Fertigstellung bis Ende September

17.06.2015

Mainpost, 17.06.2015

 

KOLITZHEIM/SULZHEIM
Fertigstellung bis Ende September

Auf der Baustelle der neuen Kläranlage für Kolitzheim und Sulzheim geht es schnell voran

 „Die Anlage wächst von Tag zu Tag“, sagte der Verbandsvorsitzende des Abwasserzweckverbands Kolitzheim/Sulzheim, der Kolitzheimer Bürgermeister Horst Herbert, über die neue Kläranlage. Vor der jüngsten Verbandsversammlung trafen sich die Mitglieder des Gremiums auf der Baustelle, um sich über den Stand der Bauarbeiten zu informieren.

Die Tonnendächer auf den Betriebsgebäuden seien fertig, die Unterputzleitungen im Innenbereich der Gebäude seien gelegt und bereits am nächsten Tag solle mit dem Einsetzen der Fenster begonnen werden, schickte Hugo Barthel vom Planungsbüro Pro Terra vor der Besichtigung der Gebäude voraus. Weiter gehe es dann mit den weiteren Arbeiten wie Wärmedämmung, Innenputz und Estrich. Ende Juni solle eventuell der Außenputz aufgebracht werden.

Bei der Begehung der Gebäude und des Geländes gingen Barthel und Horst Herbert dann weit ins Detail bei der Beschreibung der Anlage und deren Betrieb. An der Nordseite des Rechengebäudes befindet sich der Übergabeschacht in dem die Leitungen aus Herlheim und Zeilitzheim ankommen. Letztere ist bereits fertig. Der Bau der Druckleitung vom Pumpwerk bei Herlheim bis zur Kläranlage wurde im anschließenden nicht öffentlichen Teil der Versammlung vergeben.

Weiter ging es dann ins Betriebsgebäude mit seinen verschiedenen Räumen, in die Werkstatt und das Maschinenhaus, das unterkellert ist. Über die künftige Einrichtung der Örtlichkeiten und deren Funktion erhielten die Mitglieder der Verbandsversammlung ausführliche Informationen.

Im Außenbereich ist das Kombibecken fertig. Die Baugrube ist bereits wieder aufgefüllt. Auch hier erklärte Barthel die Funktion der beiden Bereiche des Beckens. Fertig ist auch der Kanal, der das geklärte Wasser vom Becken zur Volkach leitet.

Noch im Bau sind das Schlammsilo und das Gebäude für die Schlammpresse und die Schlammlagerung. Das runde Schlammsilo wird rund 900 Kubikmeter nassen Schlamm fassen, erfuhren die Räte. Diese Masse kann mit der mobilen Schlammpumpe entfernt und beispielsweise für die Landwirtschaft genutzt werden, berichtet Bauleiter Hugo Barthel hierzu. Mit der Schlammpresse werde der nicht auf andere Weise benötigte Schlamm getrocknet und dann in der daneben liegenden Halle gelagert.

Diese trockene Masse ist dann für die allgemeine Verwertung bestimmt, zum Beispiel für die Verbrennung. Über zwei Zu- beziehungsweise Ausfahrten können die Fahrzeuge problemlos das Gelände befahren. Der Weg führt um das Silo herum.

Ende Juni könne der Kran abgebaut werden, ging der Bauleiter auf den weiteren Verlauf der Bauarbeiten ein. Fertig sein soll die Anlage Ende September. Dann gebe es eine Probephase. Man hoffe, dass der reguläre Betrieb Mitte Oktober beginnen könne, vorerst allerdings nur mit dem Kolitzheimer Abwasser, noch ohne das aus Sulzheim.

Rund 300 000 Euro niedriger als ursprünglich kalkuliert sollen die Kosten sein, überbrachte Vorsitzender Horst Herbert den Verbandsräten eine erfreuliche Nachricht.

Auf das Pumpwerk bei Herlheim, wo Grundwasser Probleme in der Baugrube verursachte, ging Hugo Barthel auf Nachfrage von Martin Mack ein. Um einen Auftrieb des Gebäudes zu verhindern, müsse es fest mit dem Erdreich verbunden werden. Hierzu wurden Bohrpfähle ins Erdreich eingeführt.

Nachdem diese Verankerung geprüft wurde, gehen die Bauarbeiten nun mit Hochdruck weiter. Auch an den Samstagen werde gearbeitet. Das gesamte Bauwerk soll dann Ende August fertig sein. Dann könne auch das Abpumpen des Grundwassers eingestellt werden. Momentan werden noch zirka fünf Liter Wasser pro Sekunde aus der Grube gepumpt, so der Bauleiter dem Problem, das für einen sinkenden Grundwasserspiegels in Herlheim sorgt.

Da ein Teil des Wassers in der Baugrube von unten eingeströmt sei, sei ein wasserdichter Verbau nicht möglich gewesen. Es war vergeblich versucht worden, die Grube von allen Seiten bis hinunter zum Felsen zu spunden.

Brigitte Pfister

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