Feuerwehr braucht eine neue Führung

07.01.2020

Mainpost 07.01.2020

 

Unterspiesheim

Feuerwehr braucht eine neue Führung

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Unterspiesheim legte der 1. Kommandant Andre Schirmer mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Gesundheitliche und berufliche Gründe bewegten ihn zu seiner Amtsniederlegung. Spontan standen alle im Saal auf und applaudierten lange. Seine Emotionen konnte Schirmer nicht mehr verbergen.

Kreisbrandinspektor Alexander Bönig sagte, die Gemeinde muss jetzt innerhalb von drei Monaten eine Neuwahl ansetzen und die aktiven Mitglieder dazu einberufen. Bis dahin wird der stellvertretende Kommandant Benedikt Schuster die Wehr leiten, somit ist deren Einsatzbereitschaft nicht gefährdet. Bönig bedauert Schirmers Rücktritt sehr, da Schirmer vor elf Jahren Bönigs Nachfolge antrat, als der in die Kreisinspektion berufen wurde.

Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Julian Kiesel, konnte 62 Mitglieder begrüßen.  Er berichtete über die Vereinsaktivitäten und führte dabei auch die dabei geleisteten Stunden auf: Etwa 450 Stunden von 110 Personen trugen zur erfolgreichen Durchführung der Unternehmungen bei. Sein besonderer Dank galt allen Vereinsmitgliedern für deren Engagement, denn "es ist kein Fest möglich ohne die engagierten Helfer und Helferinnen". Der Verein hat derzeit 163 Mitglieder. 38 Erwachsene und 15 Jugendliche sind im aktiven Dienst. Kiesel lobte die von Tobias Forstmeier geleitete Feuerwehrjugend. Dies bestätigte der positive Bericht des Jugendwarts.

Kommandant Andre Schirmer berichtete über 33 Einsätze im vergangenen Jahr. Diese bestanden aus 16 technischen Hilfeleistungen, zehn Bränden, einen ABC-Gefahrenstoffeinsatz und fünf sonstige Tätigkeiten wie zum Beispiel Absperrmaßnahmen bei Prozessionen und Umzügen.  Schirmer brachte anhand von Bildern die Einsätze nochmals in Erinnerung. "Manchmal kann man bei Einsätzen schmunzeln, so wie bei der Alarmierung nach Gernach. Bei dem Einsatz stellte sich heraus, dass eine ältere Frau nur Reisig verbrannte. Doch oft stößt man an seine persönliche Grenzen, wie beim letzten Einsatz, dem schweren Unfall am 30. Dezember auf der B 286 mit einem Schwerverletzten und einer Toten."

Schirmer zeigte den Fortschritt der Planung anhand eines detaillierten Plans für das neue Feuerwehrhaus. Er wies darauf hin, dass die Genehmigung der Regierung von Unterfranken jetzt ausstehe. Zu aktiven Feuerwehrleuten ernannte der Kommandant Raphael Kerler, Julian Pretscher, Antonia Schirmer, Fabian Kiesel, Tim Riedmann, Christoph Friedrich, Daniel Streng, Steffen Kraus, Christian Pretscher und Rene Fell.

Josef Brehm, der den erkrankten Kassier Michael Kobosil vertrat, berichtete von der sehr gut geführten Kasse und den geordneten und nachvollziehbaren Unterlagen, so dass die Entlastung einstimmig erfolgte.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft konnte Vorsitzender Julian Kiesel die Mitglieder Manfred Gernert, Herbert Joß und Ludwig Wider ehren; desweiteren Jürgen Forstmeier, Dieter Forstmeier, Gerhard Habermann und Michael Pretscher für 40 Jahre und Rudolf Estenfelder, Sebastian Friedl, Markus Rippstein, Benedikt Schuster, Thomas Seufert und Bernd Söllner für 25 Jahre Mitgliedschaft.

Zweiter Bürgermeister Martin Mack sprach seinen besonderen Dank im Namen der Gemeinde aus. "Wir wissen, was wir an unserer Feuerwehr haben", so Mack. Es sei nicht selbstverständlich mit selbstlosem Einsatz anderen zu helfen. "Es ist im persönlichen Umfeld sicherlich nicht immer einfach" und bezog sich damit auf seinen Dank für die Leistung der Feuerwehrkräfte, die immer Einsatzbereitschaft rund um die Uhr zeigen und gewährleisten. Mack bedauerte, dass der Bau des Feuerwehrhauses nicht schon in 2019 begonnen werden konnte. Er sei aber optimistisch, dass das Projekt vorangehe, was ein leichtes Raunen im Raum hervorrief.

Der Unterspiesheimer Kreisbrandinspektor Alexander Bönig  erklärte den Versammelten  den aktuellen Genehmigungsstand des Drei-Millionenprojekts-Feuerwehrhaus. "Da es Missverständnisse beim Förderantrag gab, musste eine Neuformulierung vorgenommen werden. Deswegen ist der Antrag jetzt bei der Regierung von Unterfranken und muss dann noch zur Staatsregierung nach München. Ich habe nicht viel Hoffnung, dass das schnell geht", so Bönig.

Beim Punkt Wünsche meldete sich der Ehrenkommandant Gerd Schmiedl zu Wort. Er wollte wissen, ob es nicht möglich sei, dass Gemeindearbeiter in kritischen Alarmierungszeiten, wie etwa Mittags, zu Einsätzen kommen könnten. Martin Mack erklärte, dass es hier aus seiner Sicht zu arbeitsrechtlichen Problemen kommen könnte. Benedikt Schuster wies auf Nachbargemeinden hin, bei denen dies möglich sei. Martin Mack will dieses Thema in der Gemeinde vorbringen und sich darüber informieren.

Vorsitzender Julian Kiesel appellierte an die Bereitschaft, im nächsten Jahr bei den Neuwahlen sich einem Amt zu stellen, da einige Posten neu zu besetzen sind. Sein Dank galt auch dem anwesenden Pfarrer Thomas Amrehn für den vorausgegangenen Gottesdienst. Er informierte über die Termine 2020. Sonnwendfeuer am 20. Juni, Feuerwehrausflug am 19. September, Weihnachtsfeier am 4. Dezember und das Waddelturnier am 19. Dezember. Die Jahreshauptversammlung wird am 9. Januar 2021 sein.

Der Fachkreisbrandmeister für Digitalfunk, Frank Tonat, erläuterte ausführlich den aktuellen Stand zur Förderung und die weiteren Einführungsstufen des Digitalfunks im Landkreis Schweinfurt. Die Voraussetzungen und Beschlüsse hätten sich aktuell erst am Ende des Jahres geändert, erklärte Tonat.

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