Ferienspaß am Kapellenhügel und Herrnbrunnen

07.08.2020

Mainpost 07.08.2020

Herlheim

Ferienspaß am Kapellenhügel und Herrnbrunnen

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah." Im Sinne dieser Redensart finden in diesem, von der Coroana-Pandemie gezeichneten Jahr, die Ferienspaßaktionen der Gemeinde Kolitzheim statt. Es geht nicht, wie in den vergangenen Jahren, zu Eventstandorten wie ins Freizeitland Geiselwind oder in den Playmobil-Park. Heuer finden alle Veranstaltungen in den Ortsteilen der Gemeinde Kolitzheim statt. Hierzu hat die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinderäten und einigen Vereinen ein interessantes, ansprechendes und auch lehrreiches Programm erarbeitet. Auch der Schutz vor der Krankheit durch die Hygiene- und Abstandsregeln wird dabei beachtet.

In Herlheim lautete das Thema "Wald, Wasser, Wiese". Zusammen mit Förster und Waldpädagoge Gerald Eser, der zweiten Bürgermeisterin Katharina Graf und den Betreuern Georg Herbig und Nicole Schmitt besuchten 15 Schülerinnen und Schüler den Kapellenhügel und den Herrnbrunnen westlich von Herlheim. Bereits auf dem Weg vom Dorf zum Hügel bestimmten die Kinder Pflanzen am Wegesrand und Feldfrüchte auf den Äckern.

Abstecher auf den Kapellenhügel

Auf dem "Käppeleshügel", dem größten keltischen Fürstengrabhügel Nordbayerns, erfuhren die interessierten Zuhörer die Bedeutung dieses kleinen Berges, der aus dem ansonsten flachen Umland herausragt. Hier fand schon lange vor Christi Geburt ein bedeutender keltischer Fürst seine letzte Ruhestätte. Auch die Urkirche Herlheims soll auf dieser geschichtsträchtigen Stätte gestanden haben. Zum Abschluss der Flurneuordnung wurde der Hügel vor mehr als zehn Jahren neu gestaltet. Beim Rundblick vom kleinen Berg aus konnten die Schüler erstaunlich viele umliegende Orte erspähen und eventuell auch ihr Heimatdorf finden.

Begeistert machten sie sich dann auf die Jagd nach Kleingetier. Und davon gab es so einiges. So fanden sie Ameisen, Grashüpfer, Spinnen, Schmetterlinge und sogar eine Heuschrecke. Gerald Eser ging näher auf die gefundenen kleinen Lebewesen ein, erklärte deren Lebensweise und Nutzen oder auch den Schaden, den sie anrichten können.

Erzählung aus Nibelungensage

Am Herrnbrunnen zeigte Waldpädagoge Eser ein Lindenblatt. Unter Mithilfe von drei Jungen und Mädchen zog er die Teilnehmer anschaulich mit der Erzählung aus der Nibelungensage in seinen Bann: Nur an einer Stelle auf der Schulter war Siegfried verletzbar. Sie war beim Bad im schützenden Drachenblut mit einem Lindenblatt abgedeckt gewesen. Durch den Verrat von Ehefrau Kriemhild erfährt Bösewicht Hagen dies und tötet Siegfried mit einer Lanze. 

Ganz unverhofft kommt es dann am Herrnbrunnen noch zu einem Höhepunkt. Während des Eichhörnchenspiels fischt ein Junge einen kleinen Frosch aus dem Wasser. Er wird von allen ausgiebig bestaunt, ehe er wieder in die Freiheit entlassen wird.  

Nach all den vielen Eindrücken und nach dem Waschen ihrer Hände an einem eigens angefahrenen Wasserfass konnten die Ferienspaßkinder dann ihren Hunger und Durst stillen, ehe es zurück nach Hause ging. Alle waren sich einig, es war nicht langweilig und sie hatten wunderschöne und lehrreiche Stunden erlebt. Ihm habe diese Veranstaltung besser gefallen als der Besuch des Freizeitlandes Geiselwind im letzten Jahr, sagt Laurenz Nöth auf Nachfrage.

Alle weiteren Termine ausgebucht

Im Rahmen des Kolitzheimer Ferienspaßes hat in Lindach bereits ein Ballon-Modellage-Workshop und in Oberspiesheim ein Kinder-Zauber-Workshop stattgefunden. In nächster Zeit wird in Kolitzheim ein Kuhstall besucht, in Unterspiesheim erkunden Bachpiraten das Wasser, nach Stammheim kommt ein Museum im Koffer und in Zeilitzheim gibt es eine Dorfrallye. Alle Termine sind allerdings bereits ausgebucht, berichtet Rainer Ullrich von der Gemeindeverwaltung, der Koordinator der Veranstaltungen.

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