Ferienspaß: Das Abenteuer Raumfahrt

20.08.2020

Mainpost 20.08.2020

Stammheim
Ferienspaß: Das Abenteuer Raumfahrt

Bei idealem bewölktem Sommerwetter startete das Abenteuer Raumfahrt im Rahmen der ausgebuchten Ferienspaßaktion in Stammheim, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Veranstalter hatten sich das Feuerwehrhaus und den Sportplatz im Ort herausgesucht, um allen hygienischen Anforderungen bei weit geöffneten Toren gerecht zu werden und um genügend Experimentierfläche zu erreichen.
Dieses Angebot wurde gemeinsam mit dem Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum in Feucht entwickelt und von pädagogischen Kräften des Museums aus Nürnberg begleitet. Finanziert wurde dies je zur Hälfte von der Gemeinde Kolitzheim sowie vom Landkreis Schweinfurt.

Los ging es gleich mit vielen Informationen zum Weltall und mit der Klärung, wie lange es dauert, zur ISS, der Internationalen Raumstation im All, zu fliegen. Die Station in einer Höhe von 400 Kilometern wird zum Erstaunen der Kinder bereits in acht Minuten erreicht. Die Schätzungen reichten bis zu einem halben Jahr. Das Andocken mit circa sechs Stunden ist dann im Verhältnis doch recht lang, berichteten Jan und Johannes vom Nürnberger Museum.

Wissbegierige Teilnehmer

Die wissbegierigen jungen Teilnehmer konnten ihr Wissen rund um die Milchstraße, das Sonnensystem mit allen Planeten usw. auch an mitgebrachten Modellen erweitern. Danach ging es zu den atmosphärischen Bedingungen für die Astronauten im Weltall, welchen Luftdruck diese kompensieren müssten und was das Element Luft für uns auf der Erde bedeute. Um dies richtig zu verstehen, startete eine Reihe von Versuchen, wie sich unterschiedliche Stoffe im Vakuum verhalten.

„Was passiert, wenn einem Flugzeug die Luft genommen wird?“ So lautete eine der Fragen, die zu beantworten waren. Es würde einfach nach unten fallen trotz laufender Motoren, denn ohne Luft kein Auftrieb. „Was geschieht, wenn einem klingelnden Wecker die Luft entzogen wird?“ Unter einer Glasglocke wurde die Luft dann im Experiment entnommen, und die interessierten Kinder erfuhren, ob sie mit ihren Vermutungen richtig lagen. Denn stehen blieb der Wecker nicht, wie ein Kind überlegte. Heraus kam, dass er zu piepen aufhörte bzw. alle dies nicht mehr hören konnten. Denn Schall benötigt Luft zur Übertragung der Schallwellen. Ohne diese könnten wir uns gar nicht hören, erfuhren die Grundschüler.

Im Experiment mit Luftballons unter Luftausschluss erlebten die Kinder weiter anschaulich, dass sie einen platzenden Luftballon dort auch nicht hören können, da ebenso der Schall fehlte.
Wie sich Druck durch Luft und Wasser auswirkt, erfuhren alle Teilnehmer durch eigenes Ausprobieren, z. B. konnten sie Spielzeuge fahren lassen oder Luftballons an einem Seil entlang schießen lassen.

Ausgesuchte Assistenten

Nach einer Erfrischungspause mit Raketeneis ging das Experimentieren weiter mit ausgesuchten Forschungsassistenten. Hermine unterstützte bei der Situation, wenn Barthaare der Astronauten entfernt werden sollen. Sie stellte fest, dass die Luftbläschen des Rasierschaums im Vakuum platzen. Gespannt waren alle, was passiert, wenn Luft dieser Schaumwolke wieder zugeführt wird. Übrig blieb eine weiße Pfütze, da Luftbläschen ja nicht mehr enthalten waren.

Aber dann wurde es ernst, um das Lungenverhalten des Menschen richtig zu verstehen. Mit einer Tierlunge wurde untersucht, was passiert, wenn dieser die Luft entzogen wird; vorstellbar in entsprechender Höhe im Weltraum. Die Antwort war, dass die Lunge entgegen der Vermutung der Kinder größer wurde. Allerdings waren die Lungenbläschen geplatzt, wie Tizian gut beobachtete. Auch bei erneutem Zugeben von Luft würde diese Lunge nicht mehr funktionieren, wie die Kinder erklärt bekamen.

Weiter spannend blieb es beim nächsten Experiment mit einem mit Wasser gefüllten Reagenzglas. Bei Luftentzug fing das Wasser an zu sprudeln. Kocht das Wasser? Den Test begleitete diesmal Assistent Albin, der mutig, aber vorsichtig seinen Finger in das Wasser tauchte. Zur Überraschung aller war das Wasser aber kalt. Alle Experimentierfreudigen erfuhren, dass die Definition „Kochen“ jedoch dennoch erfüllt war. Denn es kocht, wenn es verdampft, also wenn das Wasser gasförmig wird.

Isabell assistierte bei dem lustigen Versuch, was passiert, wenn man einen Schokokuss ins Vakuum versetzt. Durch die vorherigen Erfahrungen lagen die Kinder bei ihren Vermutungen diesmal richtig. Alle wurden mit einem Schokokuss belohnt und konnten ihn genießen.

Weitere Tests

Für die nächste Versuchsreihe reichte der Vorplatz der Feuerwehr nicht mehr aus. Und alle halfen, wichtige Utensilien wie Startrampen, Wasser, Luftpumpen, Raketen usw. für weitere Tests und Raketenstarts zum Sportplatz zu bringen. Sie wussten ja jetzt, was für die Reise ins All benötigt wird. Jakob, Franziska und Ben berichteten schon von Erfahrungen mit selbstgebastelten Raketen.

Nach grundlegender Einweisung ging es jeweils mit breit aufgestelltem Countdown los, Raketen in den Himmel zu schießen. Den Rekord stellte ein Geschoss von Melanie auf, das über eine Spielhälfte des Platzes flog. Die nächsten größeren Raketenbausätze begeisterten alle Teilnehmer noch mehr, da Start und Landung stets spektakulär waren und Acht gegeben werden musste, der Landung auszuweichen.

Der kurzweilige Nachmittag endete für alle Abenteurer am Feuerwehrgelände, wo sich alle noch einmal mit selbstgemachten Hamburgern stärken konnten, bevor es am Abend nach Hause ging. Sie hatten viel erfahren über Schwerkraft und Raketentechnik. Und vielleicht hat der eine oder andere in dieser Nacht vom Beruf des Astronauten geträumt.

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