

Darüber hinaus wird die Länge der Grenzbebauung von neun Metern, die die Bayerische Bauordnung vorschreibt, um etwa 3,5 Meter überschritten. Die beiden Nachbargrundstücke sind von der Gemeinde schon veräußert, aber noch nicht im Grundbuch eingetragen. Trotzdem hat der Bauherr Kontakt zu seinen künftigen Nachbarn aufgenommen, sie haben unterschrieben – "das trägt zur guten Nachbarschaft bei", so der Kommentar von Geschäftsführer Dominik Dorsch. In der Diskussion wurde herausgestellt, dass in der näheren Umgebung dieses Bauvorhabens ähnliche Abweichungen vom Bebauungsplan schon häufiger das gemeindliche Einvernehmen erhalten hätten, insbesondere, wenn die Unterschrift der Nachbarn vorliege. Mit einer Gegenstimme wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Aufstockung zu Drei-Familien-Haus

Ebenfalls zugestimmt hat der Gemeinderat dem Bauvorhaben in Lindach, das die Aufstockung eines Wohnhauses zum Drei-Familien-Wohnhaus wünscht. Der Bau- und Umweltausschuss hatte diesem Vorhaben schon im April 2020 die Zustimmung zu diesem Vorhaben in Aussicht gestellt. Da für dieses Grundstück, an der Grenze des Altdorfes gelegen, kein Bebauungsplan vorliegt, passt sich die geplante Ausführung in die Umgebung ein. Außerdem werde durch die Aufstockung auch der Flächenverbrauch gemindert, so ein Argument.

Der Umnutzung von drei landwirtschaftlich genutzten Gebäuden zu gewerblich genutzten Lagerhallen im Außenbereich von Herlheim wurde ebenfalls das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Geschäftsführer Dominik Dorsch hatte erläutert, dass diese Hallen landwirtschaftlich privilegiert waren. Nach §35 des Bayerischen Baugesetzbuches können nur spezielle Vorhaben im Außenbereich errichtet werden, sonst bedarf es eines Bebauungsplans. Gewerblich genutzte Hallen fallen nicht unter diese Privilegierung – allerdings sehe §35, Absatz 4 Ausnahmen vor, die allerdings strengen Vorgaben genügen müssen: die äußere Gestalt des Bauwerks muss gewahrt bleiben, es darf kein Staub oder Lärm erzeugt werden. Die Genehmigung ist an die Nutzung "Lagerhalle" gebunden – wie grundsätzlich Baugenehmigungen nicht an die Person(en) der Besitzer, sondern an das Bauobjekt gebunden sind, wie Dominik Dorsch erläuterte.


 

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